Kunst statt Schiffe versenken vor der Küste Cancúns. In bis zu neun Metern Tiefe sind über 400 Skulpturen im Meeresboden verankert.

Die mexikanische Karibikküste hat nicht nur traumhafte Strände, exotische Palmen und türkisblaues Meer zu bieten, sondern auch ein Museum der besonderen Art: Es befindet sich komplett unter Wasser.

In bis zu neun Metern Tiefe sind im „Museo Subacuático de Arte“ (MUSA) zwischen Cancún und der Isla Mujeres über 400 Skulpturen im Meeresboden verankert – ein Werk des Tauchlehrers und Künstlers Jason de Caires Taylor.
Das neuste Ausstellungsstück ist eine Skulptur, die die Form eines VW Käfer hat – eine Art Denkmal für die Automarke, die lange in Mexiko produziert wurde und dort immer noch sehr verbreitet ist. In Löchern in den Seiten des „Autos“ können Langusten und sonstige kleine Meeresbewohner es sich gemütlich machen. Neben den Rädern des umweltfreundlichen Käfers sind größere Löcher eingearbeitet – damit auch Hummern der Eintritt nicht verwehrt bleibt. Das Dach ist so beschaffen, dass Korallen sich dort problemlos ansiedeln können. Ebenso soll es bei der Statue mit dem Namen „Gärtnerin der Hoffnung“ geschehen – sie ist umringt von leeren Blumentöpfen, in denen Korallen und Unterwasserpflanzen für ein Farbenmeer sorgen. Rote Feuerkorallen, die in 72 Löcher eingepflanzt wurden, wecken beim „Brennenden Mann“  die Illusion von Flammen, die aus seinem Körper schlagen.

Explosiv scheinen die neusten Installationen:

In vier Metern Tiefe finden sich Nachbildungen von Bomben und Minen. Die Unterwasserbomben stellen ein Symbol für die Zerbrechlichkeit der Unterwasserwelt dar. Zugleich siedelt sich in den reell tötenden Objekten unter Wasser neues Leben an: Fische können darin Unterschlupf finden.
Die erste Installation des Museums, „Silent Evolution“, wurde 2009 am Meeresboden aufgestellt. Die 403 lebensgroßen Figuren stellen Menschen verschiedenste Kultur-, Berufs- und Altersstufen dar. Durch den Namen wird auf der einen Seite die Evolution der Menschheit thematisiert, auf der anderen Seite auch die stille Entwicklung der Statuen unter Wasser hervorgehoben: Mit der Zeit haben sich wie geplant  Korallen und Algen ausgebreitet.
Einen sozialkritischen Hintergrund gibt es bei der Reihe „What have we done“, die unter anderem einen trägen Mann mit Burger und Pommes vor einem Fernseher und zum anderen ein ratloses Kind vor einem Müllberg zeigt.

Das Unterwassermuseum bei Cancún ist das größte seiner Art, aber nicht das einzige.

Hier unsere TOP 3 für kunstinteressierte Tauch- und Schnorchelfreunde:

1. Vor Grenada hat Jason deCaires Taylor ebenfalls eine menschliche Skulpturenwelt erschaffen.
2. In den Tauchgebieten vor Key Largo steht eine 3 Meter hohe Bronze Statue mit dem Namen „Christ oft the Abyss“.
3. Vor der unbewohnten Karibikinsel Isla Contoy, ca. 30 km nördlich der Isla Mujeres, entsteht derzeit ein Schiffsmuseum unter Wasser.

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