In Yucatan herrschten einst die Maya. Heute steigen Touristen auf die Pyramiden, sie tauchen in farbenstolze Märkte ein und in kühle Cenoten.

Müde das Blau der Augen, das Gesicht gegerbt von der Sonne: Jose Ramirez hat mehr als 45 Jahre in der Bekleidungsindustrie gearbeitet. Er hat die Stauden der Gewebe-Pflanze Sisal geerntet und Hemden genäht. Und ist gleichwohl ein armer Mann. Ein Schneider, dem das Leben viel Freude geschenkt hat, aber wenig Wohlstand. Ein typischer Einwohner des mexikanischen Bundesstaates Yucatan.

In der rechten Hand eine Coca Cola, sitzt Jose Ramirez auf der Plaza de la Independencia in der Hauptstadt Merida, seiner Stadt. Ramirez‘ Augen blitzen, als er beginnt, über sich zu reden und über diejenigen, die gekommen sind, die mexikanische Karibikküste zu verändern: „Yucatan ist in Gringo-Hand“, sagt Ramirez dann. „Sehen Sie sich nur einmal die Konfektionsgrößen unserer Hemden an – wir korrigieren sie alle paar Jahre zwei Nummern nach oben.“

Die meisten seiner Kunden seien Touristen aus den USA, Gringos eben, sagt Ramirez. „Wir freuen uns darüber. Ihre Kreuzfahrtschiffe bringen uns Wohlstand. Und die Flugplätze von Cancun und Merida müssen ständig ausgebaut werden.“ Allein: Daran, dass Merida wieder die beschauliche Kapitale werden könne, die es einmal war, daran glaubt Jose Ramirez nicht.

Eineinhalb Millionen Einwohner leben heute in der 1542 von den spanischen Conquistadores gegründeten Stadt. Prächtig wie einst stehen das Theater und das Rathaus da. Sie überstrahlen die Plaza de la Independencia und selbst die Märkte der Stadt, auf denen das Leben blüht, auf denen Sisal und ganze Schweineköpfe verkauft werden. Und natürlich die Hemden für die Touristen.

Deretwegen kommen die meisten Urlauber allerdings nicht nach Yucatan, sondern vielmehr, um den Zeugnissen und Legenden der Welt der Maya nachzuspüren. Dafür müssen sie von Merida aus gut zwei Stunden nach Osten fahren, an die Küste, an die „Riviera Maya“. Die Riviera Maya ist ein 130 Kilometer langer Streifen Karibik, der alles bietet, was sich Reisende im Urlaub wünschen können: von den Maya-Tempeln in Tulum über einsame Strände bis hin zu traumhaften Luxus-Resorts: Playa del Carmen etwa, das einmal ein ruhiges Fischerdorf war, bietet heute einzigartige Hotels von internationalem Rang. Allein die Gruppe Iberostar hat hier in den vergangenen Jahren vier große Resort-Hotels nebeneinander gebaut.

Dabei gilt als Erkennungszeichen der Riviera Maya eigentlich ihr Abwechselungsreichtum: So liegt unweit der Sandstrände von Playa del Carmen das Natur-Reservat von Sian Ka’an mit seiner artenreichen Flora und Fauna. Hier wandern Urlauber auf alten Maya-Wegen, sie paddeln über Korallenbänken – und vor allem machen sie sich auf zu Tauchgängen: Das Große Mayariff ist das zweitgrößte der Welt, und die Unterwasserhöhlen Yucatans, die so genannten Cenotes, sind weltweit einmalig. Hier fühlen sich Urlauber ganz unabhängig von ihrem Alter wohl – auch weil sie sich in den Höhlen von der oft reichlich feuchten Hitze der Überwasserwelt erholen können.

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