Balnea salus – im Bade ist Heil, sagten die Römer. Schon früh erkannten sie die heilende Wirkung der pannonischen Thermalquellen.
Die Osmanen begründeten dann die Badekultur der Ungarn: Viele Bäder aus dem 16. Jahrhundert stehen hier noch heute, die prächtige orientalische Architektur und der Luxus der mittelalterlichen Badehauskultur sind bemerkenswert.
Dabei war das Bad schon bei den Römern, nicht nur Stätte der Reinigung, sondern ein Ort des Wohlbefindens und der Geselligkeit. Das Rudas-Bad in Budapest wurde 1550 von Pascha Mustafa errichtet, die achteckige Schwimmhalle mit der zehn Meter hohen Kuppel war wie zur Zeit der Türkenherrschaft bis vor kurzem nur Männern vorbehalten. Inzwischen dürfen auch die Damen baden, am Dienstag ist Frauentag und am Wochenende ist das Bad für alle offen.


Bohrende Bademeister

Aus der Mitte des 16. Jahrhunderts stammt auch das Király-Bad, das einstige Königsbad von Pascha Arslan, dessen Kuppeln architektonische Meisterwerke sind. Auch die im Herzen der malerischen Altstadt von Eger gelegene Badeanlage geht auf die osmanische Zeit zurück. Während Budapest und Eger schon im Mittelalter bekannte Kurorte waren, wurden die Quellen in der Provinz oft durch Zufall bei Bohrarbeiten erst ab Mitte des 18. Jahrhunderts erschlossen.Zu den ältesten Bädern gehört das westungarische Hévíz, dessen natürlicher Thermalsee der zweitgrößte der Welt ist.

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