Svenja ist mit dem Rucksack durch Neuseeland gereist. Hier, im weg.de Blog, lesen Sie ihre spannenden Erlebnisse am anderen Ende der Welt!

Wir setzen mit der Fähre von der Südinsel über und sehen schon von weitem Wellington – die Hauptstadt Neuseelands liegt an der Südspitze der Nordinsel malerisch zwischen einem Naturhafen und grünen Hügeln. Sie empfängt uns mit einer kräftigen Brise – kein Wunder dass die Stadt als „Windy Wellington“ bekannt ist.

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Wir bringen die Rucksäcke ins Hostel, die Haare wieder halbwegs an ihren Platz und machen uns auf den Weg in das riesige Te Papa Tongarewa Museum. Hier kann man auf sechs Etagen die Geschichte von Neuseeland kennenlernen. Genauso interessant wie die Historie von Neuseeland, ist eine Führung durch das Parlament oder ein Spaziergang durch den „Botanical Garden“. Wer die Stadt gerne von oben bewundern möchte, sollte auf den Aussichtspunkt des Mount Victoria gehen. Von hier hat man einen atemberaubenden Blick über Wellington und kann den traumhaften Sonnenuntergang genießen.

Abenteuerliche Wanderung

Nächster Halt: Taupo. Wir genießen die Sonne am Lake Taupo und entspannen uns im Otumuheke Stream. Bevor wir unsere Sachen für die bevorstehende Wanderung, das Tongariro Crossing packen, besichtigen wir den Huka Fall. Über 220.000 Liter Wasser fallen hier pro Sekunde in die Tiefe. Am Abend packen wir Proviant, Sonnencreme und die Wanderschuhe ein. Um 4 Uhr morgens holt uns der Bus ab, um die bekannte Wandertour zu den Vulkanen und „Blue Lakes“ anzutreten. Nachdem die ersten Kilometer durch die Berge hinter uns liegen, steht die Sonne hoch genug, um das Tal mit Wärme zu erfüllen und die Pullis werden gegen eine dicke Schicht Sonnencreme ausgetauscht. Beim Aufstieg zum South Crater ist die Müdigkeit vergessen: Der Weg ist sehr steil, schmal und die Felsen scharfkantig.

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Auf den Spuren von „Der Herr der Ringe“

Wir stehen am Fuße des South Crater und blicken beeindruckt hinauf. Hier beginnt der Weg auf den Mount Ngauruhoe, den „Schicksalsberg“, wir wandern direkt zum Red Crater weiter. Vor dem Aufstieg legen wir eine Picknickpause mit Blick auf die schwarze Schlucht ein. Im Film Der Herr der Ringe diente dieser Ort als Schauplatz für „Mordor“. Nachdem wir den schwierigsten Abschnitt bewältigt hatten, der steil über Sand und Geröll hinaufführt, bietet sich uns ein beeindruckendes Bild: Die „Blue Lakes“ liegen vor uns und schillern in leuchtenden Blautönen. Der Boden unter unseren Füßen wird wärmer und aufgrund vulkanischer Aktivitäten steigt überall Dampf auf. Nachdem wir einen sagenhaften Panorama-Blick über Neuseeland auf dem Gipfel des Mount Tongariro genossen habe, treten wir am späten Nachmittag den Rückweg an.

Wai-O-Tapu Thermal Wonderland

Kurz darauf fahren wir zum Wai-O-Tapu Thermal Wonderland, ein Gebiet mit geothermischen Aktivitäten. Die Seen hier haben durch Mineralien eine bemerkenswerte Farbe angenommen. Besonders interessant sind der Champagne Pool und der Lady Knox Geysir, der täglich ausbricht.

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Über Hamilton geht es weiter nach Raglan, endlich wieder ans Meer. Der kleine Ort ist ein bekannter Surfspot mit einem traumhaft langen Strand der das Herz vieler Reisender schneller schlagen lässt. Unser Hostel liegt direkt am Meer und nach einer Portion köstlichen Fish and Chips im Restaurant Orca packen wir die Surfbretter auf den Jeep und stürzen uns nach einer kurzen Fahrt in die Brandung.  Wer vom Surfen irgendwann genug hat, kann sich hier auch hoch zu Ross den Wind um die Nase wehen lassen und im gestreckten Galopp an der Wasserkante entlang fetzen. Schnell ist der kleine Ort zu einem unserer Lieblingsplätze geworden, doch die Reise geht weiter.

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Hot Water Beach

Unser nächster Stopp ist Whitianga, im Herzen der Mercury Bay an der Ostküste Neuseelands. Nicht weit davon entfernt findet man den berühmten Hot Water Beach. Hier fließt ein heißer Strom unterirdisch von einem Felsen ins Meer und wer an der richtigen Stelle ein Loch buddelt, kann sich gemütlich in seinen eigenen heißen Pool setzten. Ein kleines Stück weiter liegt der Hahei Beach, ein toller Strand zum Schwimmen, Bootsfahren und Fischen, von dort aus wandern wir den traumhaften Küstenweg entlang, der nach ca. einer Stunden zur Cathedral Cove führt.

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Surfen in den Sanddünen

Auf dem Weg zum nördlichsten Punkt von Neuseeland legen wir noch einen Stopp in Paihia ein. Einst ein kleines Fischerdorf im Bay of Islands, heute ein beliebtes Tourismuszentrum. Wir buchen einen Segeltörn durch den Bay of Islands und genießen zum Sonnenuntergang auf dem Boot ein köstliches Essen. Am nächsten Tag erreichen wir endlich den berühmten 90-Mile Beach, der sich an der Westseite der Nordspitze erstreckt. Wir düsen mit dem Jeep über den Strand und bestaunen den goldenen Sand. Mit etwas Glück kann man hier sogar Wildpferde oder Pinguine in freier Wildbahn beobachten! Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir die Te Paki Sanddünen. Wir leihen uns Sandboards und surfen die gewaltigen Hänge hinab.

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Cape Reinga

„Reinga“ bedeutet so viel wie „Absprungplatz“. Für die Maori ist dies der Ort von dem aus die Seelen der Toten ihren Pilgerweg zurück nach Hawaiki, ihrem Ursprungsort starten. Wir stehen mit Gänsehaut auf den Klippen, unweit des Leuchtturms und starren auf das Meer. Der pazifische Ozean und die Tasmansee prallen hier aufeinander. Ich glaube jeder der schon einmal hier war, wird mir zustimmen wenn ich sage, es fühlt sich an als stünde man am Ende der Welt und unendliche Freiheit läge vor Einem. Mit viel Phantasie kann man beinahe die Erdkrümmung erkennen.

Auckland

Letzter Stopp unserer Reise ist Auckland. Die Stadt ist ein toller Abschluss für unsere Rucksacktour. Vor allem das Künstlerviertel Ponsonby hat es uns angetan. Bevor wir schweren Herzens wieder zurück ins kalte Deutschland fliegen, lassen wir die Reise mit einem Ausflug auf Waiheke Island ausklingen und genießen eine letztes Mal das Meerrauschen, das Prickeln der Sonne auf der Haut und das herrliche Gefühl, die Zehen in den warmen weißen Sand zu bohren. Für dieses Mal ist es zu Ende, aber eins wissen wir ganz genau. Neuseeland hat uns mit seinem Charme, der unglaublichen Vielfalt und atemberaubenden Natur um den Finger gewickelt – wir werden ganz sicher wieder kommen.

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