Schöne Aussichten und süße Versuchungen: Unsere Praktikantin findet – der Frühling ist die schönste Jahreszeit für eine Städtereise nach Prag. Im Team Tipp nimmt sie Sie mit auf einen Spaziergang durch die „Goldene Stadt“ und verrät, warum Trdelník die wahrscheinlich süßeste Verführung in Prag ist.

Frühlingshaftes Prag

Am schönsten ist die Goldene Stadt im Frühjahr, wenn alles anfängt zu blühen und die Schwäne ihre Bahnen über die Moldau ziehen. Genau deshalb habe ich letztes Jahr über das Pfingstwochenende mit meinem Freund eine Städtereise nach Prag unternommen. Bei angenehm warmen Temperaturen bietet es sich an, die Stadt zu Fuß zu erkunden – so lernt man auch die kleinen Schätze Tschechiens kennen. Entlang der kleinen Gassen gibt es zahlreiche Geschäfte, in denen man Kristallkunst bewundern und natürlich auch kaufen kann. Tschechien ist für die Glasbläserei bekannt und so entschied ich mich, eine kleine, gläserne Eule zu kaufen, weil sie mein Lieblingstier ist.

Historisches Prag

Die schönste Aktivität für einen Kurzurlaub in Prag ist ein Spaziergang: Unser tollster führte uns in den westlichen Teil der Stadt. Vom Zentrum aus sind wir zunächst über die Karlsbrücke gelaufen und haben uns dort von all den Straßenkünstlern und Kleinartisten unterhalten lassen. Die Statuen, die den Weg säumen, erzählen die einzigartige Geschichte der tschechischen Hauptstadt. Am anderen Ende angekommen, sieht man dann schon gleich die Tramstation der Linien, die einen hoch zur Burg bringen. Das Gelände der ehemaligen tschechischen Königsfamilie ist riesig und voll mit architektonisch beeindruckenden Gebäuden. Es lohnt sich auf jeden Fall einmal durch die gesamte Festung zu laufen, denn auf der anderen Seite erstreckt sich ein atemberaubendes Panorama über Prag.

Von der Burg aus kann man einen wundervollen Weg durch den Lobkovická Wald zurück in die Stadt nehmen. In dem Waldstück befindet sich auch der sogenannte Prager Eiffelturm, der Petřínská Rozhledna. Diesen kann man besteigen und von dort aus das gesamte Stadtgebiet überschauen. Obwohl ich es wegen meiner Höhenangst nur bist auf die Mittelstation geschafft habe, wurde mir durch die Fotos meines Begleiters versichert, dass die Aussicht von ganz oben noch toller ist.

Ein spannendes Post-Urlaub-Spiel: Eines der Aussichts-Fotos zu nehmen und zu versuchen, die ganzen tollen Dinge, die man gesehen hat, wiederzufinden.

Kulturelles Prag

Neben anderen klassischen Sehenswürdigkeiten wie dem Pulverturm, dem Rathaus und dem Nationalmuseum am Wenzels Platz beeindrucken vor allem die kleinen Museen. Wenn man sich das Wachsfiguren-Museum ansehen will, bekommt man für einen kleinen Aufpreis gleich noch eine Eintrittskarte ins benachbarte Foltermuseum – klingt zwar skurril, ist aber dennoch sehenswert und sogar informativ. Ein paar Schritte weiter befindet sich das Schokoladenmuseum „Choco-Story“, in dem man die Reise der Kakaobohne von Südamerika nach Europa verfolgen kann und in einer Vorführung gezeigt bekommt, wie man Pralinen macht. Und der Eintritt lohnt sich: Am Ende der Vorführung darf man eine frisch gemachte Praline probieren.

Kulinarisches Prag

Pralinen sind jedoch nicht die einzige, süße Verführung, die Prag anzubieten hat. Die Straßencafés füllen sich, wenn die Sonnenstrahlen die Leute raus locken und auch wir konnten den Düften von frisch gebrühtem Kaffee und Gebäck nicht widerstehen. Für eine nachmittägliche Pause empfehle ich das Café Slavia gegenüber vom Opernhaus am Ufer der Moldau. Die Einrichtung ist umwerfen um wem schmeckt eine Sachertorte nicht nochmal so gut, wenn ein Pianist live sein Talent vorführt und man während dessen auf die Flusspromenade gucken kann?

Als wir zurück in die Innenstadt spazierten, kamen wir vorbei an einem kleinen Stand, der ein Gebäck anbot. Da wir aber gerade gegessen hatten, überwand ich meine Neugier. Als jedoch der dritte dieser Stände in Sichtweite kam, konnten wir den verlockenden Duft der Trdelník nicht länger ignorieren. Trdelník – gesprochen wird das wie „Trdla“ mit gerolltem r – sind traditionell tschechische Teigrollen, die über offenem Feuer gebacken und danach in Zucker und Zimt gerollt werden und einfach fantastisch schmecken. Sie sind überall in Prag erhältlich und jede Krone wert.

Durstiges Prag

Bei so viel leckerem Essen bekamen wir natürlich früher oder später Durst. Tschechien ist für seine vielen Biere berühmt und begehrt, warum es nicht schwer ist, eine geeignete „Tränke“ aufzufinden. Wussten Sie, dass es in Prag auch einige Biergärten gibt? Der tollste befindet sich im Park Café im Riegrovy Sady-Park und hat eine kleinen Bühne und eine große Leinwand, die für Entertainment sorgen. Wenn man den Biergarten während der Abenddämmerung verlässt, spaziert man durch den erhöhten Park und hat so einen bezaubernden Blick über Prag – der perfekte Ort, um einen tschechischen Sonnenuntergang zu genießen. In unserem Abendprogramm durfte natürlich ein Besuch der „Beer Factory“ nicht fehlen. In dieser urig eingerichteten Bar findet man im Keller eine ganz raffinierte Inneneinrichtung: Jeder Tisch ist dort mit einem Zapfhahn versehen, an dem jeder selbst sein Bier frisch zapfen kann. Das ist nicht nur lecker sondern macht auch noch richtig Spaß.

Neben Bier ist Tschechien bekannt dafür, dass man dort noch echten Absinth bekommt. Der beste Ort, um so einen Likör zu probieren ist die Jilská-Bar mitten in der Innenstadt. Dort gibt es nicht nur die günstigsten Angebote der Spezialität, sondern auch die interessantesten Rezepte. Mein Favorit: Ein Absinth Mojito schmeckt unglaublich erfrischend.

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