Das Einmaleins für kulinarisches dolce vita in Italien.

Fangen wir am besten im Norden an, und mit den „Grotti“: Diese in Fels gehauenen Grotten wurden ursprünglich als Lagerräume für Milchprodukte und Wein verwendet. Heute sind aus den kühlen Räumen oft schöne Lokale geworden, in denen die Gäste bei einem Glas Rotwein eigene regionale Spezialitäten genießen. Touristen sollten wissen: nach Spaghetti wird man hier vergeblich fragen. Denn in den Grotti werden vor allem Käse- und Wurstspezialitäten angeboten.

Vielen deutschen Urlaubern steht der Konsum von Spaghetti aber ohnehin denkbar schlecht: Sie verspeisen der berühmten langen Nudeln oft nur mit großer Mühe. Manch einer spitzt gar die Lippen, um alle Enden, die aus dem Mund hängen, mit lautem Schlürfen noch hineinzuziehen. Die Italiener schaffen das mit dem Aufwickeln leichter, und zwar nur mit einer Gabel, die sie am Tellerrand drehen.

Angeblich war es Marco Polo, der die Spaghetti aus der Mongolei mitbrachte, im Alten Rom und Griechenland kannte man die dünne Pasta aber schon. Der Begriff kommt übrigens vom lateinischen Wort ‚spacus’, Bindfaden, der als ‚spago’ ins Italienische eingegangen ist. Die Verniedlichungsform ‚spaghetto’ in den Plural setzen – und schon haben wir eine italienische Lieblingsspeise: Spaghetti.

Ebenfalls typisch italienisch: die Pizza. Dass diese, so wie wir sie heute kennen, in Neapel erfunden wurde, ist vielleicht bekannt. Doch dass sie ursprünglich ein Arme-Leute-Essen war und hauptsächlich zur Resteverwertung diente, ist schon kurioser. Das italienische Nationalgericht wurde wohl um 1890 von einem italienischen Pizzaiolo und seiner Frau zu Ehren der Königin Margherita, der Frau des Königs Umberto I., gebacken. Belegt hat der Pizzabäcker die königliche Speise in den italienischen Nationalfarben: Grün war das Basilikum, weiß der Mozzarella und rot die Tomatensoße. So schmeckte es der Königin am besten, und prompt wurde die Pizza nach ihr benannt. Die Pizza Margherita eroberte die ganze Welt.

Supplì sind mit Mozzarella gefüllte Tomaten-Reis-Kroketten, die in Italien gern als Vorspeise zur Pizza oder als Zwischenmahlzeit gegessen werden. Und was passiert, wenn man ein Supplì in der Mitte teilt und auseinander zieht? Genau. Der Mozzarella wird lang und länger und nimmt die Form einer Telefonschnur an – Supplì al Telefono!

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