Fast jede größere Stadt in Deutschland hat mittlerweile eine Touristenkarte, die für Besucher vor allem das Kulturprogramm erschwinglicher machen soll – doch prüfe, wer sich an die Karte bindet.

Museum, Hotel, Kino, Stadtrundfahrt, Kneipe und Theater zum Schnäppchenpreis – das versprechen Städtekarten. Doch gerade bei einem Wochenendtrip ist es schwer, all die Vergünstigungen auch wahr zu nehmen. Deshalb sollten Städtereisende nicht vorschnell eine der Karten kaufen, sondern ihr Angebot mit den eigenen Wünschen vergleichen. Denn nur so können sie überprüfen, ob sich die versprochenen Einsparungen nicht als Milchmädchenrechnung erweisen.

Beim ersten Besuch in einer Stadt lohnt sich die Karte fast immer. Denn allerorts bietet sie kostenfreien oder ermäßigten Besuch der bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Was wäre zum Beispiel eine Reise nach Hamburg ohne Hafen- oder Alsterrundfahrt? Mit der „HamburgCard„, die als Einzel- oder Gruppenkarte für maximal fünf Personen verkauft wird (Tageskarte 9,90, bzw. 17,90 Euro) fahren Besucher zu ermäßigten Preisen mit den Kuttern und erhalten bei zahlreichen Museen, Musicals, Theater und Restaurants Nachlässe auf die Eintrittsgebühr. Inklusive ist auch die Nutzung sämtlicher HVV-Verbindungen im Großbereich der Hansestadt. Zum Vergleich: Löst man für den Verkehrsverbund eine gesonderte Tageskarte, kostet diese schon 7,60 Euro. Die „HamburgCard“ kann auch für 2-5 Tage gekauft werden und ist zudem als Onlineticket erhältlich.

Reisegruppe im Sightseeing Bus

Ob sie „München Welcome Card„, „Dresden City-Card„, „HeidelbergCard“ oder „Stuttcard“ heißt – die kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel gehört mittlerweile zum Standardangebot der Städtekarten. Kunsthistorische Verlockungen ohne Zuschlag auf den Kartenpreis haben hingegen nicht alle Städte zu bieten: Die 15 Euro teure und ein Tag gültige „HeidelbergCard“ beinhaltet zwar die Hin- und Rückfahrt mit der Bergbahn bis zur Molkenkur und man kommt gratis ins Schloss, doch für außergewöhnliche Sammlungen wie „Prinzhorn“ und das „Deutsche Verpackungsmuseum“ gibt es leider nur eine Ermäßigung. Dagegen bietet die „Dresdner City-Card“ kombiniert mit der „Museums Card“ freien Eintritt auch zu Kunstsammlungen von Weltrang. Sie kostet 35 Euro und gilt für 48 Stunden.

Wer bei seiner Städtereise den Schwerpunkt auf ein Kulturprogramm legt, der sollte allerdings nicht nur auf die Leistungen von Städtekarten sehen. Entscheidend für die Planung sind die Öffnungszeiten und die regulären Eintrittspreise von Museen und Ausstellungen. So sind in zahlreichen Städten sonntags Museumsbesuche gratis. Und montags nützt oft auch die beste Städtekarte nichts: Viele Kulturattraktionen sind an diesem Tag geschlossen. Statt Schnäppchen zu schlagen haben Besucher dann nur viel Geld für wenig Leistung bezahlt.

Düsseldorf lockt Besucher mit kleinen, feinen Extras, die sie mit der „DüsseldorfCard“ erhalten. So gibt es zahlreiche Rabatte in den Bereichen Sightseeing und Kultur. Opernfans haben den Kartenpreis von 14 Euro für 48h schnell wieder hereingeholt: Zu den Extras zählt nämlich auch eine Ermäßigung von 20 % auf den Eintritt in die Deutsche Oper am Rhein. Ein Besuch im „KIT – Kunst im Tunnel“ und im „Filmmuseum Düsseldorf“ sind im Preis der 48 Stunden gültigen Karte genauso enthalten wie die Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs.

Menschen im Museum vor Bilder

Weitere Informationen:

Leistungen und Preise der Städtekarten sind auf den jeweiligen Homepages der Städte zu finden, z.B. www.hamburg.de, www.dresden.de, www.duesseldorf.de. Dort stehen in der Regel auch Preisinformationen zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt und Links zu Museen.

as

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