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Wie feiert man eigentlich Weihnachten in Südafrika, Schweden oder Mexiko? Wir verraten es Ihnen.

Ein reich geschmückter Weihnachtsbaum mit Kerzen, leckere Plätzchen, gemütliches Zusammensein mit der Familie, während draußen eisige Temperaturen herrschen, und bunt verpackte Geschenke: So feiern wir in Deutschland am 24. Dezember, dem Vorabend von Weihnachten, klassischerweise Heiligabend. Viele weihnachtliche Traditionen sind weltweit verbreitet – und doch gibt es in vielen Ländern regionale Besonderheiten, die wir Ihnen vorstellen möchten.

Italien

Paradies für Weihnachtsfans: In Bella Italia wird das Fest gleich viermal gefeiert! Am 6. Dezember kommt „San Nicola“, am 13. Dezember werden die Kinder von der Heiligen des Lichts, Santa Lucia, mit kleinen Geschenken bedacht,  am 25. Dezember wird das Jesuskind gefeiert und es gibt ein großes Festessen mit der ganzen Familie. Das wichtigste Symbol an Weihnachten in Italien ist übrigens nicht der Christbaum, sondern die Weihnachtskrippe – alljährlich wird diese durch neue Figuren ergänzt, da jeder die schönste Krippe haben will. Eine Besonderheit ist, dass erst am 6. Januar der Höhepunkt des Weihnachtsfestes stattfindet: Wenn die heiligen Könige im Stall angekommen sind, werden auch die Kinder endlich beschenkt – aber nicht etwa vom Christkind oder Weihnachtsmann, sondern von der alten, gutherzigen Hexe Befana, die von Kamin zu Kamin huscht. Die braven Kinder werden reichlich beschenkt, die weniger braven bekommen nur Schokolade, die stellvertretend für ein Stück Kohle steht.

Griechenland

Vor Weihnachten ist in Griechenland Fastenzeit – das Fest wird also aus mehreren Gründen herbeigesehnt. Am 24. Dezember ziehen Kinder mit Trommeln und Triangeln durch die Straßen und singen die sogenannte „Kalanda“. Abends beginnen dann die Weihnachtsfeuer, die 12 Nächte lang nachtaktive Kobolde vertreiben sollen. Die Nacht vor Weihnachten endet meist feuchtfröhlich: Viele Griechen gehen aus. Am 25.12. findet dann ein großes Festessen statt, aber Geschenke gibt es erst in der Nacht zum 1. Januar vom heiligen Vassilius. Traditionell isst man an Neujahr einen Kuchen, in den eine Goldmünze eingebacken ist – wer diese findet, dem soll für das nächste Jahr das Glück hold sein!

Weihnachtsmarkt

Holland

In Holland wird Weihnachten kaum gefeiert, dafür aber Nikolaus umso ausführlicher: Am Abend des 5. Dezember kommt „Sinterklaas“ und bereitet den Kindern eine große Bescherung. Es gibt reichlich Geschenke,  die so verpackt sind, dass nicht erraten werden kann, was sich unter der Verpackung verbirgt – das erhöht die Spannung. Außerdem ist jedem Geschenk ein Gedicht beigefügt, das von Sinterklaas „persönlich“ unterschrieben ist. Doch schon vor Nikolaus ist die Aufregung groß: Der Legende nach komm Sinterklaas, der gleichzeitig Schutzpatron der Seefahrer ist, bereits Ende November mit dem Schiff aus Spanien angereist und verteilt Süßigkeiten in die Stiefel der aufgeregten Kinder. Diese stellen als Gegenleistung seinem Pferd eine Karotte und Wasser vor die Tür – schließlich hat es eine anstrengende Reise hinter sich!

Südafrika

Merry Christmas, Geseende Kersfees, Sinifisela Ukhisimusi: In Südafrika kann man sich auf viele Arten „Frohe Weihnachten“ wünschen, und ebenso vielfältig wird Weihnachten gefeiert. Das christliche Weihachten in Südafrika ist vergleichbar mit Karneval: es wird gesungen, gelacht, getanzt. Das Festessen ist aufgrund der sommerlichen Temperaturen oft ein Barbecue am Strand, und traditionell wird am 25.12. früh morgens der Sonnenaufgang bewundert. Zwar ist der Kirchgang wichtig, aber da Weihnachten in den Jahresurlaub der meisten Südafrikaner fällt, ist die Weihnachtszeit vor allem eins: Partyzeit! Statt Tannen werden hier übrigens Baobab oder Affenbrotbäume als Weihnachtsbäume verwendet.

Mexiko

Ab dem 16. Dezember herrscht ein buntes Treiben auf Mexikos Straßen. In sogenannten „Posadas“ wird die Herbergssuche nachgestellt, es finden Umzüge, Feuerwerk und öffentliche Theateraufführungen statt. Wichtiger Bestandteil des Fests ist die „Piñata“, ein Gefäß aus Pappmaschee, das mit Süßigkeiten gefüllt an die Decke gehängt wird. Nur  wer es schafft es mit einem Stock zu zerschlagen, kommt an den leckeren Inhalt. Bei der Gestaltung der Piñata ist der Fantasie keine Grenze gesetzt: mal ist sie in Eselsform, mal sternenförmig gestaltet. Am 24. Dezember besucht man eine Mitternachtsmesse, an deren Anschluss der „Baile de la Flor“, ein Freudentanz mit Feuerwerk stattfindet. Übrigens: An Weihnachten bekommen die Kinder meist nützliche Geschenke, für Spielzeug müssen sie sich bis zum 6. Januar gedulden!

Japan

In Japan ist Weihnachten ein Fest der Liebe, aber ein irdisches – dem Partner soll gezeigt werden, wie sehr man ihn liebt. Vor allem für die jüngeren Japaner ist Weihnachten vergleichbar mit dem Valentinstag: Der perfekte Tag für Dates und Romantik. Das Familienfest findet dann an Neujahr statt. Wichtiger Bestandteil des japanischen Festes ist übrigens die Weihnachtstorte, die Geburtstagstorte für das Christkind.

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Australien

Der Weihnachtsmann in Badehose und auf einem Jetski unterwegs, Geschenke am Strand oder Bescherung am Pool, Wombats statt Elche: So sieht Weihnachten in Australien aus. Einzig die Deko erinnert an unser Weihnachten  – und der lange, weiße Bart, den der arme Weihnachtsmann trotz der Hitze trägt. Abends wird’s romantisch: „Carols by Candlelight“ heißt die australische Tradition, bei der berühmte Sänger, Chöre und Sinfonieorchester bekannte Weihnachtslieder vortragen.

England

England – Die Briten feiern ein traditionelles, familiäres Weihnachten mit Strümpfen am Kamin, Mistelzweigen, Truthahn und einer Ansprache der Queen. Gleichzeitig pflegen sie die wohl verrücktesten Weihnachtsbräuche der Welt: Beim Peter Pan Cup Swimming Race stürzen sich hartgesottene Engländer im Hyde Park für einen wohltätigen Zweck in den eiskalten See, beim Mud Race in Essex wird 400 Meter lang durch den Matsch gerannt, und beim Pram Race treten „Riesenbabys“ in einer Art Schubkarrenrennen gegeneinander an. Das Ende der Weihnachtszeit ist am 6. Januar. Dann erscheint Mari Lwyd, eine weißvermummte Person, die Rätsel stellt. Wer diese nicht richtig beantwortet, muss Mari Lwyd bewirten – und wird von ihr gebissen!

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Schweden

In Schweden bescheren nicht der Weihnachtsmann oder das Christkind, sondern die guten Hauswichtel Tomte, Tomtebisse und Nisse, denen Milchbrei vor die Tür gestellt wird, um sie zufriedenzustellen. Vergisst man dies, soll es Unglück bringen! Eine lustige Tradition spielt sich am 24.12. um 15 Uhr ab: Da versammelt sich die Familie vor dem Fernseher, um eine Donald Duck-Sendung im Fernsehen anzuschauen – vorher findet weder das Festessen noch die Bescherung statt! Heiligabend gibt es reichlich Glögg und „Julmust, ein schwedisches Limonadengetränk; dazu Bratwurst, Sülze und Hering und den traditionellen „Julkuchen“. Fenster und Türen bleiben an Weihnachten geöffnet, damit Nachbarn und Freunde Geschenke ins Haus werfen können. Anscheinend wirft man in Schweden allgemeine gerne zur Weihnachtszeit – denn am 13. Januar, dem St.-Knut-Tag, fliegt der Weihnachtsbaum aus dem Fenster!

Russland

In Russland bring Väterchen Frost die Geschenke, aber erst am 7. Januar – dann findet auch das Festessen statt, denn bis zum 6. Januar ist Fastenzeit. Dafür ist das Mahl sehr reichhaltig: Gemäß den 12 Aposteln gibt es 12 verschiedene Speisen. Weihnachten wird hier übrigens erst seit 1991 wieder gefeiert, da nach der Revolution 1917 alle religiösen Bräuche untersagt wurden. Dafür weihnachtet es heutzutage sehr in Russlands Straßen: Am Abend vor dem Fest finden traumhafte Licht-Prozessionen statt

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten – Buon natale – Kala Christougenna   – Vrolijk Kersfeest – Geseende Kersfees – Feliz Navidad – Merii Kurisumasu – Merry Christmas – God Jul – С Рождеством!