Fern abseits der Hotels fühlt man sich hier zurückversetzt in eine andere Zeit. Am Strand von La Playa auf La Gomera trifft man sich jeden Abend bei Sonnenuntergang und lauscht gemeinsam dem Spiel der Wellen.

Ein übrig gebliebenes Ritual aus der Zeit der freien Liebe, wo auf den legendären Vollmond-Festen der Ausstieg aus der Gesellschaft gefeiert wurde. Auch heute noch gibt es auf der zweitkleinsten Kanaren-Insel eine Hippie- und Aussteigerkommune, die sich hier fest niedergelassen hat. Aber auch diejenigen, die dem Massentourismus der Nachbarinseln entkommen wollen, entscheiden sich zunehmend für La Gomera. Auch wenn die Ursprünglichkeit von einst nun immer mehr den Bungalow-Anlagen und großen Fähren weichen muss, hat die Insel ihren Charme bewahrt.

Karge Berge und vegetationsreiche Küstenstreifen, Plantagen, fruchtbare Täler und undurchdringliche Waldgebiete im zentralen Hochland sorgen für eine abwechslungsreiche und reizvolle Landschaft.
Mit 120.000 Exemplaren ist La Gomera die palmenreichste Insel der Kanaren. Der ausschließlich auf den Kanaren heimische Drachenbaum ist hier hingegen  unterrepräsentiert. Nur ein einziger Baum steht in einem kleinen verlassenen Tal nördlich von Alajero. Die alten Wegesysteme bieten ideale Wandermöglichkeiten und Radfahrer, Taucher und Golfer kommen hier ganz auf ihre Kosten. Kulturell absolut einzigartig ist eine spezielle Form der Kommunikation, die die Gomeros vor langer Zeit entwickelt haben: Die Pfeifsprache „El Silbo“. Sie wurde in den achtziger Jahren von der UNESCO in die Liste der erhaltenswerten Kulturgüter aufgenommen. Je nach Tonhöhe- und -länge lassen sich Vokale und Konsonanten erzeugen, mit denen die Bewohner weit entfernter Dörfer früher fliegende Botschaften miteinander austauschten. Ein Teil der Bevölkerung beherrscht sie auch heute noch.  In den Schulen La Gomeras gehört El Silbo seit einiger Zeit fest zum Lehrplan. Wer die Pfeifsprache live erleben möchte, besucht am besten eine der vielen Fiestas der Insel oder spitzt beim Wandern seine Ohren. Mit etwas Glück hört man dann zwischen Palmen und Drachenbaum Botschaften aus einer längst vergangen Zeit.

Entdecken Sie die Insel!

Wem all das nicht genügt, findet auf der kleinen Nachbarinsel El Hierro ein noch naturbelasseneres und weitaus einsameres Paradies vor.

Bevor 1884 der Nullmeridian nach Greenwich verlegt wurde, verlief dieser durch dieses kleine Kanaren-Inselchen. Bis zur Entdeckung Amerikas war hier nämlich die Welt zu Ende. Das Gefühl der Einsamkeit und Abgeschnittenheit haben die Bewohner von El Hierro bis heute bewahrt. Und sie lieben ihr Fleckchen Erde, lieben die unberührte Natur, viel Ruhe und das immerwährende Gefühl der Sicherheit. Gerade einmal 10.000 Einwohner zählt das Eiland und ist somit die kleinste Insel des Kanaren-Archipels. Dass hier jeder jeden kennt, ist also nicht weiter verwunderlich. Kriminalität ist hier so gut wie nicht vorhanden, und touristische Zentren wie auf den benachbarten Inseln gibt es nicht. Dafür aber das kleinste Hotel der Welt, welches auf einer wellenumtosten Landzunge steht und gerade einmal aus vier Zimmern besteht.

Übergroß ist hingegen die Rieseneidechse, die es nur hier gibt und die bis zu einem halben Meter lang wird. Seit dem Jahr 2000 steht El Hierro komplett als Unesco-Biospährenreservat unter Schutz und darf sich „sauberste Insel Europas“ nennen. Immergrüner Lorbeerwald bedeckt das Zentralgebirge. Zwischen den geschützten Felswänden wachsen Ananas, Papayas und Mangos. Auch die Unterwasserwelt hat durch die steil abfallenden Felsen eine vielfältige Flora und Fauna zu bieten.
Für Naturbegeisterte, Sportliebhaber und Individualtouristen ist das Paradies also so nah. Und dennoch fühlt es sich stets so an, als sei man am Ende der Welt.

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