Im Jahr 2012 wurde das 40. Jubiläum des UNESCO Welterbes gefeiert. weg.de hat Ihnen zu diesem Anlass fünf der behüteten Schönheiten der Erde vorgestellt.

Lebhaft geht es zu auf den Plätzen von Havannas historischer Altstadt – und farbenfroh.  Vom Verfall bedrohte herrschaftliche Kolonialbauten erstrahlen in neuem Glanz. Gemächlich aber stetig werden die alten Gebäude im Zentrum der kubanischen Hauptstadt restauriert. Möglich ist dies mit Hilfe der UNESCO, die sich seit 1972 für den Erhalt von historischen Stätten, kulturell bedeutenden Bauten sowie den Schutz von außergewöhnlichen Landschaften einsetzt.

Neben Havanna, der peruanischen Ruinenstadt Machu Picchu, dem Opernhaus in Sydney, den Pyramiden von Gizeh, der Alhambra im spanischen Granada, Schloss Schönbrunn in Wien, der Akropolis in Griechenland oder den Mayaruinen Chichen Itza in Yucatán stehen insgesamt 936 Denkmäler in 153 Ländern auf der UNESCO-Liste.

Behütete Schönheiten: Welterbe-Stätten entdecken

Mauritius: Kulturlandschaft Le Morne

Im 18. und 19. Jahrhundert bewahrte der Berg Le Morne im Südwesten der Insel Mauritius unzählige entflohene Sklaven vor einem grausamen Schicksal. Sie hielten sich in Höhlen auf den schwer zugänglichen, dicht bewaldeten Klippen versteckt und gründeten kleine Siedlungen. Seitdem gilt Le Morne und seine Umgebung als Symbol des Widerstandes sämtlicher Sklaven, die vom afrikanischen Festland, Madagaskar, Indien und Südostasien nach Mauritius verschifft worden waren. Für die Bewohner von Mauritius hat die Region eine hohe historische und kulturelle Bedeutung, die sie gerne  interessierten Besuchern vermitteln. Le Morne ist nun nach Aapravasi Ghat, einem Viertel der Hauptstadt Port Louis, die zweite Kulturstätte auf Mauritius, die in die UNESCO-Liste eingetragen wurde.

Deutschland: Siedlungen der Berliner Moderne

Deutschland verfügt über insgesamt 36 Denkmäler auf der Liste, drei davon allein in der Hauptstadt. 2008 wurde das UNESCO-Gütesiegel an die sechs Siedlungen der Berliner Moderne vergeben, die zwischen 1913 und 1934 entstanden und in der ganzen Stadt verstreut sind: die Gartenstadt Falkenberg in Treptow, die Schillerpark-Siedlung in Wedding, die Großsiedlung Britz – Hufeisensiedlung in Neukölln, die Wohnstadt Carl Legien am Prenzlauer Berg, die Weiße Stadt in Reinickendorf und die Großsiedlung Siemensstadt in Charlottenburg und Spandau.

Für den Großteil der Siedlungen zeichnete der Architekt und Stadtplaner Bruno Taut verantwortlich, aber auch der deutsche Architektur-Star Walter Gropius war an den Bauwerken beteiligt. Die schlichten, funktionalen Anlagen galten damals als revolutionär und richtungweisend für Nachfolgeprojekte.

Kroatien: Ebene von Stari Grad

Die Ebene von Stari Grad auf der Insel Hvar wurde für seine Ursprünglichkeit von der UNESCO ausgezeichnet. Das Städtchen Stari Grad geht auf eine griechische Siedlung aus dem 4. Jahrhundert vor Christus zurück, und Spuren dieser Zeit sind bis heute sowohl in der Stadt als auch in der Umgebung zu entdecken: alte Steinmauern, Steinhäuser und Zeugnisse der geometrischen Landaufteilung, die bereits die alten Griechen betrieben hatten. Behütet wurde diese Kulturlandschaft als Naturschutzgebiet bereits vor der Aufnahme in die UNESCO-Liste, damit die geschichtsträchtige Landschaft intakt bleibt. Damals wie heute werden in der fruchtbaren Region Trauben und Oliven in traditioneller Landwirtschaft angebaut.

Italien: Mantua und Sabbioneta

Das Schicksal des tragischsten Liebespaares aller Zeiten nahm seinen Lauf, als Romeo seine Julia in Verona zurück lies und nach Mantua aufbrach, um auf Nachrichten seiner Geliebten zu warten.  Die Wurzeln Mantuas gehen bis auf die Römerzeit zurück. Die in der Lombardei in Norditalien gelegene Stadt ist also nicht nur Schauplatz bekannter Dramen, sondern auch historisch von Bedeutung. Die im 15. und 16. Jahrhundert modernisierte Stadt stieg zu einer der Hauptstädte der Renaissance auf. Als weiteres Musterbeispiel der Städtebaukunst der Renaissance-Zeit wurde das im 16. Jahrhundert entstandene, 35 Kilometer entfernte Städtchen Sabbioneta 2008 gemeinsam mit Mantua auf die Liste der UNESCO gesetzt.

Kuba: Historisches Zentrum von Camagüey

Die prächtigen, farbenfrohen Kolonialbauten, die die Spanier als kulturelles Erbe hinterlassen haben, sind auf der ganzen Insel gegenwärtig. Mit dem historischen Stadtzentrum von Camagüey hat die UNESCO die vierte kubanische Stadt neben Havanna, Trinidad und Cienfuegos mit dem Weltkultur-Label versehen. Camagüey zählt zu den ersten Stadtgründungen durch die Spanier. Umso bemerkenswerter, dass die damalige Stadtstruktur aus dem 16. Jahrhundert bis heute erhalten geblieben ist. Im Gegensatz zu typischen lateinamerikanischen Kolonialstädten verfügt Camagüuey über keine regelmäßige Anordnung der Häuserblocks, sondern über ein kreatives Geflecht aus Gassen und Plätzen. Heute hat sich die von zahlreichen architektonischen Stilrichtungen geprägte Stadt durch ihre zentrale Lage zu einem Dreh- und Angelpunkt Kubas entwickelt.

 

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