Interview mit Cordula Christoph vom Deutsche Weinstraße e.V.

 

Deutsche Weinstraße liegt am Fuße des Pfälzer Waldes, nahe der französischen Grenze. Am besten erlebt man die 85 Kilometer lange Strecke mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Aber wer brachte eigentlich den Wein in die Pfalz? Was hat Napoleon mit seiner Qualität zu tun? Und was soll „Vinorobic“ bedeuten? Cordula Christoph vom Deutsche Weinstraße e.V. gibt Antworten.

weg.de: Wie kam der Wein in die Pfalz?
Christoph: Mit den Römern. Im Jahr 35 nach Christus sollen sie angefangen haben, die Wildreben hierzulande zu kultivieren. Zur Zeit der Fürstentümer diente Wein als Grundnahrungsmittel und wurde mit Wasser vermischt. Da jährlich der Weinzehnt abgegeben werden musste, wurden die Trauben geerntet, ob sie nun reif waren oder nicht. Erst unter Napoleon, als die Pfalz zu Frankreich gehörte, wurde der Weinzehnt abgeschafft. Die berühmte Familie Jordan führte dann die Weinlese nach Reifegrad und Qualität ein. Dies hatte natürlich einen enormen Einfluss auf den Geschmack des produzierten Weines. Er erlangte Weltruhm. Der pfälzische Rieslinger war zur Zeit der letzten Jahrhundertwende der teuerste der damaligen Welt gewesen.

weg.de: Und seit wann gibt es die Deutsche Weinstraße?
Christoph: Die Deutsche Weinstraße ist die erste und bekannteste Ferienstraße Deutschlands. So benannt wurde sie wahrscheinlich 1935: Der Grund war die Weltwirtschaftskrise. Absatzprobleme zwangen die Winzer damals zu besonderen Ideen. Damit war die Weinstraße geboren. 1936 folgte dann der Bau des Deutschen Weintores in Schweigen.

weg.de: Stammt aus jenem Jahr auch das größte Weinfass der Welt?
Christoph: Nicht ganz. Es wurde ein Jahr vorher, 1935, im Kurort Bad Dürkheim gebaut und hat ein Fassungsvermögen von 1,7 Millionen Litern. Von Anfang an diente das Fass als Gaststätte und ist heute ein Touristenmagnet. In Bad Dürkheim findet auch jedes Jahr im September das größte Weinfest der Welt, der so genannte Wurstmarkt, statt.

weg.de: Warum kommen die Urlauber sonst an die Weinstraße – doch nicht nur wegen des Weins?
Christoph: Wir haben viele Attraktionen, zum Beispiel „wellVINess“. wellVINess, das heißt totale Entspannung durch gesunde Ernährung, Gymnastik und Wellness-Anwendungen – wobei der Wein als Grundlage eine wichtige Rolle spielt: Therapeuten und Küchenchefs verwenden für Wohlfühlprogramm und Speisenbereitung hochwertige Produkte aus dem Weinbau, zum Beispiel Traubenkernöle, Weinessige oder auch spezielle Entwicklungen wie den „Winzertee“.

weg.de: Und was ist „Vinorobic“?
Christoph: Ein ganz besonderes Wohlfühlprogramm: Grundlage dieser neuen wirbelsäulengerechten Fitness- und Entspannungsgymnastik sind angedeutete Arbeiten eines Winzers im Jahreskreis. Das bedeutet: Wer „Vinorobic“ macht, ahmt nach, wie ein Winzer lebt und arbeitet. Das macht Spaß und hält fit.

weg.de: Wann ist die beste Zeit um die Deutsche Weinstraße zu besuchen?
Christoph: Entlang der gesamten Weinstraße lässt ein überdurchschnittlich mildes Klima im Frühjahr die Mandelbäume blühen und im Sommer neben den Weintrauben verschiedenste exotische Früchte wie Feigen, Kiwis und Pfirsiche gedeihen. Die Hauptreisezeit ist allerdings der Herbst. Denn im September und Oktober ist entlang der gesamten Weinstraße Weinlesezeit.

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