Orte in Deutschland, die an Reiseziele in anderen Ländern erinnern

"Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah." - Bestimmt kennen Sie das Zitat aus Goethes Vierzeiler "Erinnerung". Der berühmte Schriftsteller wusste, dass die Heimat mindestens genauso viel Schönes zu bieten hat wie manche ferne Länder. Ja, in Deutschland finden sich zahlreiche Orte, an denen sich Urlauber aufgrund einer eindrucksvollen Natur oder architektonischen Besonderheiten in Island, Italien, Griechenland oder gar China wähnen.

Jade
weg.de Teammitglied

1. Am Schrecksee in den bayerischen Alpen fühlen Sie sich wie in Island

Der Schrecksee liegt auf 1813 Metern Höhe im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen und gilt als einer der schönsten Bergseen Deutschlands. Eine etwa dreieinhalbstündige Wanderung durch eine faszinierende, raue Landschaft führt Sie von Hinterstein aus an das traumhafte Gewässer. In einem Talkessel gelegen, ziehen sich die grünen Wiesen von den umliegenden Gipfeln bis ganz an das Wasser. Eine kleine Insel macht den Schrecksee, in dem im Frühling oft noch Eisschollen schwimmen, zusätzlich einzigartig. Fast erwartet man, Islandponys zu begegnen, denn die Gegend könnte genauso auch in Island zu finden sein. Mit etwas Glück sehen Sie hier Gämse und Murmeltiere.

Unser Tipp:
Der Aufstieg zum Schrecksee ist nicht allzu schwer, erfordert aber dennoch eine gute Kondition. Wir empfehlen, relativ zeitig aufzubrechen.

2. Norwegen oder Deutschland? Der Königssee in Bayern

Prinzregent Luitpold von Bayern bestimmte 1909: kein Lärm auf dem Königssee. Das gilt bis heute. Leise fahren die elektrisch betriebenen Ausflugsboote Besucher über einen der schönsten und saubersten Seen Deutschlands. Gelegen bei Berchtesgaden in Bayern ist der Königssee von steilen Berghängen eingerahmt und könnte mit seiner wilden Natur, den steilen Hängen und Wasserfällen und dem türkis schimmernden Wasser der Zwillingsbruder des norwegischen Geirangerfjords sein, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Nur wenn Sie bei Ihrem Bootsausflug die Wallfahrtskapelle St. Bartholomä oder den wolkenverhangenen Watzmann sehen, werden Sie daran erinnert, dass Sie immer noch in Deutschland sind.

Der Königssee ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen in den Nationalpark Berchtesgaden. Leichte Routen führen beispielsweise zum Obersee, zum Röthbach-Wasserfall oder zur Eiskapelle am Fuß der Watzmann-Ostwand. Essen Sie gerne Fisch, so empfiehlt sich die Einkehr im urigen Fischrestaurant neben der Kapelle St. Bartholomä.

Unser Tipp:

Beliebte Sehenswürdigkeiten rund um den Königssee sind die Insel Christlieger mit der Statue des St. Johannes von Nepomuk, der Falkenstein, der Watzmann, die Kirche St. Bartholomä mit ihren Kuppeltürmchen, der Schrainbach-Wasserfall und die Echowand.

3. Die Rakotzbrücke in Kromlau - mystisch wie die Brücken von Guilin in China

Viele Menschen besuchen China wegen seiner eindrucksvollen, oft mystisch wirkenden Architektur; beispielsweise die Gegend um Guilin und Sanjiang, wo über 100 unterschiedliche Brücken über die Flüsse führen. Am bekanntesten ist vermutlich die Wind- und Regenbrücke von Chengyang, errichtet aus Tannenholz und gänzlich ohne Schrauben oder Nägel. Aber auch Deutschland hat mystische und malerische Brücken, so etwa die Rakotzbrücke im Rhododendronpark Kromlau, ganz im Osten an der Grenze zu Polen. Erbaut zwischen 1863 und 1882 aus Basaltsteinen, überspannt die beliebte "Teufelsbrücke" den 35 Meter breiten Rakotzsee in einem Halbkreis, der sich mit seiner Spiegelung im Wasser zu einem geschlossenen Kreis formt. Neben der Rakotzbrücke zählen das Herrenhaus und das Kavalierhaus zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten im Rhododendronpark Kromlau. Auf einem Rundgang um den See können Sie weitere Gebilde aus Basaltsteinen entdecken.

Unser Tipp:

Die schönste Jahreszeit im Park ist der Frühling, wenn die Azaleen und Rhododendren blühen.

4. Der Röthbachfall steht den kalifornischen Yosemite Falls in nichts nach

Mit 739 Metern Höhe sind die Yosemite Falls im gleichnamigen US-amerikanischen Nationalpark natürlich beeindruckend. Sie zählen zu den höchsten Wasserfällen der Erde. Ein ordentliches Spektakel bietet aber auch der höchste Wasserfall Deutschlands. Der Röthbachfall stürzt sich am Südufer des Obersees die Röthbachwand aus einer Höhe von 470 Metern hinunter. Sie erreichen ihn, wenn Sie zunächst mit dem Schiff am Königssee zur Saletalm fahren und dann die etwa dreistündige Wanderung über die Fischunkelalm - die übrigens ideal für eine Einkehr ist - absolvieren.

Unser Tipp:

Am eindrucksvollsten ist der Röthbachfall zum Beginn der Wandersaison im Frühling nach der Schneeschmelze.

5. Das Felsendorf Tüchersfeld ist genauso beeindruckend wie die Meteora-Klöster

In Kalambaka in Griechenland befinden sich die Meteora-Klöster, die in unglaublicher Höhe auf bizarr geformten Sandsteinfelsen thronen und wirken, als würden sie schweben. Nicht viele Menschen wissen, dass es in der Fränkischen Schweiz ein ähnlich eindrucksvolles Dörfchen gibt. Die Fachwerkhäuser und Gehöfte des Felsendorfes Tüchersfeld schmiegen sich eng an die riesigen bizarren Felsen, über die einst die Püttlach floss, und geben ein unglaublich tolles Bild ab. Für Wanderer und Kletterer sind die Felsen mit ihren Höhlen und Karsten ein wahres Paradies. Zu den eindrucksvollen Sehenswürdigkeiten zählen beispielsweise das Naturdenkmal Teufelshöhe und der Aussichtspunkt Fahnenstein.

Unser Tipp:
Im Fränkische-Schweiz-Museum lernen Sie mehr über die Gegend und die Entstehungsgeschichte des Felsendorfes.

6. Hamburg, das "Venedig des Nordens"

Spazieren Sie an einem warmen Sommerabend durch Hamburgs Speicherstadt mit ihren historischen Bauten, zahlreichen Brücken und kleinen Booten, die die Kanäle entlang schippern. Ja, Hamburg wird nicht umsonst als "Venedig des Nordens" bezeichnet. Die deutsche Hafenstadt hat mehr Brücken als das italienische Pendant. Gut zu wissen für Feinschmecker, denn man sagt, dass es in Hamburg auch mehr italienische Restaurants gibt als in Venedig - ideal also für eine kulinarische Reise nach Italien.

Unser Tipp:
Um insbesondere die Kanäle und Gewässer zu erkunden, lohnt es sich, eine der zahlreichen Bootstouren machen, die am Hafen und an den St.-Pauli-Landungsbrücken starten.

7. Street Art in Berlin - statt in New York

Street Art gehört zu New York wie der Alexanderplatz zu Berlin. Die Kunstwerke, die bis in die 90er-Jahre oft in Nacht-und-Nebel-Aktionen an Fassaden von Gebäuden oder auf Züge gesprüht wurden, haben mittlerweile den Weg in Ausstellungsräume und Galerien gefunden. Street-Art-Galerien wie ‘The Bowery Wall Mural’ im East Village oder die ‘East Harlem Graffiti Hall of Fame’ machen als Präsentationsfläche für Graffitikunst die Stadt selbst zum Street-Art-Museum. In Berlin ist die ‘East Side Gallery’ ein sehenswertes Pendant. Auf Überresten der Berliner Mauer haben sich Künstler mit surrealen, politischen und verspielten Wandmalereien verewigt. Die ‘East Side Gallery’ ist mit 1,3 Kilometern die längste Freiluft-Galerie der Welt und steht unter Denkmalschutz. Wie in New York lohnt es sich auch in Berlin durch die Straßen zu schlendern: Dort finden Sie immer wieder eindrucksvolle Wandmalereien und Graffitis. Vor allem in Berlin-Mitte, Friedrichshain oder Kreuzberg werden Sie sicherlich fündig.

Unser Tipp:
Bei einer Street-Art-Tour durch Berlin führt Sie ein Stadtführer zielstrebig zu den schönsten Graffitis der Stadt.

8. Die weißen Sandstrände entlang der Ostsee - genauso schön wie Portugal

Die weißen Sandstrände entlang der Küste Portugals sind ein Sehnsuchtsort: Strandfans träumen von der Ruhe am naturbelassenen Strand Praia do Canto Marinho im Norden Portugals, von stundenlangen Strandspaziergängen am Praia da Bonança nördlich von Porto oder vom Sonnenbaden am Praia de Monte Clérigo an der Algarve. Was für ein Glück, dass man nicht bis nach Portugal fliegen muss, um die Sehnsucht nach Strand und Meer zu stillen. Denn die weißen Strände an der deutschen Ostseeküste können mit den schönen Stränden Portugals locker mithalten. Waren Sie schon mal an den wunderschönen weißen Ostseestränden der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst? Oder am acht Kilometer langen, weißen Sandstrand von Schönberg? Inselliebhaber finden auf Fehmarn, Rügen oder Usedom ebenbürtigen Ersatz für den Strandurlaub in Portugal. Sie werden feststellen: Wenn Sie es sich in einem Strandkorb gemütlich machen, Ihre Füße im weichen Sand vergraben und Ihnen Ostseeluft um die Nase streicht, ist die Sehnsucht nach den schönsten Stränden Portugals wie weggeblasen.

Unser Tipp:
Besuchen Sie den einzigartigen Gespensterwald am Strand des Ostseebads Nienhagen.

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