Aktualisiert am 09.03.2019

Paradiesische Küsten, Berge und Täler, antike Ruinen, Moscheen und Hotelpaläste wie aus Tausendundeiner Nacht – die Türkei gehört zu den beliebtesten Reisezielen der Welt. Wären da nicht die Konflikte der Vergangenheit: Negative Schlagzeilen sorgten für einen temporären Rückgang der Besucherzahlen, viele Urlauber und Reiseveranstalter fragten sich: Ist ein Urlaub in der Türkei sicher? Wir können diese Frage grundsätzlich bejahen, genau wie viele Deutsche.

Wir verraten Ihnen, wo Sie die türkische Gastfreundschaft, die strahlende Sonne und das türkisfarbene Meer völlig entspannt genießen können, welche Vorsichtsmaßnahmen Sie beachten sollten und ob es Reisewarnungen für die Türkei gibt.

Auswärtiges Amt aktualisiert Reisehinweis für die Türkei (09.03.2019)

Aufgrund jüngster Entwicklungen hat das Auswärtige Amt die Reisehinweise für die Türkei verschärft. In dem aktuellen Reisehinweis heißt es: „[…] Es kann insofern nicht ausgeschlossen werden, dass die türkische Regierung weitere Maßnahmen gegen Vertreter deutscher Medien sowie zivilgesellschaftlicher Einrichtungen ergreift. Äußerungen, die nach deutschem Rechtsverständnis von der Meinungsfreiheit gedeckt sind, können in der Türkei zu berufsbeschränkenden Maßnahmen und Strafverfahren führen.

Desweiteren heißt es: „Aussagen der türkischen Regierung vom 3. März 2019 zufolge droht auch Personen, die im Ausland u.a. an Versammlungen solcher Organisationen teilgenommen haben und in den Urlaub in die Türkei reisen, bei ihrer Einreise in die Türkei eine Festnahme. Festnahmen und Strafverfolgungen deutscher Staatsangehöriger erfolgten vielfach in Zusammenhang mit regierungskritischen Stellungnahmen in den sozialen Medien. Ausreichend ist im Einzelfall das Teilen oder „Liken“ eines fremden Beitrags entsprechenden Inhalts. Es muss davon ausgegangen werden, dass auch nichtöffentliche Kommentare in sozialen Medien etwa durch anonyme Denunziation an die türkischen Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden.

Die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise für die Türkei finden Sie auf der Seite des Auswärtigen Amts

Ist die Türkei sicher? Hintergründe und Antworten

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Hintergrundinformationen zur innenpolitischen Lage in der Türkei

Generell hat sich die innenpolitische Lage seit dem Putschversuch im Jahr 2016 entspannt, sodass wir die Frage „Ist ein Urlaub in der Türkei sicher?“ heute positiv beantworten können. Die im Juni 2018 vorgezogenen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen haben das Staatsoberhaupt Recep Tayyip Erdoğan im Amt bestätigt. Infolgedessen wurde der nach den Unruhen von 2016 ausgerufene Ausnahmezustand im Juli 2018 aufgehoben. Dieser Schritt führte zu einer Zunahme der Urlauberzahlen. Im Jahr 2018 fuhren drei Millionen mehr Urlauber ins Land als 2017. In den Jahren zuvor waren zwei Millionen weniger Deutsche angereist. Nun scheint es wieder stetig aufwärtszugehen.

Sind Deutsche willkommen und ist die Türkei derzeit ein sicheres Reiseziel?

Die Spannungen der Spitzenpolitik sind in den türkischen Urlaubsregionen nicht zu spüren. Im Gegenteil: Deutsche Urlauber sind besonders willkommen! Sie werden allerorts mit offenen Armen empfangen. Viele Gastwirte der beliebten Reiseregionen, wie die Provinz Antalya, die bunte Metropole Istanbul, das verwunschene Anatolien und die zauberhafte Provinz Mugla, mussten aufgrund der Konflikte der Vergangenheit und dem damit verbundenen Besucherrückgang Einkommensverluste verzeichnen. Günstige Ferienunterkünfte und die Freude der Gastwirte über deutsche Türkeifans machen Urlaube in dem abwechslungsreichen Reiseland also attraktiver denn je. Deutsche, die trotz der Konflikte der vergangenen Jahre und der teils schlechten Presse ins Land kommen, werden besonders herzlich begrüßt und zuvorkommend bewirtet. Solange Sie sich nicht regimekritisch äußern oder verhalten, steht Ihrer Sicherheit während Ihres Urlaubs in der Türkei laut Auswärtigem Amt nichts im Wege.

Unbeschwert baden – die Sicherheitslage in den Badeorten

An der Südküste der Türkei freuen sich die Badeorte über die Gäste aus Deutschland und anderen Ländern. Ihre Ferien an der Türkischen Riviera, der Türkischen Ägäis oder der Lykischen Küste können Sie sorgenfrei planen und entspannt genießen. Die Badeorte gelten als ruhig und sicher. Bislang gab es in den Urlaubsorten an der Küste keinen einzigen Anschlag. Somit hat das Auswärtige Amt auf seiner Website auch keine Reisewarnungen betreffend der Badeorte in der Türkei ausgesprochen. Freuen Sie sich auf große Hotels mit Poollandschaften, einsame Felsenbuchten, glitzernde Lagunen und endlose Sandstrände.

Im Gebirge: Ist ein Türkeiurlaub dort sicher?

Die guten Nachrichten gelten nicht nur für die Badeorte der Türkei, sondern auch beispielsweise für die atemberaubende Region Kappadokien. Die in Zentralanatolien liegende, ursprüngliche Landschaft beeindruckt mit ihren Felsformationen und zieht jedes Jahr hunderttausende Besucher aus aller Welt in ihren Bann. Die einzigartigen Felsbauten von Kappadokien und der Nationalpark Göreme zählen zu den von der UNESCO ausgezeichneter Kultur- und Naturerbestätten. Die Region ist von Terroranschlägen verschont geblieben und kann unbesorgt besucht werden.

Istanbul: Schmelztiegel der Kulturen

Der Putschversuch von 2016 und die terroristischen Anschläge zwischen 2015 und 2017 gehören der Vergangenheit an. Seit zwei Jahren ist auf den Straßen von Istanbul Ruhe eingekehrt, zumindest was extremistische Gewalt in der lebensfrohen Stadt betrifft.

Die Metropole am Bosporus zählt heute wieder zu den weltweit beliebtesten Städtereisezielen. Dieser Umstand ist auch den hohen Sicherheitsvorkehrungen der Regierung zu verdanken. Trotzdem kann in pulsierenden Großstädten wie Istanbul nie ganz ausgeschlossen werden, dass sich terroristische Aktionen gegen Urlauber richten könnten. Bewegen Sie sich deshalb nicht in zu großen Gruppen und meiden Sie, wenn möglich, die Zeiten der Besucheranstürme auf berühmte Sehenswürdigkeiten, wie die Hagia Sophia, die Blaue Moschee oder den Topkapi-Palast. Über berühmte Märkte, wie den Großen Basar in Istanbul, sollten Sie am besten früh morgens bummeln, wenn es noch nicht so voll ist.

Das Auswärtige Amt empfiehlt ausdrücklich, sich von größeren Menschenmengen und politischen Versammlungen fernzuhalten.

Flughafen Istanbul Atatürk: Ist es sicher, in die Türkei zu fliegen?

Die Polizei- und Militärpräsenz wurde nach dem Anschlag auf den internationalen Flughafen Istanbul Atatürk verstärkt. Auch wenn es vielleicht ein mulmiges Gefühl vermittelt, bewaffnetes Wachpersonal zu sehen, dient diese Maßnahme ausschließlich Ihrem Schutz. Gerade deshalb ist es auch ratsam, sich gegenüber dem Sicherheitspersonal, der Polizei und den Militärangehörigen stets mit Respekt und Achtung zu verhalten. Auf Präsidentenbeleidigungen oder das Verbreiten von Propaganda für eine terroristische Organisation stehen mehrjährige Haftstraßen. Bereits ein online geäußertes „Like“ für Gegner des Regimes kann im schlimmsten Fall zu Einreiseverweigerungen und Haftbefehlen führen. Dabei ist es unabhängig, ob Sie ein Medienvertreter oder eine Privatperson sind. Vermeiden Sie also regierungskritische Äußerungen im Netz. Festnahmen galten in der Vergangenheit vor allem deutsch-türkischen Staatsangehörigen, die Beziehungen zu den als regimekritisch eingestuften Organisationen unterhielten, wie zum Beispiel der Gülen-Bewegung – und nicht etwa sonnenhungrigen Pauschalreisenden. Bei den meisten Einreiseverboten hatten die Betroffenen einen türkisch-alevitischen oder kurdischen Familienhintergrund.

Wo ist die Türkei gefährlich? Achtung in Grenzgebieten

Wenn Sie die Türkei auf eigene Faust bereisen möchten, können Sie das gerne tun. Nur in bestimmten Regionen ist Vorsicht geboten. Wir raten Ihnen davon ab, Grenzgebiete und militärische Sperrgebiete zu betreten. Dies gilt insbesondere für die Grenzgebiete zu Syrien und zum Irak. Das Dreiländereck Türkei – Syrien – Irak ist gegenwärtig keine Urlaubsregion. Militärische Sperrgebiete, Sicherheitszonen und -einrichtungen sind unübersehbar gekennzeichnet oder abgesperrt. Diese Gegenden dürfen nicht befahren, betreten, fotografiert oder gefilmt werden. Wenn Sie dorthin reisen müssen, sollten Sie immer die Reisewarnungen und aktuellen Informationen zur Sicherheitslage der Türkei zur Kenntnis nehmen, beim türkischen Generalkonsulat oder der Botschaft vorab Erkundungen über Sperrgebiete einholen – und sich bei der Polizei vor Ort informieren. Wiedersetzen Sie sich nie den Anweisungen der türkischen Sicherheitskräfte.

Abgeraten wird zudem dringend vom Besuch der Städte Diyarbakır, Cizre, Silopi, Idil, Yüksekova und Nusaybin sowie der Provinzen Mardin, Şırnak und Hakkâri ab. Auch in den Provinzen Hatay, Kilis, Gaziantep, Şanlıurfa, Diyarbakır, Mardin, Batman, Bitlis, Bingöl, Siirt, Muş, Tunceli, Şırnak, Hakkâri und Van ab. Hier kann während Ihres Urlaubs in der Türkei die Sicherheit laut Auswärtigem Amt nicht garantiert werden.

Aufgrund der militärischen Auseinandersetzungen verhängt die Regierung in den Grenzgebieten und dem Südosten der Türkei immer wieder Sicherheitszonen und Ausgangssperren. Bitte beachten Sie die Verbote in diesen Regionen oder reisen Sie nicht in die südöstlichen Landesteile. Am sichersten bewegen Sie sich in der Türkei, wenn Sie die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes beherzigen und beispielsweise an die zauberhafte Küste des Landes reisen.

Unsere Tipps: So schützen Sie sich vor Kriminalität

Ist Ihr Urlaub in der Türkei sicher? Ja, wenn Sie sich auf Ihren gesunden Menschenverstand verlassen: Meiden Sie Situationen, in denen Sie sich nicht wohlfühlen. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl, wenn fremde Personen Sie ansprechen oder in Verkaufsgespräche verwickeln wollen. Schlendern Sie nicht spätnachts durch dunkle Gassen oder über verlassene Plätze – vor allem nicht ganz alleine.

Istanbul ist im Vergleich zu anderen europäischen Großstädten kein gefährliches Pflaster. Gewaltkriminalität gibt es in der Türkei recht selten, was auch daran liegt, dass die Strafen drakonisch sind. Trotzdem sollten Sie sich in den Großstädten vor Taschendieben in Acht nehmen und entsprechend keine Wertgegenstände offen mit sich herumtragen. Lassen Sie sich nicht von bettelnden Kindern ablenken und zücken Sie Ihr Portemonnaie nicht auf offener Straße. Es wird empfohlen, Ihren Pass im Hotelsafe zu lassen.

Auf den berühmten Basaren dürfen Sie handeln, aber auch hier sollten Sie Ihrem Instinkt vertrauen. Bei keiner Tour oder Werksbesichtigung sind Sie verpflichtet, Waren zu kaufen. Lassen Sie sich also nicht unter Druck setzen!

Auf eigene Faust: So schützen Sie sich vor Unfällen

Besonders in den Großstädten fahren die Bewohner sehr temperamentvoll. Verkehrsregeln werden mitunter nicht immer eingehalten. Doch das, was für die Einheimischen gilt, sollten Urlauber lieber vermeiden. Verhalten Sie sich im Straßenverkehr am besten sehr vorsichtig und lassen Sie sich im Falle eines Unfalls auf keine Diskussionen ein.

Obwohl das Straßenverkehrsnetz in der Türkei umfassend ist, gibt es einige schlecht ausgebaute und wenige beleuchtete Straßen. Nachts sollten Sie deshalb so wenig wie möglich unterwegs sein und das Auto nach dem Genuss von Alkohol stehen lassen. Die Promillegrenze liegt in der Türkei bei 0,5. Beim Fahren mit Anhängern, wie zum Beispiel Wohnwagen, dürfen Sie keinen Schluck Alkohol getrunken haben. Im Bedarfsfall sind Taxis eine schnelle und günstige Alternative. Erkundigen Sie sich vor Reiseantritt über den Fahrpreis, den Sie bei längeren Fahrten verhandeln dürfen.

Wenn Sie Autos, Jeeps oder Motorroller mieten, dann achten Sie bei der Abnahme auf den technischen Zustand der Fahrzeuge. Dies gilt insbesondere bei den beliebten Jeepsafaris. Setzen Sie sich auf einer abenteuerlichen Schotterstraße nur hinters Steuer oder fahren Sie nur querfeldein, wenn Sie das Fahren eines Allradantriebs beherrschen.

Sicher im Urlaub in der Türkei: Bars und Restaurants werden stärker überwacht

Vor billigem Fusel sollten Sie sich in der Türkei in Acht nehmen, den gepanschten Alkohol erkennen Sie eher weniger am Geschmack oder am Aussehen, sondern vor allem an einem: dem extrem niedrigen Preis.
Alkohol ist in der Regel in dem muslimisch geprägten Land relativ teuer, da hochprozentige Getränke mit hohen Steuern und Abgaben verbunden sind. Kontrollieren Sie beim Genuss von Alkohol die Originalverpackungen, das TAPDK-Logo und die unbeschädigte, blaue Banderole.

Sicher ist sicher: Die Krisenvorsorgeliste des AA

Wenn Sie in die Türkei reisen, können Sie sich in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes eintragen lassen. Im Falle einer Naturkatastrophe oder plötzlicher politischer Unruhen kann Ihnen vom Konsulat schnell und unbürokratisch geholfen werden. Außerdem können von Ihnen vermerkte Kontaktpersonen verständigt werden. Der Eintrag erfolgt auf freiwilliger Basis und elektronisch, sodass Sie Ihre Kontaktdaten regelmäßig aktualisieren können.

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