Entlang der Küste von Alanya nach Antalya liegen die schönsten Badeorte der Türkei.

An 300 Tagen im Jahr bestrahlt hier die Sonne das Meer. Und die Reichtümer, die hinter der Küste liegen.

Safran, Pinienkerne, gemahlene Muskatnuss, Kreuzkümmel und noch viel mehr. Das Angebot des Bahartci, des Gewürzhändlers scheint unendlich. Der würzige Duft, der über dem hektischen Basar hängt, zieht sich durch die Häuserschluchten und vermischt sich mit der trockenen Nachmittagsluft.

Zwischen den bekannten Gewürzen findet sich auch Exotisches: Auf die Frage was in aller Welt denn Pul Biber sei, antwortet der bärtige Gewürzhändler auf Türkisch. Ein einheimischer Jugendlicher übersetzt: Mit ausschweifenden Handbewegungen macht er der Touristengruppe deutlich, dass der Händler etwas ganz Besonderes in den Händen hält – Pul Biber, Geölte Chiliflocken aus der Südosttürkei. Der Geruch kitzelt ein wenig, aber alles in allem ist er angenehm. Gekauft.

Wilder Wein auf weißem Marmor

Antalyas Altstadt, „Kaleici“ thront hoch über dem Meer und ist auf römischen Ruinen erbaut worden. Nicht nur Gewürzhändler tummeln sich hier, reich ist der Ort auch an Kulturschätzen. Eines der bedeutendsten Wahrzeichen ist das 2000 Jahre alte Hadrianstor aus weißem Marmor. Es trennt den altertümlichen Teil der Stadt vom modernen pulsierenden Großstadtleben Antalyas – ein würdiger Eingang um der Vergangenheit einen kurzen Besuch abzustatten.

Die Gassen sind verwinkelt, sich zu Recht zu finden ist schwer. Wer hier hindurch schlendert, versteht weshalb die Unesco Kaleici zum Weltkulturerbe erklärt hat. Er begreift auch, wieso Antalya als eine der schönsten Städte der Türkei gilt: Kleine Basare säumen den Weg durch die osmanischen Gassen. Manchmal rankt sich an den verzierten Gemäuern wilder Wein. Ein feiner Staubfilm liegt auf den Trauben.

Eine Handvoll Fischerboote

Yivli Minare, ein Minarett aus dem 13 Jahrhundert, ragt mit seinen 37 Metern nicht nur über den Stadtteil Kalekapisi, sondern fast über die gesamte Altstadt.

Nicht nur das antike Zentrum Antalyas ist ein gut besuchter Anziehungspunkt, auch die fruchtbare Ebene am Golf von Antalya beeindruckt durch saftiges Grün. Abseits der 1,5 Millionen Metropole tummeln sich weit gefächert die einzelnen Badeorte und Ferienanlagen.
Die Fahrt geht weiter, Richtung Osten, nach Belek. Dort wiegen sich eine Handvoll Fischerboote in sicherer Entfernung vom lang gezogenen Badestrand. Der Blick zurück Richtung Antalya lässt die Bergketten mit bis zu 3000 Meter hohen Gipfeln erkennen, die sich im Norden stolz um das fruchtbare Pamphilien schmiegen.

Ganz viel Zeit für jeden Zug

Hier in Belek jedoch umspült das Meer in sanfter Regelmäßigkeit die Bilderbuchbucht. Viele Paare sind entlang des Strands heute Nachmittag unterwegs, um einen Spaziergang zu machen und über die idyllischen Seitenstraßen ins Landesinnere zu wandern. In den kleinen Strandcafés sitzen alte Männer und spielen Tavla, das Backgammon der Türken. Hektik ist hier fehl am Platz, die Ältesten von Belek lassen sich Zeit mit dem nächsten Zug.

Der Duft, der über die Strandpromenade fegt, ist nicht so kräftig-würzig wie derjenige aus dem mondänen Antalya. Viel süßer und erfrischender wirkt die Luft, die sich mit dem Hauch des Meeres vermengt. Einzig der Geruch des Mittagessens, dem sich die Reisenden zuwenden, bringt einen Schuss Würze in die luftige Strandatmosphäre. Riecht irgendwie wie Pul Biber und auf Nachfrage bekommt man die Bestätigung vom Restaurantpersonal. Aber eigentlich kennt man die roten Flocken in Deutschland unter einem anderen Namen. „Dönergewürz“, antwortet der Kellner lapidar und verschwindet wieder in die Küche.

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