Mitte November war noch genügend Resturlaub vorhanden, so buchte unser Qualitätsmanager Kai H. kurzentschlossen 14 Tage Jamaica, um der vorweihnachtlichen Kälte und dem Adventstrubel zu entfliehen. Lesen Sie seine Highlights hier.

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Nach einem zwölfstündigen Flug setzt die Maschine endlich in Montego Bay auf und sofort schlägt einem die warme, feuchte Luft entgegen. Es riecht schon nach Urlaub. Eine Stunde später erreichte ich dann auch mein Hotel in Negril. Der Ort ist zweigeteilt durch den Negril River, wobei sich die meisten Hotels am Long Beach befinden. Dieser erstreckt sich in einem leichten Bogen auf ca. 11km nach Norden. Der gewachsene Ortskern bietet mehrere Läden, einen Supermarkt, eine Bank und mehrere Kirchen und befindet sich zusammen mit dem Westteil auf einem Felsplateau. Als Orientierungspunkt dient der große Kreisverkehr (round about) direkt an der Flussmündung.

Highlights von Negril: Rick’s Cafe und Cottontrees

Auf dem Plateau befinden sich viele Cafes und Restaurants, wobei wohl das Berühmteste, das Rick’s Cafe ist. Die Stimmung zum Sonnenuntergang mit seinen Klippenspringern ist legendär. Wer also viele Touristen auf einem Haufen mag, ist hier richtig. Diejenigen, die den Trubel nicht mögen, seien die preiswerteren Lokalitäten in unmittelbarer Umgebung ans Herz gelegt. Ca. 1km von Rick’s Cafe entfernt befindet sich der Leuchtturm von Negril, der so ziemlich am westlichsten Punkt von Jamaica gelegen ist. Auf dem Gelände befinden sich einige schöne, große Exemplare von Cottontrees. Der majestätischste Baum steht direkt rechts vom Eingang und hat einen Stammumfang von geschätzten acht Metern.

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Auf Jamaica kann man sich preiswert mit den Sammeltaxis fortbewegen, die mehr oder minder feste Routen fahren. Zu erkennen sind sie an den roten Nummernschildern. Die sonst üblichen Taxi-Schilder auf dem Dach fehlen, ebenso das Taxameter. Daher auf jeden Fall vor Fahrtantritt den Preis aushandeln. Bezahlt werden kann überall neben dem Jamaica Dollar auch mit dem US Dollar. Dieser ist als Zweitwährung Gang und Gäbe.

Jerk-Kitchen: Kulturelle Vielfalt erleben

Egal welche Verpflegungsart man gebucht hat, sollte man auf jeden Fall einmal die Jerk-Kitchen probieren. Darunter versteht man aufgeschnittene Fässer, die mit Holzkohle gefüllt sind und auf denen köstliche Hühner- und Schweinegerichte gegrillt werden. Mit Reis, einer scharfen Soße und wahlweise Gemüse, sind sie eine Köstlichkeit für kleines Geld. Man sollte jedoch auf die vielen Knochentrümmer vorbereitet sein, da die Fleischstücke mit dem Hackmesser in mundgerechte Stücke zerkleinert werden. Ein lokales Bier der Marke Red Stripe rundet das Mahl ab. Die Küchen befinden sich meist direkt an der Straße und gegessen wird mit der Hand. Hier trifft man auch viele Einheimische an und kann ein bisschen vom Flair der Karibik erleben, abseits von der aufdringlichen Welt am Strand.

Jamaica: One earth – one love?

Womit das nächste Stichwort geliefert ist. Die Strandverkäufer können sich zu einer echten Plage entwickeln. Alle 20 Meter wird man angesprochen und berührt, wodurch sich ein als erholsam gedachter Spaziergang zu einem Spießrutenlauf entwickeln kann. Wenn man dem gefühlten 70stem Händler am Tag den Handschlag verweigert, kann man sich sehr schnell mit Rassismusvorwürfen konfrontiert sehen. Wer hier kein dickes Fell hat, ist in Negril am falschen Ort. Jamaica ist ja auch bekannt für sein organisch angebautes Rauchkraut mit bewusstseinserweiternden Zutaten, hier Ganja genannt. Dies wird einem spätestens im 5. Satz zum käuflichen Erwerb angeboten.

Doch auch wenn der Umgang damit ziemlich entspannt ist und man immer wieder den süßlichen Geruch in der Nase hat, ist es offiziell verboten. Also sollte man lieber seine Finger davon lassen. Für die Rastafaris ist es ein fester Bestandteil ihrer Lebensanschauung, doch leider gibt es auch bei ihnen viele Schwarze Schafe, die zwar one earth – one love predigen, aber dem schnellen Dollar nicht abgeneigt sind. Vertreter dieser Spezies sind u.a. The Mountain Man, Fabian the Guitar, Dr. Who, Richard the „R“ oder The Specialist – man merkt, alle tragen Kunstnamen.

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Ein anderes Phänomen von Jamaica ist die Prostitution beiderlei Geschlechts. Natürlich würde es niemand so nennen – Begleitservice trifft es eher. Während die Männer rund um die Uhr nach einsamen, älteren Damen Ausschau halten, sind die Damen des horizontalen Gewerbes meist erst nach Einbruch der Dämmerung aktiv. Erstere werden i.d.R. für den gesamten Urlaub „gebucht“, während es bei Zweiteren ist, was es ist. Wer sich an den gelenkigen Darbietungen leicht bekleideter Damen an verchromten Stangen erfreuen möchte, dem sei ein Besuch im 1. Stock des Las Vegas Night Club empfohlen. Er befindet sich direkt am Strand und öffnet seine Pforten ab 22 Uhr. Eintritt ist frei. Weitere Etablissements dieser Art sind das Pink House in der Stadt (bereits ab dem späten Nachmittag geöffnet) und das Skirts.

Liebe Leser, Sie werden sich jetzt fragen, was die letzten zwei Absätze hier in meinem Reisebericht sollen, aber es möge niemand hinterher sagen, er wurde nicht informiert. Vor der Realität im Lande kann man sich nur verschließen, wenn man sein Ressort nicht verlässt – und dies wäre wirklich schade!

Long Beach und Bloody Bay: Traumhaft schöne Sandstrände

Negril ist zwar arm an architektonischen Sehenswürdigkeiten, dafür hat die Natur ringsum viel zu bieten. Hier ist die Unterwasserwelt, die man am besten beim Schnorcheln oder Tauchen erkunden kann, zu nennen. Obwohl der Long Beach ziemlich touristisch geprägt ist, findet man am Nordende, nach dem Fußballplatz, noch ruhige Abschnitte. Am Südende, kurz vor der Flussmündung, befindet sich der Handwerksmarkt, an dessen Rand auch Fischer ihren frischen Fang verkaufen. In Verlängerung des Long Beaches gelangt man zur Bloody Bay, wo es nur noch ein paar großräumige Hotelanlagen gibt.

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Sumpfgebiete und Zuckerrohrfelder – das Hinterland von Negril

Interessant ist das Hinterland von Negril. Der Strand ist nur durch die Straße vom Great Morass getrennt, einem Sumpfgebiet (abends an Mückenschutz denken), welches sich bis zu den Orange Hills am Horizont erstreckt. Leider existiert der in vielen Reiseführern beschriebene Naturpark Royal Palm Reserve mit seinen Rundwegen nicht mehr. Man kann jedoch auf dem Negril River eine Bootsfahrt unternehmen oder sich für kleines Geld mit einem Sammeltaxi nach Savanna-la-Mar (Kurzform: Sav) fahren lassen. Der Ort an sich ist unspektakulär, aber die Fahrt führt durch eine schöne Gegend mit weiten Schilfflächen und Zuckerrohrfeldern. Von Sav aus gelangt man leicht zum Ort Roaring River mit den Seven Springs und dem Blue Hole. Letzteres ist ein sogenannter Quelltopf mit ca. 12m Durchmesser, in dem man auch schwimmen kann. Gegen einen kleinen Obolus geben einem die Einheimischen gerne eine botanische Führung durch den Ort und seine Umgebung. Auch gibt es hier mehrere Höhlen, die besichtigt werden können.

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Alles in Allem hat mich Jamaica sehr begeistert und einen Urlaub dort zu verbringen kann ich voll und ganz empfehlen. Gewohnt habe ich übrigens im Hotel Footeprints on the Sands. Wer nicht auf der Suche nach einem Luxushotel ist und Abstriche bei der Ausstattung machen kann, ist dort gut aufgehoben.

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