Liebe geht durch den Magen, heißt es. Solange Sie Ihrer Liebe für’s Reisen nicht nachgehen können, ist Kochen eine wunderbare Alternative. Kommen Sie mit uns auf eine kulinarische Entdeckungsreise – und das ganz einfach von zu Hause aus. Wir stellen Ihnen sechs europäische Städte vor, die sich zu echten Highlights für Feinschmecker entwickelt haben und verraten Ihnen Rezepte für landestypische Gerichte, die Ihren Reisehunger stillen.

6 kulinarische Trendziele in Europa – und wie Sie sich von zu Hause aus hinkochen können

 

San Sebastián, Spanien

San Sebastián ist DIE neue Foodie-Hochburg. Mit insgesamt 18 Sternen hat Donostia, wie die Basken ihre Stadt nennen, die zweithöchste Dichte an Sterne-Restaurants. Drei Lokale dürfen sich sogar mit drei Sternen schmücken: das Arzak, das Akelarre und das Martín Berasategui. Und das Mugaritz ist Nummer neun auf der Liste der besten Restaurants der Welt! Aber auch in den vielen Pintxos-Bars finden Sie baskische Tapas auf höchstem Niveau. Besonders empfehlenswert sind die berühmten Pintxos de donostia mit Meeresfrüchten aus dem Atlantik, die auf den quirligen Märkten San Martín und La Brexta fangfrisch eingekauft werden. Probieren Sie unbedingt Bacalao al pil pil (würzigen Stockfisch in selbstgemachter Mayo), Brocheta de gambas (knusprig-zarte Scampis am Spieß) und Pastel vasco (mit Vanillecreme gefüllten Kuchen).

Spanien zum Nachkochen für zu Hause: Tortilla

Rezept für 1 Tortilla (6 – 8 Portionen)

  1. 400 g Kartoffeln und 1 große Zwiebel schälen und kleinschneiden.
  2. 3 TL Olivenöl und 25 g Butter in einer beschichteten Pfanne auf kleiner Hitze schmelzen. Zwiebel und Kartoffeln ca. 20 – 30 Minuten weich kochen. Ein paar Knoblauchzehen zerdrücken und mit in die Pfanne geben. Zusätzlich – je nach persönlichem Geschmack – Gemüse, Fleisch, Fisch oder Käse in die Pfanne geben. Überflüssiges Öl abseihen.
  3. 6 große Eier in eine Schüssel geben, verquirlen und mit Salz und Pfeffer würzen. Nach Belieben klein geschnittene Petersilie hinzufügen.
  4. Die Eier in die Pfanne geben und mit einem Deckel abdecken. Tortilla kochen lassen. Nach ca. 20 Minuten überprüfen, ob die Eimasse an der Oberfläche gestockt ist und an der Unterseite goldbraun gebraten. Den Rand der Eimasse von der Pfanne lösen und die Tortilla schwenken.
  5. Wenn die Tortilla fertig gebraten ist, einen großen Teller auf die Pfanne legen, in Ofenhandschuhe schlüpfen und das Ganze vorsichtig aber mit Schwung umdrehen. Darauf achten, dass der Teller die Pfanne voll abdeckt.
  6. Die Tortilla zurück in die Pfanne geben, um die andere Seite auch goldbraun zu braten.
  7. Die fertige Tortilla auf einem Teller anrichten und in Stücke schneiden. Die Tortilla schmeckt kalt oder warm.

Kulinarischer Tipp vom Experten

Unser spanischer Kollege Miguel sagt:

Für Ihre authentische Genussreise ins Baskenland, geben Sie rote und grüne Paprika, Chorizo oder ganz traditionell etwas Bacalao (gesalzenen Kabeljau) in Ihre Tortilla und servieren sie mit ein paar Scheiben Brot als Pintxos.

 

Lyon, Frankreich

Dass Gott gern in Frankreich isst, ist bekannt. Womöglich tut er es am liebsten in Lyon. Die charmante Stadt bietet alles, was sich das Foodie-Herz wünschen kann: von den typischen Bouchons mit traditionell einfacher Küche bis zu berühmten Restaurants von Sterne-Köchen. Auf den Märkten in Saint-Antoine und Les Halles de Lyon kaufen nicht nur die Locals, sondern auch die Chefs de cuisine regionale Spezialitäten ein: Bressehuhn, Karpfen aus der Dombes, Pilze aus Saint-Bonnet-Le-Froid, Saucisson Brioche (Wurst in Hefeteig) oder den scharf duftenden Saint-Marcellin-Käse. Natürlich sind auch die süßen Verführungen Frankreichs ein Traum – so wie die Tarte aux pralines (Mandel-Tarte). Das Food-Museum „Cité de la gastronomie“, das Ende 2019 eröffnet wurde, liefert Feinschmeckern noch einen Grund mehr, endlich mal nach Lyon zu reisen.

Frankreich zum Nachkochen für zu Hause: Quiche Lorraine

Für den Boden: 

  1. 300 g Mehl mit einem ½ TL Salz in eine Schüssel geben.
  2. 150 g geschmolzene Butter zum Mehl geben und 2 – 3 Minuten kneten.
  3. Etwas Wasser (ca. 10 ml) hinzufügen und weiter kneten, bis sich der Teig zu einer Kugel formt.
  4. Teig in eine gefettete Spring- oder Quicheform geben und gleichmäßig auf dem Boden der Form verteilen.

Für die Füllung

  1. Backofen auf 180 Grad vorheizen.
  2. 3 Eier mit einer Prise Salz in eine große Schüssel geben und leicht verquirlen.
  3. 200 ml Crème Fraiche hinzugeben.
  4. 200 g gekochten Schinkenwürfeln und zur Eimasse geben.
  5. Die Quiche-Füllung in die Form über den Teig gießen.
  6. 50 g geriebenen Gruyère-Käse über die Quiche streuen.
  7. Quiche für ca. 30 – 45 Minuten im vorgeheizten Ofen backen.

Kulinarischer Tipp vom Experten

Unsere französische Kollegin Pauline sagt:

Um in Ihre Quiche den Geschmack von Lyon zu zaubern, geben Sie Saint-Marcellin-Käse oder karamellisierte Zwiebeln in die Füllung. Eine Quiche schmeckt warm oder kalt – am besten mit etwas Salat.

 

Bologna, Italien

„La Grassa“, „die Fette“ – der Spitzname lässt erahnen, weshalb Bologna einen Besuch lohnt: das Essen! In der Tat geraten Foodies in der mittelalterlichen Stadt in der Emilia-Romagna ins Schwärmen. Im Food-Themenpark Fico dreht sich alles um regionales Essen. Doch viel mehr Spaß macht es, im Zentrum zwischen historischen Fassaden in mediterranen Tönen auf Entdeckungstour zu gehen. Überall finden Sie versteckte Tavernas und winzige Pizzerien, die direkt auf die Straße verkaufen. Auf der Gelato-Tour (buchbar im Welcome Office Piazza Maggiore) schlecken Sie sich durch Bolognas beste Eisdielen. Ein Abstecher in die Käsereien im benachbarten Modena, die den weltberühmten Parmigiano-Reggiano herstellen, ist ein Muss. Gegen 18 Uhr winkt der traditionelle Aperitivo: Zu Ihrem Drink bekommen Sie regionale Köstlichkeiten gratis, etwa Käse, Parmaschinken, Mortadella, Oliven. So lässt es sich leben.

Italien zum Nachkochen für zu Hause: Ragù alla Bolognese

Rezept für 4 Personen: 

  1. 100 g Speck, 1 Zwiebel, 2 Karotten, 2 Stangen Selleriein kleine Würfel schneiden.
  2. Den Speck in eine heiße Pfanne (mit hohem Rand) geben und bei mittlerer Hitze anbraten – einen Schuss Olivenöl nur wenn nötig hinzugeben. Dann die Zwiebel in die Pfanne geben.
  3. Wenn die Zwiebel weich geworden ist, Karotten und Sellerie hinzufügen.
  4. 400 g Kalb- oder Rinderhackfleisch dazugeben und bei hoher Temperatur anbraten.
  5. 125 ml Weiß- oder Rotwein hinzufügen und einkochen lassen. Dann 150 ml Rinderbrühe und 30 g Tomatenmark hinzufügen und Soße mit Salz und Pfeffer würzen.
  6. Hitze reduzieren und Soße bei niedriger Temperatur mind. 1 Stunde köcheln lassen.
  7. Zum Schluss nach und nach 125 ml Milch einrühren und nach Belieben würzen.
  8. Pasta in reichlich kochendem Salzwasser bissfest garen und mit der Soße servieren.

Kulinarischer Tipp vom Experten

Unsere italienische Kollegin Mariangela sagt:

Bevor Sie das Gemüse anbraten, geben Sie Wein in die Pfanne und lassen Sie diesen einkochen – das gibt der Sauce den extra Kick. Traditionell wird das Ragù alla Bolognese auf frischen Tagliatelle serviert.

 

Kopenhagen, Dänemark

An Kopenhagen kommt kein Foodie vorbei. Die entspannte Stadt am Meer mit ebenso entspannten Bewohnern hat sich zu einem kulinarisch place to be gemausert. Chef René Redzepi gilt als Vorreiter einer neuen nordischen Küche. Hier wird streng saisonal gekocht: Von Februar bis Juni kommen Meeresfrüchte auf den Tisch, danach Gemüse (rein vegetarisch und vegan) und ab dem frühen Herbst werden unter dem Motto „Game and Forest“ Wild, Pilze, Nüsse und Beeren serviert. Bunt geht es auf dem hippen Street-Food-Markt Reffen auf Refshaleøen zu. Unzählige Stände bieten Gerichte aus allen Ecken der Welt an: vom Gourmet-Hotdog mit knusprigen Zwiebeln oder Smørrebrød mit karamellisierten Birnen und Kresse über nepalesische Gemüse-Dumplings bis hin zum hawaiianischem Shave Ice in Regenbogenfarben. Im Sommer wird draußen Party gemacht, im Winter sich hyggelig in der Halle eingekuschelt.

Dänemark zum Nachkochen für zu Hause: Remoulade

  1. 1 TL Kapern, 2 TL saure Gurken, 1 kleine Zwiebel, eine handvoll Knoblauchzehen, 3 Zweige frischen Estragon klein schneiden.
  2. Alles zusammen in eine Schüssel geben, verrühren und dann 120 ml Mayonnaise, 2 TL Dijon-Senf und einen Schuss Zitrone hinzufügen.
  3. 50 g Sahne (oder Griechischen Joghurt) leicht schlagen und unterheben.

Kulinarischer Tipp vom Experten

Unser dänischer Kollege Jesper sagt:

Die frische Remoulade passt perfekt zu Skefrikadeller (Fischfrikadellen) oder auf Smørrebrød (Butterbrot). Oder machen Sie einen typisch dänischen Hotdog mit Remoulade und knusprigen Zwiebeln – den lieben auch die Kinder!

 

Krakau, Polen

Klammheimlich ist Krakau zum Hotspot in Osteuropa aufgestiegen, auch kulinarisch. In den gewundenen Gassen der mittelalterlichen Altstadt locken urige Wirtschaften mit polnischen Spezialitäten wie Pierogi. Die Teigtaschen gibt es in unzähligen Variationen – von traditionell mit Käse, Kartoffeln, Pilzen und Sauerkraut bis hin zu neuen Kreationen mit Wild oder Lachs. Fine-Dining-Liebhaber pilgern ins Qrudo Food & Wine in der Wąska, wo klassische polnische Gerichte neu interpretiert werden: Ziegenkäse-Kartoffel-Pierogi in Trüffelbutter, Perlhuhnbrust mit Hirse-Kohl-Roulade oder soll es der Zander an Gerstengraupen mit Nüssen und Pilzen sein? Als klassisches Traditionsgericht gilt Bigos – ein Schmoreintopf aus Sauerkraut, Pilzen, Fleisch und Wurst. Satt und glücklich geht es wieder in die Straßen des angesagten Viertels Kazimierz zur Craft-Beer-Kellerkneipentour.

Polen zum Nachkochen für zu Hause: Pierogi

Rezept für ca. 20 Teigtaschen

  1. Für den Teig 250 g Mehl in eine Schüssel geben und in der Mitte eine Mulde formen.
  2. 1 Ei, ½ TL Olivenöl und ein bisschen warmes Wasser verrühren, in die Mulde geben und langsam zu einem glatten Teig kneten. Ist der Teig zu trocken, etwas Wasser hinzufügen. Ist der Teig zu feucht, Mehl hinzufügen. Wenn der Teig die richtige Konsistenz hat, noch ein paar Minuten mit der Hand weiter kneten, bis der Teig schön glatt und elastisch ist.
  3. Teig zu einer Kugel formen, mit ein paar Tropfen Olivenöl besprenkeln, mit einem Tuch bedecken und mind. 30 Minuten ruhen lassen.
  4. Für die Füllung können die Zutaten je nach Geschmack gewählt und zusammengestellt werden – es passt, was der Kühlschrank hergibt. Je nach Wahl Gemüse oder Fleisch zusammen mit Öl oder Butter in einer Pfanne anbraten und würzen.
  5. Arbeitsfläche mit Mehl bestreuen und den Teig ca. 3 cm dick ausrollen. Mit einem Messer oder einem umgedrehten Glas Kreise mit ca. 8 cm Durchmesser ausstechen.
  6. Einen Löffel der Füllung in die Mitte der runden Teigteilchen geben und zuklappen, so dass gefüllte Taschen in Halbmondform entstehen. Den Rand rundherum gut andrücken.
  7. Die fertigen Pierogi nach und nach auf ein bemehltes Brett legen und mit einem Tuch abdecken.
  8. Salzwasser in einer Pfanne oder einem Topf zum Kochen bringen. Die Teigtaschen nacheinander in das kochende Wasser geben und ein paar Minuten kochen. Wenn die Teigtaschen an der Oberfläche schwimmen, sind sie fertig gegart. Anschließend können sie noch in einer Pfanne mit etwas Butter angebraten werden. So kann man sie gut wieder aufwärmen und sie werden außen schön knusprig.

Kulinarischer Tipp vom Experten

Unsere polnische Kollegin Maria sagt:

Eine traditionelle Füllung, vor allem an Weihnachten, ist Sauerkraut oder Kohl und Pilze. Ich empfehlen Ihnen, auch mal Russische Pierogi zu probieren. Sie werden mit Kartoffeln und Hüttenkäse gefüllt und mit geschmolzener Butter serviert. Die Zubereitung dauert ein bisschen, aber der Genuss ist es allemal wert.

 

Santorini (Thira), Griechenland

Kalt gepresstes Olivenöl aus den heimischen Olivenhainen, saftiger Feta und frischer Fisch – die griechische Küche ist gesund, einfach und doch schmackhaft. Kein Wunder, dass sie gerade eine Renaissance unter Feinschmeckern erlebt (zusammen mit den hervorragenden ägäischen Weinen!). Gastronomisch tut sich besonders die Insel Santorin in der Südägäis hervor. Weiße Häuschen mit kobaltblauen Kuppeldächern und prächtigen pinkfarbenen Bougainvilleas leuchten an Steilhängen, darunter kleine Buchten mit smaragdfarbenem Wasser – Kalliste, „die Schönste“, macht ihrem Namen alle Ehre. In den engen, gewundenen Gassen der Städtchen Oia im Norden und Fira im Süden, zwischen Treppchen und Balkonen, reihen sich die Tavernas aneinander. Gegrillte Kalamari in Knoblauchöl, frittierte Sardinen in Sesamkruste (Gavrós), mit Minze mariniertes Lamm, salziger Schafskäse im Spinatmantel – was darf es heute sein?

Griechenland zum Nachkochen für zu Hause: Fava (Dip aus gelben Platterbsen)

Rezept

    1. 200 g gelbe Platterbsen (als Alternative: Ackerbohnen oder Linsen) in eine Schüssel geben, mit kochendem Wasser übergießen und leicht durchrühren, sodass alle Erbsen mit Wasser bedeckt sind. Dann das Wasser abgießen, abtropfen lassen und die Erbsen nochmal durchspülen.
    2. 1 rote Zwiebel und 1 Knoblauchzehe klein schneiden, mit 2 TL Olivenöl und einem Lorbeerblatt in eine Pfanne geben und mit einer Prise Salz und Pfeffer würzen. Ein paar Minuten auf höchster Stufe anbraten, bis die Zwiebeln weich sind. Die Platterbsen hinzugeben und umrühren.
    3. Mit 1 Liter Gemüsebrühe ablöschen und wieder zum Kochen bringen. Anschließend die Hitze reduzieren und bei niedriger Temperatur köcheln lassen, bis die gesamte Flüssigkeit verkocht ist.
    4. Vom Herd nehmen und mit der Küchenmaschine oder einem Handmixer pürieren. 4 TL Olivenöl, ein paar Zitronenzesten und den Saft von 1-2 Zitronen hinzufügen. So lange pürieren, bis der Dip schön cremig ist. Abschmecken und je nach Geschmack nachwürzen. Dann Dip auskühlen lassen.
    5. Vor dem Servieren, Dip mit Olivenöl bespränkeln und mit roten Zwiebeln oder getrockneten Tomaten anrichten.

Kulinarischer Tipp vom Experten

Unsere griechische Kollegin Anna sagt:

In Santorini wird der Dip typischerweise als Teil einer Vorspeisenplatte mit vielen anderen kleinen Gerichten serviert. Probieren Sie ihn zusammen mit gegrillten Kalamari, frisch gebackenem Brot und einem griechischen Salat mit Feta. Für den besonderen Kick können Sie noch etwas mehr Zitronensaft und Kapern in Ihren Dip geben.