Herbst ist Weinlesezeit. Wir verraten Ihnen, wo Sie die Weinlese in Deutschland hautnah und genussvoll erleben können. Lassen Sie sich in die Welt des Weines entführen und gönnen Sie sich im Herbst einen Kurzurlaub in den schönsten Weinregionen des Landes.

Die Weinlese in Deutschland

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Die Hauptzeit der Weinlese, auch Traubenernte genannt, beginnt ungefähr Mitte September und kann sich bis Anfang November ziehen. Der Name Weinlese leitet sich aus dem „Lesen der besten (also reifen)“ Trauben ab. Grund für die lange Erntezeit über den gesamten Herbst sind die verschiedenen Reifezeiten der unterschiedlichen Traubensorten. Ausschlaggebend für den Termin kann auch das Wetter sein, bleibt es tagsüber sonnig und trocken, kann die Ernte für noch besseren Wein hinausgezögert werden. Regnet es viel, muss frühzeitig mit der Lese begonnen werden, um der Verfaulung der Trauben vorzukommen. Ein guter Winzer muss mit viel Gespür und einer hervorragenden Intuition ausgestattet sein, um das Bestmögliche aus seiner Ernte machen zu können. Heute wird größtenteils mit Erntevollautomaten gearbeitet, neben Kosten spielt Zeit dabei natürlich eine wichtige Rolle. Auch auf einen eventuellen Wetterumschwung kann so schnell reagiert werden. Weingüter, die hochklassigen Wein produzieren, setzen dennoch oftmals weiterhin auf die Lese per Hand. Nach der Ernte werden die Trauben auf direktem Weg zum Weingut gebracht, die hellen Trauben gepresst und die roten noch einige Tage eingelagert, bevor sie weiterverarbeitet werden.

Wo der Wein wächst: Die schönsten Weinregionen Deutschland

Deutschland hat neben seinem Ruf, ein Land des Bieres zu sein, auch im Weinanbau einige Spitzengebiete vorzuweisen. Insgesamt werden dreizehn große Weinbaugebiete hierzulande gezählt. In allen lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall, wir stellen Ihnen hier aber nur die fünf größten und bekanntesten Regionen vor.
Zum ersten sei hier die Pfalz zu nennen, die für ihren Wein nahezu jedem bekannt ist. Dort erstreckt sich das Weinbaugebiet auf über 23 Hektar. Ein Viertel aller deutschen Weine wird alleine in diesem Bundesland produziert, besonders für den Riesling und den Traminer ist es bekannt. Auch namhaft ist die Mosel-Region, das älteste Weinbaugebiet Deutschlands. Besonders die steilen Hänge, dicht bepflanzt mit Reben, sind sehenswert und prägen das Gesamtbild. Rund 9 Hektar sind dem Weinanbau dort eingeräumt. Auch hier wird Riesling angebaut, daneben Müller-Thurgau, Weißer und Blauer Burgunder. In Franken findet sich ein weiteres Weinanbaugebiet, das sich über 6 Hektar erstreckt, jedoch immer wieder unterbrochen und auf verschiedene Stellen der Region aufgeteilt ist. Hier wird eher weniger Riesling, dafür mehr  Silvaner und Müller-Thurgau produziert. Zu erkennen ist ein Frankenwein auch äußerlich – an der typischen Bocksbeutelflasche.

Rotwein-Liebhaber aufgepasst!

Württemberg lohnt sich vor allem für alle Rotwein-Liebhaber – die meisten von ihnen stammen nämlich von hier, so zum Beispiel der Trollinger und der Lemberger. Auch klassische Weißweine, wie der Riesling, werden hier angetroffen. An den Hängen des Neckars liegen die schwäbischen Weinberge und Weingärten, die insgesamt über 11 Hektar einnehmen. Das Weinbaugebiet Baden beginnt bei Heidelberg und zieht sich mit über 15 Hektar bis an den Bodensee. Damit gilt es flächenmäßig als das längste Gebiet Deutschlands. Vor allem Weißwein wird hier produziert, Grauburgunder und Müller-Thurgau. Baden hat als einziges deutsches Weingebiet den Status der Weinbauzone B der europäischen Union, zu der berühmte Gebiete wie die Champagne oder das Burgund-Tal gehören.

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Bei einem Besuch in einem der schönen Weingebiete in Deutschland kann einiges geboten sein – je nachdem wofür man sich entscheidet. Wer sich vom Alltag erholen möchte, kann sich in einem Winzerhof ein Zimmer oder eine kleine Ferienwohnung mieten. So ist man  „mitten im Geschehen“ und kann viele verschiedene Angebote wahrnehmen: bei den vielen wunderschönen Weinfesten im September und Oktober, sollte man sich keinen kulinarischen Genuss entgehen lassen. Von der ersten Probe des neuen Weines, dem Federweißer, über verschiedene herzhafte Leckereien wird dort viel angeboten.

Wer neben dem Schlemmen auch selbst aktiv sein möchte, der kann bei einer Weinlesemitanpacken: Viele Weingüter bieten Touren für Interessenten an, bei denen man mithelfen und etwas über Wein lernen kann. Auch die Möglichkeit, an einem der Verköstigungs-Ausflüge durch die Weinberge teilzunehmen besteht genauso wie auf einer Wanderung oder einer Radtour die Gegend auf eigene Faust zu erkunden. Wer einen Winzerort besucht, stößt auch auf viele Sehenswürdigkeiten abseits der Weinberge: Weinmuseen, Vinotheken und Burgen stehen häufig zur Besichtigung bereit.

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Machen Sie den Herbst zu einem goldenen Herbst und planen Sie einen Ausflug in diese herrlichen Regionen!

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