Trotz Napoleon: Venedig ist und bleibt die Hauptstadt der Kanäle und des Karnevals.

In Venedig nur plätschernde Wasserwege zu bestaunen, würde der Stadt nicht gerecht werden. Denn zwischen den Lagunen liegt Bella Venezia: beeindruckende Plätze wie der Dogenpalast, die Seufzer-Brücke oder die weltberühmte Piazza San Marco. Zusammen mit der L-förmig zum Hafen hin angelegten Piazzetta bildet der „Markusplatz“ das Herz Venedigs. Schon Napoleon sagte über ihn, er sei „der schönste Salon Europas, dem als Decke zu dienen nur der Himmel würdig ist.“

Der Frevel des Imperators

Daran, den Karneval von Venedig zu verbieten, hinderte den Imperator seine Bewunderung gleichwohl nicht: 1797 untersagte Napoleon das frivole Treiben, das damals in ganz Europa Seinesgleichen suchte. Er unterbrach damit eine Tradition, die bis ins 13. Jahrhundert zurück reicht: Schon im späten Mittelalter dauerte das mystische Maskenspiel auf der Piazza bis zu sechs Wochen. Aufregende Akrobatik und flammendes Feuerwerk inklusive: Höhepunkt des venezianischen Karnevals war der „Engelsflug“, bei dem Artisten auf einem über dem Platz gespannten Seil balancierten. Nicht immer, so ist in Geschichtsbüchern zu lesen, ging dieses tänzelnde Spektakel für die Künstler glimpflich aus.

Das schreckt indes auch die Artisten der Jetztzeit nicht: Seit 1979 ist Venedig wieder die europäische Hauptstadt des Karneval. Venezianer und Touristen stolzieren wieder in liebevoll gestalteten Verkleidungen über die Brücken der Stadt. Sie fahren in Gondeln unter ihnen hindurch. Sie strömen über den Markusplatz – in solcher Anzahl, dass Ortskundige raten, Venedig doch in einem anderen Monat als dem Februar zu besuchen. Sie haben noch das ganze Jahr über Zeit!

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