Unser Quality Manager Kai H. setzt nicht nur im Beruf auf Qualität, sondern auch in der Freizeit und verbrachte seinen letzten Urlaub in Brno. Hier erzählt er uns, warum gerade dieser Tschechische Ort eine Reise wert ist.

Brno. Warum Brno? Wo liegt das überhaupt? Schon den Namen kann man kaum aussprechen. Aber…. London, Paris, Rom und Wien kennen wir schon auswendig – vielleicht muss ja mal etwas völlig Neues, Unverbrauchtes her. Oder einfach um zu schauen, was die zweitgrößte Stadt der Tschechischen Republik (mit 380.000 Einwohner recht übersichtlich) zu bieten hat. Und das ist genug für ein verlängertes Wochenende. Vergleichbar ist sie mit Bratislava (von der Flusslage abgesehen) oder mit einer ganz, ganz kleinen Ausgabe von Prag.

Brno (zu Deutsch Brünn) ist die Hauptstadt von Mähren, dem südöstlichen Landesteil, der zusammen mit Böhmen die Tschechei bildet. Es liegt ca. 100km nördlich von Wien und 50km von der Österreichischen Grenze entfernt. Die Anreise kann daher über Wien erfolgen oder Dank der neuen Fernbusverbindungen über Prag. Touristen sieht man übrigens kaum, zumindest nicht an einem sonnigen Juliwochenende, als unser QM die Stadt besuchte.

team-tipp-brno_73551_39999

Die Silhouette der Stadt wird von der Kathedrale Peter und Paul bestimmt. Es lohnt sich, die beiden Türme zu besteigen und eine Blick auf die Stadt zu werfen und weit darüber hinaus. Im Treppenaufgang findet man einige interessante Details zur Geschichte der Kirche. Wer Türme mag, kann auch noch den des alten Rathauses (Stará radnice) erklimmen. Im angeschlossenen Museum gibt es noch eine kleine Ausstellung zur Stadtgeschichte, jedoch nur auf Tschechisch. Auf alle Fälle sollte man sich um die Sagen und Legenden vertraut machen, dann ergeben Rad und Drache im Durchgangsportal und das krumme Türmchen darüber einen Sinn. Hier befindet sich auch die Touristeninformation.

team-tipp-brno_14507_41937

Ein anderer Dominant in der Stadtansicht ist die Burg Špilberk (hrad Špilberk). Hier gibt es neben den Kasematten und dem Stadtmuseum einiges zu entdecken, aber man kann in den sie umgebenden Grünanlagen auch herrlich Nichts tun und einfach die Aussicht genießen. Wer nur dies vorhat, der ist auch in den Gärten unterhalb des Hotels Barcelo Brno Palace und der Kathedrale richtig. Hier treffen sich die Einheimischen zu jeder Tageszeit, aber vor allem abends.

team-tipp-brno_03441_40418

Wenn das Wetter mal nicht so top ist, kann man seine Zeit sehr gut im Mährischen National Museum, der Mährischen Galerie, der Villa Tugendhat oder den Labyrinten & Kellergewölben unter dem Kraut Markt (Zelný trh) verbringen.

Vom Nachtleben kann ich den Rock Club Brooklyn (Bašty 6) empfehlen. Er befindet sich schräg gegenüber dem Hauptbahnhof (hlavní nádraží) in einem Kellergewölbe. Am Wochenende spielen immer Livebands und Liebhaber von Hardrock und Metal kommen auf ihre Kosten. Das Publikum ist dementsprechend und der Dresscode naturgemäß schwarz. Für zartere Seelen daher nicht zu empfehlen.

Wer aus der Stadt rausmöchte, kann sich in die Tram 3 setzen und zum Stausee fahren. Vom Stadtzentrum aus sind es ca. 6km. Am Stausee angekommen, kann man sich sonnen, dem Wassersportvergnügen nachgehen oder zur Burg Veveří (hrad Veveří) wandern. Man folgt ab Bystrc der gelben Markierung bis Ríšova studánka und dann der blauen bis zur Burg (insg. 6km). Ein Besuch des Areales lohnt sich auf alle Fälle! Zurück kann man die Fähre am Fuß der Burg nehmen oder am anderen Seeufer ca. 8 km bis zur Staumauer zurücklaufen.

Mückenschutz ist angebracht. Auf der Burg und auch im Gebiet der Staumauer gibt es genügend kleine Imbissbuden, wo man sich preiswert stärken kann.

team-tipp-brno_87220_40808

Wer einen oder zwei Tage mehr zur Verfügung hat, der sollte den Mährischen Karst(Moravského Krasu) besuchen.

Mit dem Zug sind es nur 22km bis Blankso, dem Zugang in den nördlichen Teil des Naturschutzgebietes (für den Südteil steigt man schon in Adamov aus). Bus 226 fährt in 15min nach Skalní Mlýn oder man läuft die 8km (vom Bahnhof aus der grünen Markierung folgen). Im dortigen Informationszentrum kann man die Eintrittskarten für die vier zugänglichen der zahllosen Höhlen kaufen, die es in dieser Gegend gibt. Ich besuchte die Punkva-Höhle(Punkevní jesk).

Sie ist die größte zugängliche Höhle und den Abschluss bildet eine Bootsfahrt auf dem unterirdischen Fluss. Leider ist die einstündige Führung nur in Tschechisch, aber die unterirdische Welt spricht für sich. Ganz in der Nähe befindet sich noch die Macocha-Schlucht (propast Macocha). An der tiefsten Stelle ist sie 138m tief, was in der Vergangenheit auch auf zahllose Selbstmörder eine anziehende Wirkung hatte. Die Schlucht ist eigentlich keine richtige Schlucht, sondern eine Doline, d.h. der Einsturzkrater über einem unterirdischen Hohlraum. Welche Ausmaße dieser einst hatte, davon macht man sich am besten selbst ein Bild. Über viele Höhlen und auch die Schlucht gibt es natürlich Sagen, die man sich im Vorfeld erlesen sollte. So macht das Erkunden noch mehr Spaß. Tipp: Lange, warme Sachen nicht vergessen, da die Temperaturen in den Höhlen ganzjährig bei 9-10°C liegen.

Noch ein allgemeiner Tipp zum Wandern in der Tschechei: Viele Wegweiser verweisen auf die nächste Kreuzung. Diese hat meist einen Namen, sei es ein alter Flurname oder der einer ehemaligen Ansiedlung bzw. Örtlichkeit. In deutschen Wanderkarten sucht man diese vergeblich, daher rate ich zum Kauf von tschechischen Karten des KČT (Klub českých turistů) im Maßstab 1:50.000. Viel Spaß in Brno!

Schreiben Sie einen Kommentar