Die Mecklenburgische Seenplatte ist ein Paradies für Vögel und Fische, für Angler und Fischotter.

Mecklenburg-Vorpommern ist kein Land, das sich dem Reisenden aufdrängt: Von Berlin nach Norden fahrend, wird die Landschaft allmählich ruhiger, die Geräusche werden leiser. Wälder erstrecken sich hier über Kilometer hinweg und ab und zu kann man Wasser durch die Bäume hindurch blitzen sehen: Vielleicht merkt man erst nach einigen Minuten, dass sie unmittelbar vor einem liegt – die Mecklenburgische Seenplatte.

Die Eiszeit formte das Bild dieser Landschaft. Vor circa 15.000 Jahren schoben sich die Gletscher von Skandinavien in Richtung Süden, lagerten Schutt und Steine ab und veränderten die Erdoberfläche. Es entstanden die tausenden von Seen, Mooren und Flüssen des heutigen Naturschutzgebietes. Sonst zeugt hier nichts mehr von den Eismassen und ihrem unvorstellbaren Druck, der bewirkt, dass sich in Skandinavien noch heute die Erde anhebt.

Sandige Ebenen und Binnendünen bilden an der Seenplatte einen Kontrast zum üppigen Grün der Wälder: Durch kilometerlange Alleen gelangt man tiefer in das Naturschutzgebiet, und immer häufiger ziehen sich kleine Bäche und Flüsse durch die hügelige Landschaft. Sie verbinden die ungefähr 2.000 Seen der Mecklenburgischen Seenplatte.

Hundert Seen, hundert Schlösser

Das Gebiet ist aber nicht nur von Flüssen durchzogen, und nicht nur See reiht sich an See hier – dasselbe gilt für historische Schlösser und barocke Kirchen. In nahezu jedem Ort trifft man auf mittelalterliche Burgen, originalgetreu restaurierte Stadtmauern und Fachwerkhäuser oder barocke und gotische Stadtkirchen.

Besonders in den beiden Städte Güstrow und Schwerin spürt man die Geschichte. Güstrow war einst herzogliche Residenz – heute wandert der Besucher durch schmucke Straßen vorbei am Renaissance-Schloss und dem gotischen Dom. Auch Schwerin, die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, lockt mit Sehenswürdigkeiten wie dem berühmten Schweriner Schloss, dem Burggarten und der Orangerie.

Fisch und Fahrrad

Menschen leben an der Seenplatte nur wenige. Zudem sind die Flüsse und Seen für Motorsport aller Art gesperrt. So konnten sich in dieser Gegend auch Tierarten ansiedeln, die in anderen Teilen Deutschlands heute nicht mehr zu finden sind. Besonders wohl fühlen sich Wasservögel und Fische – aber auch Angler und andere Fressfeinde: Der Fischotter mit seiner Vorliebe für Bäche und Flüsse mit schützendem Gebüsch findet hier seine Lieblingsspeise en masse. Die Sensation an der Platte ist allerdings der Seeadler, der in Deutschland schon als ausgestorben galt. Er ist das Symbol des Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide, einem der drei großen Naturschutzgebiete der Mecklenburgischen Seenplatte.

Die anderen beiden Naturparks sind die Feldberger Seenlandschaft und der Müritz-Nationalpark. Letzterer liegt auf halber Strecke zwischen Berlin und Rostock und ist deshalb für stressgeplagte Hauptstädter eine erholsame Alternative zur Ostsee. Denn hier liegt die Müritz, Namensgeber und mit 117 Quadratmetern der größte See Norddeutschlands.

Vorsehen sollten sich Stadtmenschen allerdings vor den Müritzer Mooren – diese können die Farbe wechseln. Einmal im Jahr, im Frühling, bietet sich hier ein ungewöhnliches Naturschauspiel: Der Sumpf wird weiß. Dann blüht das weiße Wollgras in den Mooren und es scheint, als würde trotz Sonnenschein Schnee über der Landschaft liegen.

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