Meine Geheimtipps für Prag: Unser Urlaubsexperte Kai kennt Prag wie seine Westentasche und verrät Ihnen besondere Tipps, die man im Reiseführer gern mal überliest.

Prag in 72 Stunden

Aufbauend auf dem Team Tipp Prag meiner Kollegin, möchte ich hier noch ein paar lohnenswerte Ziele nennen, die nicht unbedingt im Reiseführer unter den Top 10 zu finden sind. Die aber besonders für Wiederholer, Ecken der Stadt zeigen, die man normalerweise außen vor lässt. Wer mehrere Tage in Prag ist und nicht nur das Stadtzentrum erkunden möchte, für den lohnt sich der Erwerb eines 72h-Tickets. Mit ihm kann man alle öffentlichen Busse, Trambahnen und die Metro benutzen. Im Juni 2013 kostete es 310 Kronen.

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Petřín: Aussichtsturm mit Rundumblick

Zuerst noch eine kleine Ergänzung zum Aussichtsturm auf dem Petřín. Im Untergeschoss befindet sich ein kleines, aber feines Museum zur Geschichte der Prager Türme mit besonderem Augenmerk auf den Petřínská Rozhledna. Die Aussicht ist wirklich gut. In Richtung Osten erkennt man den Prager Fernsehturm, der ebenfalls einen Besuch wert ist. Er erinnert entfernt an ein Raumschiff aus einer 60er-Jahre SiFi-Serien, was durch die an ihm auf und ab kriechenden Baby-Aliens noch verstärkt wird. Oben befindet sich ein kleines Restaurant, wo man mit einem Drink in der Hand die Aussicht genießen kann.

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Wer einen anderen, nicht alltäglichen Blick auf die Stadt möchte, der sollte zur Metrostation Vyšehrad (Linie C) fahren. Dort sieht man von links nach rechts zuerst die Kirche Vyšehrad, am Horizont den Aussichtsturm auf dem Petřín und daneben die Spitze des Veitsdom auf dem Hradschin. Im Vordergrund gleitet der Blick auf das tiefe Tal des Moldauzuflusses Botič. Am gegenüberliegenden Talhang befinden sich die Mauern der Bastionen, welche mit stattlichen Herrenhäusern und Kirchtürmen geschmückt sind. Ganz rechts schließt sich nun der Fernsehturm an.

Idyllisch: der Kudratitzer Wald

Wenn man sich schon in der Linie C befindet und dem Trubel der Stadt entfliehen möchte, kann man bis zur Endstation Háje fahren und im Kundratitzer Wald spazieren gehen. Dort warten die Ruinen der Burg Nový Hrad auf die Besucher oder man folgt dem Lauf des Baches und stärkt sich in einer der mehr oder minder versteckten Schänken.

Olsany Friedhof: Mystische Ruhe

Ein anderer Ort der Ruhe ist der Olsany Friedhof (Olsanské hrbitovy) – zu erreichen mit der Linie A bis Station Flora. Es mag einigen vielleicht makaber erscheinen einen Friedhof zu besuchen, aber einen ruhigeren Ort findet man kaum. Da er ziemlich groß ist, sollte man sich zur Besichtigung die ältesten Abteilungen 1+2 (gleich nach dem Eingang links) herauspicken. Zwischen halb umgefallenen, mit Efeu überwucherten Grabsteinen und Kreuzen kann man herrlich herumschlendern. An den Mauern sind stellenweise prunkvolle Familiengräber, jedoch nagt überall der Zahn der Zeit. Doch gerade dies macht den morbiden Charme aus. Mein Besuch fiel um die sonnige Mittagszeit, doch an einem grauen, nebeligen Novembermorgen bzw. in der Dämmerung macht es bestimmt noch mehr Spaß.

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Zurück am „Licht“ gibt es einen weiteren Ort, der von Touristen kaum besucht wird. Es handelt sich um das Nationaldenkmal Jan Žižka auf dem Veitsberg (Vítkov). Ein riesiges Reiterstandbild aus Bronze krönt die Anlage, welche aus großen Steinquadern errichtet wurde. Im Inneren befindet sich neben einem Museum, das Mausoleum vom Klement Gottwald, dem 1953 verstorbenen Staatsoberhaupt. Von hier oben hat man eine gute Aussicht in westlicher Richtung, aber man sollte gut zu Fuß sein, da es einige Treppen zu erklimmen gibt.

Als Tipp für das Nachtleben kann ich den Styx Smart Club in der Straße Sokolovská 144 nennen. Dorthin gelangt man am besten mit der Linie B, Haltestelle Invalidovna. Von Techno und Artverwandtem, über House und Hardcore wird hier vieles gespielt. Mehrmals im Jahr kommen auch die Freunde der dunkleren & härteren Klängen auf ihre Kosten. Daher vorm Besuch die Homepage checken. Unter der Woche, wenn keine Veranstaltungen sind, fungieren die Kellergewölbe als sehr individuelles „Café“.

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Raus aus der Stadt: zwei schöne Ausflüge

Wer genug von Prag hat, dem seien noch zwei Ausflüge ans Herz gelegt: Lidice und Kutnà Hora.
Nach Lidice gelangt man in 20 Min. mit dem Bus von der Endstation der Linie A Dejvická. Der Ort erlangte traurige Berühmtheit als er im Juni 1942, als Vergeltung für das vorangegangenen Attentat auf Reinhard Heydrich, komplett ausgelöscht wurde.

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Im angeschlossenen Museum erfährt man sehr viel über die Hintergründen der Tat. Steht man am Rand der Gedenkstätte, schaut man in ein liebliches, grünes Tal und kann sich kaum vorstellen, dass hier früher ein ganzes Dorf stand. Nur noch die Fundamente der Kirche, der Schule und eines einzelnen Gehöftes sind heute noch vorhanden. Eine Figurengruppe gedenkt der Kinder von Lidice, die größtenteils umgekommen sind. Für den gesamten Besuch kann man 3 h plus Fahrtzeit veranschlagen.

Kutná Hora: Museum der Alchemie und weitere Highlights

Ebenfalls einen Besuch wert ist die ehemalige Bergbaustadt Kutná Hora (Kuttenberg). Man erreicht sie von Prag aus in weniger als 1h mit dem Zug. Die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit ist das Beinhaus in der Kirche Kostnice v Sedlci. In der unterirdischen Kapelle befinden sich die Gebeine von ca. 40.000 Toten. Decken und Wände sind kunstvoll mit Schädeln und Knochen drapiert. Man sollte das Beinhaus jedoch antizyklisch besuchen, sonst ist es schnell voll. In der Altstadt selbst gibt es noch ein halbes Dutzend weitere Kirchen & Kapellen zu besichtigen, wovon die prächtigste die St-Barbara-Kathedrale ist. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf  Teile der Altstadt.

Nicht weit ist es bis zur Burg, in welcher sich ein Silbermuseum befindet. Dort  ist auch der Eingang zu einem Schaubergwerk. In den engen Gassen der Altstadt findet man neben vielen schönen Gebäuden interessante Dinge, wie z.B. die Pestsäule oder den steinernen Brunnen. Manchmal sind sie versteckt und man muss ein bisschen suchen. Da die Gassen und Straßen überall noch Kopfsteinpflaster haben, sind Stöckelschuhe nicht zu empfehlen.

Auf ein kleines Museum, dessen Besuch weniger als 30 Min. in Anspruch nimmt, möchte ich besonders aufmerksam machen: Das Museum der Alchemie. Es befindet sich am Palackého námesti in den Kellergewölben der Stadtinformation. In diesen sind mittelalterliche Szenen von Laboratorien der Alchemisten nachgestellt, die auf der Suche nach dem Stein der Weisen oder dem Elixier der ewigen Jugend waren bzw. versuchten Gold aus unedlen Metallen herzustellen. Die Nachbildung eines Golem gehört auch zum Fundus. Der Besuch lohnt sich wirklich.

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Noch ein Tipp zum Geldtausch: Machen Sie einen großen Bogen um die Wechselstuben der Western Union am und um den Wenzelsplatz! Der Kurs beträgt hier 1:17 statt 1:25, d.h. für EUR 100 erhält man statt 2.500 Kronen nicht einmal 1.800 (Stand: Juni 2013). Eine Quittung bekommt man ebenfalls nicht. Ich empfehle daher die staatlichen Umtauschstuben im Hauptbahnhof (hlavní nádraží) bzw. am Busbahnhof Florenc.

ZUM ANGEBOT

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