Sisis Liebe zu Ungarn rettete nicht nur das Habsburgerreich…Sisi verbrachte hier mehr Nächte als in Schönbrunn. Es sollen ungefähr 2000 Nächte gewesen sein, in denen sie hier mit, aber auch ohne, ihren Franzl geschlafen hat. Das Königliche Schloss Gödöllö liegt etwa 30 Kilometer von Budapest entfernt.

Es wurde für die junge Königin zu einem Ort der Freiheit, zu einer Oase des Glücks. Hier fühlte sie sich wohl und genoss in vollen Zügen die von ihr so geliebte ungarische Natur. Die Personifikation ihrer Liebe zu Ungarn und zum Kaiser war Marie Valerie, ihre dritte Tochter.

Wer heute durch die antiken Gemäuer des Königlichen Schlosses Gödöllö schweift, fühlt sich in die vergangene Epoche zurückversetzt. Goldene Kronleuchter, imposante und farbenfrohe Verschnörkelungen, die Säulen, Wände und Möbel zieren, beeindrucken mit barockem Charme. Auch der Schlosspark zeugt von damals. Die Holzveranda, mit wilden Weinreben bewachsen, ist über einen Gang mit der Reithalle verbunden. Über diesen, mit zahlreichen Statuen geschmückten Gang, gelangte die Königin auch bei schlechtem Wetter zu ihren Lieblingspferden. Bei der Gestaltung des Südparks wurde jeder ihrer Wünsche berücksichtigt. Dementsprechend verspielt und schön ist auch sein Anblick. Der Nordpark hingegen, die Seite des Königs, ist einfach gestaltet.

Das ungarische Hofpersonal las seiner Königin jeden Wunsch von den Augen ab. Es sollte Sisi an Nichts fehlen. Je nach Jahreszeit wurden die Blumenbeete mit ihren jeweiligen Lieblingsblumen bepflanzt. Heute sind in einem Blumenbeet noch die Marmortafeln zu sehen, unter denen die beiden Lieblingshunde der Königin begraben sind.
Die schöne Frau dankte den Ungarn ihre Verehrung mit großer Zuneigung. Hier fühlte sie sich zu Hause. Tagsüber genoss sie die wunderbare Umgebung und verbrachte viel Zeit in der Natur. Sofern es ihre Gesundheit zuließ, unternahm sie lange Wanderungen oder Ausritte durch die Wälder. Am liebsten durchstöberte sie die als Wildpark angelegte Fasanerie im Unterpark. Diese trennt das Schloss von dem Städtchen.

Wie im Märchen!

Noch heute zeugt ein extra angelegter Elisabeth Park von der Beliebtheit der schönen Königin von damals. Doch wie kam es eigentlich dazu? Ungarn war ja eigentlich jeher ein Dorn im Auge des multiethnischen Habsburgerreiches gewesen. Sisi aber interessierte sich schon immer für das schöne Land. Mit 26 begann sie die ungarische Sprache zu erlernen, die sie bald sehr gut beherrschte. Als sich 1866 Österreich in einer schweren Krise befand und zu zerbrechen drohte, führten ihr Engagement für Politik und ihre Liebe zu Ungarn das Habsburgerreich aus der Krise. Die junge Kaiserin setzte sich sehr für einen österreichisch-ungarischen Ausgleich und für besondere Rechte und Freiheiten Ungarns ein. Die Situation zwischen Wien und Budapest entspannte sich. Das Reich wurde in zwei gleichberechtigte Teile geteilt und es entstand eine Doppelmonarchie.

Nun stand der Verwirklichung eines Märchens nichts mehr im Wege. Im Juni 1867 wurden Franz Joseph und Elisabeth in Budapest zu König und Königin von Ungarn gekrönt. Sisis größter politischer Triumph wurde vom ungarischen Staat mit einem Krönungsgeschenk gedankt. Das Schloss Gödöllö und der gesamte umliegende Besitz wurden dem Königspaar als Sommerresidenz zur Verfügung gestellt. Damit das Schloss eine Oase der Erholung sein konnte, wurden viele Laub- und immergrüne Bäume und Büsche rund um den Besitz gepflanzt. Eine zusätzliche Basteimauer sollte dem Paar einen ungestörten Aufenthalt garantieren. Das Konzept war erfolgreich: Zehn Monate nach der Krönung kam Marie Valerie zur Welt.

„Ungarisches Kind“ nannte Sisi liebevoll ihre jüngste Tochter und erzog sie in ungarischer Sprache. Sie war ihr Lieblingskind. Marie Valerie verkörperte für ihre Mutter Freiheit und Ungarn.

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