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Gay Guide für London

Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in dieser LGBTQ+ freundlichen Stadt

Simon Gage Reise- und Lifestyle-Autor und Reiseredakteur für das britische Magazin 'Gay Times'

Wenn Sie in London nicht LGBTQ+ sein können, wo sonst? London zählt zu den beliebtesten Homohauptstädten Europas und hier lebt eine der größten LGBT-Community der Welt. Menschen können sein, wie sie sind, egal mit welchem Buchstaben sie sich identifizieren oder woher sie kommen. Das gilt für so ziemlich alle Gegenden der Stadt (obwohl es natürlich ratsam ist, grundsätzlich einen kühlen Kopf zu bewahren, wenn Sie in der Nachbarschaft unterwegs sind, aber das wissen Sie bestimmt bereits).

LGBTQ+ freundliche Hotels in London

Was die Übernachtungsmöglichkeiten angeht, wenn Sie im Herzen der Londoner LGBTQ+ Szene sein und kein Vermögen dafür ausgeben möchten, empfiehlt sich das Z Hotel Soho oder das Z Hotel Piccadilly. Die meisten Zimmer sind sehr klein und in manchen wird sogar auf den Luxus eines Fensters verzichtet. Trotzdem sind die Zimmer stilvoll eingerichtet und die Gäste befinden sich mitten im Geschehen. Noch preiswerter ist das Generator London Hostel – von hier aus sind Sie mit dem Bus schnell bei King's Cross und Soho. Verfügen Sie über ein größeres Budget, lohnt es sich, einen Blick auf das Radisson Blu Edwardian Hampshire Hotel  zu werfen. Es befindet sich direkt an der Seven Dials, dem netten Fleckchen zwischen Soho und Covent Garden, unweit der Soho Gay- und Lesbenbars. Aus Erfahrung kann ich Ihnen sagen, dass es nach einer Partynacht nie schadet, Ihr Hotel in der Nähe zu haben.

Schwulenbars und Gay Clubs in London

Das bekannteste Lesben- und Schwulenviertel in Londons ist Soho. Hier gab es im 18. Jahrhundert viele Bordelle und auf den Straßen wimmelte es von Unruhestiftern. Heute ist es ein kosmopolitisches und modernes Stadtviertel, das einfach zu erkunden ist, denn im Wesentlichen gibt es vier interessante Straßen: von der Wardour Street im Westen bis zur Greek Street im Osten. Wie kann man sich an die Anordnung erinnern? Das ist ganz leicht: We (Wardour) Don’t (Dean) ein Wort das mit F beginnt (Frith) Greeks (Greek). Sehr unhöflich, sehr unwahr, aber äußerst praktisch, wenn man aus einer Bar in der Old Compton Street stolpert.

Die Old Compton Street ist eine Hauptverkehrsstraße und an Wochenenden ist hier so viel los, dass man denken könnte, es wäre Gay-Pride, obwohl es ein ganz normaler Samstagabend ist. Sie zählt zu den klassischen Gay Village in London und natürlich gibt es hier viele Schwulenbars: G-A-Y Bar für Junggebliebene (hier benötigt man kein großes Budget), Comptons für etwas ältere Herren in Jeans-, Leder- oder Karohemden gekleidet und manchmal auch oben ohne. The Admiral Duncan für Fans von Dragqueens. Dann gibt es noch The Duke of Wellington – liebevoll bekannt als The Welly – wo Sie draußen stehen, die Laufkundschaft beobachten und die Schauspieler von Les Misérables bei einer Zigarettenpause (auf Englisch fag break) gegenüber beobachten können.

An der Wardour Street befindet sich das Freedom mit gemischtem und ausgefallenerem Publikum. An der Frith Street finden Sie die Schwulenbar Circa Soho, ideal für einen Drink unter der Woche und coole Partys an Wochenenden. Schauen Sie auch in der LGBTQ+ Lounge Circa Embankment vorbei. Gleich um die Ecke von der Rupert Street Bar befindet sich The Village – beide werden im internationalen Gay-Stil geführt. Hier geht es lustig und lebhaft zu. Auszeichnungen für Innendekoration werden diese Lokale allerdings nie erhalten. Aber die Innendeko ist bestimmt nicht das Wichtigste bei einer queeren Kneipentour. Übrigens gibt es hier auch interessante Schwulenläden wie Clone Zone, Prowler und Regulation mit einem großen Angebot an Clubwear, frechen Grußkarten, Büchern, Fetischmode und vielem mehr. 

Da wir gerade von Schwulenbars sprechen, möchte ich auch das Café Boheme erwähnen. Dieses Lokal an der Ecke von Greek Street und Old Compton Street zählt zwar nicht zu den typischen Gay-Bars, ist aber der ideale Ort, um inmitten von gemütlichem Ambiente die LGBTIQ+ Szene zu beobachten. Queeren Foodies empfehle ich, Balans zu besuchen. An der Old Compton Street gibt es sogar zwei dieser LGBTQ+ Restaurants. An einigen Tagen hat das kleine Restaurant 24 Stunden am Tag geöffnet, ideal, um den Hunger nach einer Partynacht zu stillen. Es gibt auch einen lesbischen Treffpunkt (schwieriger zu finden als ein Einhorn), die SheBar alias She Soho. Die Lesbenbar befindet sich an der Old Compton Street, gleich um die Ecke von der kleineren Ku Bar – die größere (mit Außenterrasse und allem Drum und Dran) befindet sich an der Shaftesbury Avenue in Chinatown. In den letzten Jahren gab es einige auffällige Schließungen von LGBTQ+ Locations, aber wie Sie sehen, boomt die queere Szene weiterhin.

Wenn Sie Nachtschwärmer sind und vorhaben, später auszugehen, z. B. im Heaven in der Nähe der Charing Cross Station (möglicherweise der berühmteste Gay-Nachtclub Europas) oder im G-A-Y Late in der Nähe der Tottenham Court Road, halten Sie auf der Old Compton Street Ausschau nach den Flyerverteilern – mit etwas Glück ergattern Sie ein Armband, mit dem Sie einen guten Rabatt erhalten.

Für eine großartige Gay-Clubnacht empfehlen sich die Gay-Partys in Vauxhall. Tagsüber ist hier nicht viel los (es tut mir leid für die Geschäfte und Restaurants dort, aber es ist nun mal so), doch nachts wird die Gegend zum Leben erweckt und es gibt eine große Auswahl an angesagten Clubs: Der Underground Club The Union ist sieben Tage in der Woche geöffnet und veranstaltet sonntagnachmittags gewagte Events wie Hard On und SBN. Bis spät in die Nacht wird im Fire die Tanzfläche unsicher gemacht. Überprüfen Sie allerdings die Inserate vorher, denn es werden auch Events veranstaltet, die nicht speziell für LGBTQ+ Gäste sind. Viel Spaß und gute Stimmung gibt es bei Royal Vauxhall Tavern, im The Eagle, in der Horse Meat Disco und auf der Duckie-Nachmittagsparty. Lustig geht es auch in The Cock zu –  eine originelle Bar mit aufmunternder Musik und bunt gemischtem Publikum. In Zeitschriften und Apps für queere Menschen finden Sie weitere Informationen zu den angesagtesten Events, Partys usw. – in London wird es nie langweilig.

Glamouröse und moderne LGBTQ+ Nächte verspricht The Glory mit alternativen Drag-Shows in der Nähe von Dalston. In dieser Gegend befinden sich auch Clubs wie Feel It bei Omeara in der Nähe der London Bridge, bei dem Sie freitags vorbeischauen können und Adonis, eine kultige, queere Party, die in verschiedenen Locations gefeiert wird. Nicht vergessen: Es lohnt sich, alle Inserate zu den aktuellen Events und Partys in Ihrer Nähe zu überprüfen.

Noch ein kleiner Tipp: Wenn Sie in der Londoner LGBTQ+ Szene unterwegs sind, denken Sie daran, dass viele der U-Bahnen freitags und samstags die ganze Nacht durchfahren – Ihr Taxi-Geld können Sie also für einen weiteren Drink ausgeben.

Theater, Komödie, Kunst und Kultur

Sie wissen bestimmt bereits, dass es in London unzählige Theater gibt. Das West End (Shaftesbury Avenue, direkt neben Soho und die angrenzenden Straßen) konkurriert nur mit dem Broadway: von weltberühmten Musicals wie Les Misérables und Mary Poppins bis hin zu Hollywood-Stars in spektakulären Outfits – vom The Theatre Royal Haymarket bis zum National Theatre unten an der Southbank.

Wenn Sie sich für moderne LGBTQ+ Kulturabende interessieren, werfen Sie einen Blick auf das Programm vom Soho Theatre in der Dean Street, wo Drag-Shows, Aufführungen rund um das Thema Gendergleichheit sowie Komödien und Musikevents stattfinden. Im Erdgeschoss gibt es eine nette Bar.

Das wichtigste LGBTQ+ Filmfestival in London ist Flare. Das Festival wird vom British Film Institute hauptsächlich vom Southbank HQ, dem National Film Theatre, aus veranstaltet und findet in der Regel im März statt. Das abwechslungsreiche Programm umfasst Filme aus aller Welt – von düsteren queeren Dokumentarfilmen bis hin zu lustigen Komödien. Es ist absolut lohnenswert hier vorbeizuschauen, selbst wenn man nur die mitreißende Atmosphäre genießen und sich vor oder nach einem Film unter die Leute mischen möchte.

Londoner Museen genießen Weltruhm: von der National Gallery über das Victoria & Albert Museum bis hin zum British Museum. Der Eintritt ist in der Regel kostenlos. Im Pride-Monat werden oft queere Führungen angeboten und LGBTQ+ Veranstaltungen organisiert. Es gibt sogar – und das ist ziemlich neu in der Museumswelt – ein LGBTQ+ Museum namens Queer Britain im erneuerten Bereich von Kings Cross. Das queere Museum ist auf jeden Fall einen Besuch wert, selbst wenn Sie hier nur einkaufen gehen und sich einen Cocktail gönnen. 

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