Turin will entdeckt werden. Die Hauptstadt des Piemont präsentiert sich noch sehr ursprünglich. Erleben Sie pures Norditalien!

Wie in einem Schaukelstuhl ruht der Obst- und Gemüseverkäufer zwischen den Kisten hinter seinem Stand. Die Augen geschlossen, das rot-weiß gestreifte Hemd halb offen. Prächtiger Salat und grünglänzende Trauben türmen sich auf den Tischen um ihn herum. Eine feine Leinenmarkise schützt Händler und Ware vor der mittäglichen Sonne. Mit dem zaghaften „Ciao“ einer älteren Dame wacht der Mann auf. Er entschuldigt sich für seine Schläfrigkeit, wischt sich einen Schweißtropfen von der Stirn und packt die roten Zwiebeln in eine Tüte.

Es ist Sonntag – Markttag auf der Piazza di Città in Turin. Eine Verkäuferin preist ihre neuen Raviolisorten an  – mit Rucola-Frischkäsefüllung, am Nebenstand probiert einer das Stück Käse, das ihm großzügig angeboten wird. Die Turiner haben Zeit. Es ist nicht nur der Einkauf für das Sonntagsessen, den sie hier machen. Man plaudert, lacht, tauscht Neuigkeiten aus. Wie in einem Dorf kommt sich der Reisende vor, und ist doch in einer Großstadt.

Eine Millionen Einwohner hat Turin, die Hauptstadt der Region Piemont, die sich, ganz nach der italienischen Bedeutung „am Fuß der Berge“, südlich der Alpen erstreckt. Das Piemont ist die Heimat der teuren Trüffel, des Baroloweins und der Ferrero-Produkte und ist deshalb unter Gourmet-Urlaubern schon länger beliebt. Von Turin selbst wissen die meisten indes nur zwei Dinge: dass Juventus und Fiat hier her kommen. „Juve“, der erfolgreiche Fußballverein Italiens und Fiat, der führende italienische Automobilkonzern.

Es gibt viel zu entdecken!

Das Image, eine unattraktive Industriemetropole zu sein, hat Turin jedoch zu Unrecht. Jugendstil-Villen säumen das Ufer des Po, der 55 Hektar große Stadtpark Parco del Valentino dehnt sich entlang des Flusses aus, prächtige Barockbauten schmücken vielerorts das alte Zentrum. Arkadengänge von insgesamt 18 Kilometer Länge säumen die Straßen. Hier sitzen abends die Familien bei einem „Aperitivo“ – der alkoholische „Magenöffner“ wurde vor über 200 Jahren in Turin erfunden.

Wahrzeichen der Stadt ist die „Mole Antonelliana“. Sie ist das Werk des exzentrischen Baumeisters Antonelli. Der monumentale Kuppelbau sollte ursprünglich eine Synagoge werden und weniger als ein Drittel seiner heutigen Höhe von 167 Metern haben. Heute befinden sich in dem tempelartigen Bauwerk das nationale Kinomuseum und ein Lift zur Aussichtsplattform. Von hier aus hat man einen grandiosen Ausblick über die ganze Stadt und die Alpen.

Bekannt ist Turin auch wegen des Heiligen Grabtuches. Es wird in der Kappelle della Sacra Sindone im Dom San Giovanni Battista aufbewahrt. Angeblich zeigt es den Abdruck Christi. Im Original war das Tuch zuletzt im Jahr 2000 zu sehen, eine Kopie des Leichentuchs hängt am Eingang des Doms.

Zwei wichtige Museen beherbergt der Palazzo dell’Accademia delle Scienze. In den unteren Stockwerken befindet sich das ägyptische Museum. Es ist das bedeutendste Europas und hat nach dem Kairoer die zweitgrößte altägyptische Sammlung der Welt. Die Galleria Sabauda im zweiten und dritten Stock ist eine bedeutende Pinakothek mit Werken von Rembrandt, Giovanni Bellini und Tintoretto.

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