Seit dem Sturz des Apartheidregimes im Jahre 1994 hat Südafrika einen beachtlichen Wandel durchlaufen. Heute ist das traumhaft schöne Land mit seiner malerischen Küste und seinen faszinierenden Städten ein echter Touristenmagnet. Doch der Kampf um die Gleichstellung aller Bevölkerungsgruppen hat auch Opfer gefordert, und das auf allen Seiten. Selbst Touristen ist die hohe Kriminalitätsrate zum Verhängnis geworden, obwohl im Großen und Ganzen eher Einheimische davon betroffen sind. Von amtlicher Seite wird das Thema Kriminalität oft heruntergespielt, in den Medien hingegen bis aufs Letzte ausgeschlachtet. Wie die Lage wirklich aussieht und worauf man bei einem Urlaub in Südafrika achten muss, erfahren Sie hier.

Ist Südafrika derzeit ein sicheres Reiseziel?

Derzeit ist die Lage in Südafrika stabil, doch das kann sich jederzeit ändern. Bei einem Südafrika-Urlaub ist die Sicherheit laut Auswärtigem Amt bedingt zu bejahen. Es rät Reisenden, aktuelle Informationen zur Sicherheitslage in Südafrika im Blick zu behalten. Es liegt jedoch keine explizite Reisewarnung für Südafrika vor. Ist ein Urlaub in Südafrika also sicher? Ja, wenn Sie einige Dinge beachten. Meiden Sie Menschenmengen und als gefährlich geltende Viertel und Gegenden. Seien Sie sich der hohen Kriminalitätsrate bewusst. Ein ausreichender Reisekrankenversicherungsschutz wird ebenfalls empfohlen. Auf der Website des Auswärtigen Amts finden Sie die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise für Südafrika. Mehr erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Ist Südafrika sicher? Hintergründe und Antworten

Ist ein Südafrika Urlaub sicher?

Diese Frage stellen sich viele Touristen, bevor sie ihre Reise antreten: Ist Südafrika gefährlich? Dem Land an der Südspitze Afrikas haftet ein wildes Image an. Das ist auf Presseberichte zurückzuführen, die bevorzugt über die ausufernde Kriminalität berichtet. Was statistisch nicht von der Hand zu weisen ist, spielt sich in der Realität in einem anderen Rahmen ab. In Wirklichkeit sind es vor allem Einheimische, die Opfer verschiedener Delikte werden. Die ungleiche Einkommensverteilung spielt dabei eine zentrale Rolle und ist auch der Grund dafür, dass sich gut situierte Südafrikaner hinter Hochsicherheitszäunen verbarrikadieren. Oft sind Nobelviertel nur durch eine Autobahn oder eine Bahnlinie von den Townships getrennt, in denen Armut und Elend weit verbreitet sind. Derartige Sicherheitsmaßnahmen wirken einschüchternd auf die meisten Europäer, doch einen Grund zur Sorge bieten sie nicht. Wie überall in Touristenzentren lohnt es sich, wachsam zu sein und seinen gesunden Menschenverstand einzusetzen. Hören Sie auf die Ratschläge der Einheimischen, bestimmte Viertel zu meiden. Die Missachtung solcher Ratschläge kann zu Situationen führen, die, wenn nicht gefährlich, dann doch als unangenehm einzustufen sind. Darüber hinaus bestehen große Unterschiede zwischen einzelnen Städten und Regionen. Unterscheidet sich Kapstadt in puncto Kriminalität kaum von einer Millionenmetropole wie New York, London oder Moskau, sieht die Lage in Johannesburg deutlich anders aus. Südafrikas größter Stadt haftet schon seit geraumer Zeit ein nicht allzu guter Ruf an. Als Tourist sollte man sich als Teil einer Gruppe durch die Stadt bewegen, und dies am besten in einem vom Hotel zur Verfügung gestellten Wagen mit Chauffeur. Beim Besuch der wichtigsten Sehenswürdigkeiten ist das Risiko als gering einzustufen, doch bei Touren durch Townships wie Soweto sollte man Vorsicht walten lassen. Unternehmen Sie Township-Touren niemals auf eigene Faust. Nach Einbruch der Dunkelheit ist von einem Aufenthalt im Stadtzentrum sowie am Stadtrand von Johannesburg auf jeden Fall abzuraten.

Sicherheit in Südafrika: Wo kann man sorgenfrei Urlaub machen?

Flächenmäßig ist Südafrika fast dreieinhalbmal so groß wie Deutschland, doch nur einige wenige Regionen sind für den Tourismus geeignet. Am beliebtesten sind Kapstadt mitsamt der Garden Route, die durch Stellenbosch, Hermanus, Knysna, Jeffreys Bay und Port Elizabeth führt. Vor einigen Jahren galt Kapstadt noch als unsicheres Pflaster, doch heute kann man in der wunderschönen Metropole bedenkenlos Urlaub machen. Vor allem das Zentrum rund um die Long Street sowie die Waterfront gelten als sehr sicher. Auch den Tafelberg können Sie ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen erklimmen. Dennoch ist es eine gute Idee, abgelegene Routen zu meiden und die Wanderung, wenn möglich, in einer Gruppe zu absolvieren. Auch die malerische Garden Route können Besucher sorgenfrei bereisen, doch lauert hier eine Gefahr ganz anderer Art. Die wunderschönen Strände, die von bunt schillernden Muscheln übersät sind, locken zahlreiche Badende an. Dass man hier Achtung walten lassen muss, fällt vielen nicht sofort ein. Südafrika ist nämlich kein Badeland: Erstens ist das Wasser trotz hoher Außentemperaturen kalt, zweitens ist der Wellengang sehr stark. Das ist für Profisurfer, die sich mehrmals im Jahr zu Meisterschaften hier treffen, ein riesiger Vorteil. Badenden können hohe Wellen und starke Strömungen zum Verhängnis werden. Deshalb sollten Sie Warnungen stets Beachtung schenken und sich unbedingt an ein verhängtes Badeverbot halten. Das gilt auch für diejenigen Besucher, die surfen lernen möchten oder sich allein mit dem Surfbrett in den Ozean wagen. Sogar im Sommer ist ein Neoprenanzug ein absolutes Muss, um nicht zu frieren. Am besten ist es, nur an bewachten Stränden zu baden, wo Rettungskräfte bei einem Unfall schnell eingreifen können. Beachten Sie, dass Nacktbaden in Südafrika strafbar ist: Verzichten Sie darauf, alle Hüllen fallen zu lassen – dafür ist das Wasser ohnehin viel zu kalt.

Aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise für Südafrika

Im Gegensatz zu vielen Ländern, die eine hohe Kriminalitätsrate aufweisen, herrschen in Südafrika keine politischen Konflikte. Das Land ist in keine Kriege verwickelt und lebt in Harmonie mit seinen Nachbarn. Jedoch kommt es nicht selten zu innenpolitischen Spannungen, die in Proteste oder Demonstrationen ausufern. Deshalb sind auch Verkehrsbehinderungen keine Seltenheit. Dennoch besteht kein Grund zur Panik, da sich derartige Ausschreitungen in der Regel nicht in touristischen Gegenden abspielen. Für den gesamten Kontinent einzigartig ist auch das politische System des Landes: Die südafrikanische Verfassung gewährt die Religionsfreiheit, und auch in Bezug auf die Rechte von Homosexuellen gilt das Land als überaus fortschrittlich. Trotz dieser liberalen Gesetze sind konservative Einstellungen immer noch weit verbreitet. Vor allem in den Townships sowie in ländlichen Gegenden kommt es nach wie vor zu Überfällen auf gleichgeschlechtliche Paare. Das Auswärtige Amt macht darauf aufmerksam, dass sich in den Stadtzentren und touristischen Ballungsgebieten zahlreiche Taschendiebe herumtreiben. Deshalb sei es Besuchern ans Herz gelegt, wertvolle Gegenstände wie eine teure Armbanduhr oder Schmuck im Hotelsafe zu lassen. Am besten ist es, mit Karte zu bezahlen und nur kleinere Bargeldbeträge mit sich zu führen.

Mit dem Auto durch Südafrika reisen: Was muss man beachten?

Man in Auto

Überfälle auf Autos kommen in Südafrika zwar vor, sind jedoch längst nicht so häufig, wie die Medien behaupten. Oft hört man den Ratschlag, bei Einbruch der Dunkelheit rote Ampeln besser zu ignorieren. In einem als Brennpunkt bekannten Gebiet mag dieser Ratschlag eine gewisse Gültigkeit haben, in Bezug auf Kapstadt oder die Gemeinden entlang der Garden Route entbehrt er jeglicher Vernunft. Die meisten sogenannten „Smash & Grab“-Überfälle finden in und um Johannesburg statt. Wenn Sie sich nachts in einer abgelegenen Straße an einer roten Ampel unwohl fühlen, können Sie natürlich weiterfahren – vorausgesetzt, es ist verkehrstechnisch sicher. Sicherheitshalber aktivieren Sie die Zentralverriegelung, wenn Sie an einer roten Ampel stehen bleiben. Außerdem sollten Sie misstrauisch werden, wenn Ihnen plötzlich vom Straßenrand aus signalisiert wird, dass Sie eine Panne haben. Hierbei kann es sich um eine Falle handeln. In solchen Situation ist es am besten, weiterzufahren und an einem sicheren Ort auszusteigen, um das Auto auf etwaige Defekte hin zu untersuchen.

Öffentlicher Nahverkehr und Taxis

In Südafrika hat der öffentliche Personennahverkehr nicht denselben Stellenwert wie in Europa und wird nur von der armen Bevölkerung genutzt. Deshalb ist hier das Risiko, ausgeraubt zu werden, besonders groß. Vor allem die Vorortzüge in Pretoria, Johannesburg, Kapstadt und Durban sollten gemieden werden. Die einzige Ausnahme bildet der Gautrain, ein modernes Eisenbahnnetz, das Pretoria und Johannesburg mit dem Flughafen Johannesburg verbindet. Taxis sollten nur bei zuverlässigen Unternehmen gebucht werden, wobei es empfehlenswert ist, sich mit derartigen Anliegen an das Hotel oder den Reiseleiter zu wenden. Das Reisen per Anhalter ebenso wie mit sogenannten Minibus-Taxis ist zu unterlassen.

Gesundheitliche Risiken bei einem Urlaub in Südafrika

Wie überall sollte man auch in Südafrika auf der Hut vor allzu freundlichen Fremden und Zufallsbekanntschaften sein. Das bedeutet nicht, dass man Einheimische meiden sollte. Vielmehr sollte man auf sein Bauchgefühl achten und im Zweifelsfall lieber auf Distanz gehen. Das gilt in erster Linie, wenn Sie in einer Großstadt einen Club oder eine Bar besuchen. Lehnen Sie von Fremden angebotene Getränke ab und lassen Sie Ihr Getränk nie unbeaufsichtigt – K.O.-Tropfen können einem übel mitspielen. HIV/AIDS gehört zu den größten gesundheitlichen Risiken in Südafrika. Laut Statistik sind rund 20 % der erwachsenen Bevölkerung mit dem Immunschwächevirus infiziert. Bei sexuellen Kontakten sollten Sie unbedingt auf einem Kondom bestehen. Ein weiteres Gesundheitsrisiko ist Malaria. Von Oktober bis Mai besteht im Osten des Landes, zu dem auch der Kruger-Nationalpark sowie verschiedene private Wildreservate gehören, ein erhöhtes Risiko. Wenn Sie in diese Gegenden reisen, ist eine Expositionsprophylaxe sinnvoll, außerdem können Sie vor Reiseantritt mit der Einnahme von Tabletten beginnen, die vor Malaria schützen.

Gibt es Risiken am Zoll?

Informieren Sie sich über Ein- und Ausfuhrbestimmungen, bevor Sie Ihren Südafrika-Urlaub antreten. Die Einfuhr von Fremdwährung ist zwar erlaubt, muss jedoch ab einem Wert von 10.000 US-Dollar deklariert werden. Achten Sie darauf, Ihre Aufenthaltserlaubnis nicht zu überschreiten. Selbst ein noch so geringfügiger „Overstay“ kann eine Einreisesperre von bis zu fünf Jahren nach sich ziehen. Ist es also sicher, nach Südafrika zu fliegen? Durchaus!

Informationen zur Einreise nach Südafrika

Sind deutsche Urlauber in Südafrika willkommen?

Südafrika Musik

In Südafrika sind deutsche Urlauber – genau wie Besucher aus anderen europäischen Staaten – willkommen. Ein Visum ist für deutsche Staatsangehörige nicht erforderlich, die Reisedokumente müssen jedoch noch mindestens 30 Tage über das Ausreisedatum hinaus gültig sein. In vielen Orten entlang der Garden Route am westlichen Kap fühlen sich deutsche Urlauber besonders wohl, da sich die Region in Bezug auf Bevölkerungszusammensetzung und Atmosphäre kaum von europäischen Großstädten unterscheidet. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, sich mindestens rudimentäre Englischkenntnisse anzueignen, um sich verständigen zu können. Englisch ist eine von elf amtlichen Landessprachen und wird in allen großen und größeren Städten verstanden und gesprochen.

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Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 11. Februar. 2020.