Das Allgäu bietet Wanderungen für alle Ansprüche: gut ausgebaute Wanderwege für Kinderwagen und ältere Urlauber bis hin zu hochalpinen Bergwanderungen und Klettersteige. Besonders interessant wird es, wenn man sich in einer Mehrtagestour in den entlegeneren Bereich der Allgäuer Alpen aufmacht.
Hier unsere Favoriten:
Hoher Ifen (2230m)
Die außergewöhnliche Form dieses Berges machen die Wanderung so reizvoll. Man startet bei der Talstation der Ifenbahn nahe Hirschegg im Kleinwalsertal. Durch die mächtigen Gottesackerwände steigt man auf ein leicht geneigtes Hochplateu an dessen Ende sich der Gipfel des Hohen Ifen befindet. Zurück über das Schwarzwassertal.
Rund um den Großen Widderstein (2533m) – und ganz hinauf für Mutige
Am Ende des Kleinwalsertals thront der Widderstein. In Baad, dem hintersten Ort des österreichischen Tals, das man mit dem Auto nur von Deutschland aus erreicht, starten wir. Durch das Bärgunttal geht es auf den Hochalppass. Von da optional nochmal 500m in leichter Kletterei auf den Großen Widderstein. Auf diesem Abschnitt ist wegen der Steinschlaggefahr ein Helm empfehlenswert. Der Rückweg durch das Gemsteltal komplettiert die Umrundung des Widdersteins – eine wuunderschöne, aber sehr lange Tour.
Hüttentour: Hohes Licht – Heilbronner Weg – Mädelegabel – Großer Krottenkopf
Für uns die schönste Tour im Allgäu. An drei Tagen geht es über den Allgäuer Hauptkamm und nebenbei auf einige der höchsten Gipfel in der Region.
Start ist in Einödsbach im Stillachtal, der südlichsten Siedlung Deutschlands. Auf der ersten Etappe steigt man zur Rappenseehütte (2091m) auf, die idyllisch an einem Bergsee gelegen ist. Wer nicht ausgelastet ist, kann als Nachmittagsprogramm den Rappenseekopf und Hochrappenkopf besteigen.
Am zweiten Tag geht es weiter bergan zum Heilbronner Weg. Optional macht man zu Beginn der Etappe noch einen Abstecher auf das hohe Licht (2651m). Es folgt die interessanteste Passage des Heilbronner Wegs mit Seilversicherungen, leichten Kletterstellen, einer Leiter und Brücke als Highlight. Nach einer Pause auf dem Bockkarkopf (2609m) geht es über den Schwarmilzferner, dem einzigen verbliebenen Gletscher der Region.
Wer noch kann, der steigt an dessen Ende in leichter Kletterei auf die Mädelegabel (2645 m) und genießt von oben den Ausblick auf den Gletscher und die benachbarte Trettachspitze, die „richtigen“ Bergsteigern vorbehalten ist. Der weitere gemütliche Verlauf des Wegs führt zum Etappenziel Kemptner Hütte (1844 m). Am dritten Tag kann man den nahgelegenen Großen Krottenkopf, mit 2656m der höchste Gipfel im Allgäu besteigen oder direkt über Spielmannsau nach Oberstdorf absteigen.
Hindelanger Klettersteig
Für die Kletterfreunde sind der 2-Länder Klettersteig an der Kanzelwand, der Salewa Klettersteig am Iseler, der Mindelheimer Klettersteig und der Hindelanger Klettersteig optimale Herausforderungen im Allgäu. Der Hindelanger Klettersteig ist ein Klassiker mit gesicherten Klettersteigpassagen und ungesicherter leichter Kletterei mit luftigen Passagen. Von der Bergstation der Nebelhornbahn (ab Oberstdorf) dauert die Überschreitung der Wengenköpfe bis zum großen Daumen je nach Verkehr und Klettertempo ca. 4-5 h. Auf normalen Wanderwegen gehts zurück zur Nebelhornbahn. Eine aufregende Tour mit tollen Aus- und Tiefblicken. Die Oberstdorfer Bergschulen bieten wöchentlich geführte Touren an.
Übrigens: Von Oberstdorf kann man auf dem Europäischen Fernwanderweg 5 (E5) die Alpen in 5-7 Tagesetappen überqueren. Organisierte Touren kann man in den Bergschulen im Oberallgäu buchen.