Viele Reisende in den Oman fragen sich: Ist Oman derzeit ein sicheres Reiseziel? Dank der zukunftsorientierten Politik des omanischen Herrschers Sultan Qaboos bin Said gilt der landschaftlich und kulturell faszinierende Oman als eines der sichersten Reiseländer weltweit. Die Kriminalitätsrate des Landes an der Spitze der Arabischen Halbinsel ist selbst für mitteleuropäische Länder beneidenswert gering. Einzig die Grenzregion zum Jemen und der Golf von Aden sollten vermieden werden, obwohl dort das omanischen Militär und auf dem Meer zusätzlich internationale Kriegsschiffe scharf kontrollieren. Mit dem Tod des Sultans am 10. Januar 2020 stellt sich die Frage, ob die Sicherheit im Oman auch weiterhin gewährleistet ist.

Ist ein Urlaub im Oman sicher?

Generell lautet die Antwort darauf: Ja! Allerdings sind nach wie vor einige Sicherheitsaspekte zu beachten, damit der Urlaub im Oman zum unbeschwerten und erlebnisreichen Vergnügen wird. Insbesondere die für Europäer ungewohnt scharfen Gesetze, kulturelle Besonderheiten und die Lage des aus drei Territorien bestehenden islamischen Staates spielen dabei eine Rolle.

 Hintergründe und Antworten

Die aktuelle innenpolitische Entwicklung im Oman

Nach dem Tod von Sultan Qaboos wurde der Tradition gemäß der Umschlag geöffnet, in dem der verstorbene Herrscher des Oman den Namen seines Nachfolgers hinterlegt hatte. Für Omanis und internationale Beobachter war es eine Überraschung, darin den Namen von Haitham bin Tariq al-Said zu finden. Der in Oxford ausgebildete Cousin des alten Sultans zählte zwar zur Gruppe der rund 80 möglichen Kandidaten für die Nachfolge, aber keineswegs zu den Favoriten. Allerdings gilt der 65-jährige, der seit 1990 das Amt des Ministers für Geschichte und Kultur bekleidet hat, als weiser Mann mit Perspektiven und als ein politisch erfahrener Führer. Insofern ist kaum damit zu rechnen, dass sich die politische Lage im Land verschlechtern wird, zumal der allgemein favorisierte Asad bin Tariq al-Said aus der gleichen Familie stammt.

Ist die Sicherheit im Oman für deutsche Urlauber gewährleistet?

In den touristischen Zentren, in der Hauptstadt Maskat und in den nördlichen Teilen des Oman gibt es derzeit keine Sicherheitsbedenken. Das Auswärtige Amt weist aber ausdrücklich auf die latente Gefährdung entlang der Grenze zum Jemen und auf die von der Behörde veröffentlichten besonderen Sicherheitshinweise hin. Im Grenzgebiet zum Jemen ist es in der Vergangenheit zu Geiselnahmen und bewaffneten Konflikten gekommen, weshalb Omanurlauber mit polizeilichen Straßensperren und Verkehrskontrollen durch das Militär rechnen müssen. Den Anweisungen dieses Sicherheitspersonals ist unbedingt Folge zu leisten. Außerdem verweist das Auswärtige Amt auf die ständige Gefahr von Piraterie, insbesondere im Golf von Aden und im Arabischen Meer, wo quasi permanent Verbände internationaler Marineeinheiten patrouillieren. Dennoch kann die Sicherheit im Oman in den Küstengewässern nicht garantiert werden, da dieses Seegebiet schlicht zu groß ist. Chartern Urlauber ein Boot, sollten sie sich unbedingt beim Maritime Security Center registrieren lassen.

Besteht eine Gefahr durch terroristischer Anschläge im Oman?

In Bezug auf Terrorismus verweist das Auswärtige Amt auf die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise für Oman. Auch nach dem Tod des iranischen Generals Qassem Soleimani durch einen Luftangriff der US-Streitkräfte im Irak und die Auseinandersetzung zwischen dem Iran und den USA gibt es keine Hinweise auf verstärkte terroristische Aktivitäten im Oman. Aktuelle Informationen zur Sicherheitslage im Oman oder ob eine Reisewarnung für den Oman vorliegt, erfahren Deutsche auf der Website des Auswärtigen Amts. Dort erfahren Sie, ob bei einem Oman Urlaub die Sicherheit laut Auswärtigem Amt gegeben ist.

Ist es sicher, in den Oman zu fliegen? Diese GeseFamttze und Bestimmungen müssen deutsche Urlauber beachten

Der verstorbene Sultan Qaboos herrschte von 1970 bis 2020 über den Oman. Um das Land ins 21. Jahrhundert zu führen, schuf der Regent ein überaus strenges Gesetzeswerk, das sich auch an den Vorgaben des Korans orientiert. Bei der Einreise in den Oman kommt es regelmäßig vor, dass Gepäck nach der Durchleuchtung nochmals intensiv von Hand durchsucht wird. Urlauber sollten sich unbedingt an die Einreisebestimmungen halten. Bei Verstößen kann es zur Verweigerung der Einreise, schlimmstenfalls zur Verhaftung kommen. Folgendes ist insbesondere von der Einfuhr in den Oman ausgeschlossen, verboten oder unter Strafe gestellt:

  • Drogen in jeder Form. Dazu gehören nach omanischem Recht auch verschiedenste Medikamente, insbesondere Psychopharmaka sowie Schmerzmittel. Reisende die auf derartige Arzneimittel angewiesen sind, sollten unbedingt ein ärztliches Rezept mit sich führen, das zumindest in englischer Sprache übersetzt ist, besser auch auf Arabisch. Die Strafen für den Besitz von Drogen sind über alle Maßen hart, und auf Drogenhandel steht die Todesstrafe, wobei eventuell mildernde Umstände vom omanischen Gesetz ausgeschlossen sind.
  • Verboten sind Literatur, Zeitschriften sowie Videos mit pornografischem Inhalt. Dabei beginnt die omanische Definition von Pornografie bereits bei Bildern von Frauen im knappen Bikini. DVDs und Videos werden prinzipiell von den Zollbehörden eingezogen und erst nach Sichtung freigegeben.
  • Das Mitführen von Waffen jeder Art ist Ausländern generell untersagt, worauf bei der Einreise besonders geachtet wird.
  • Der Besitz von Publikationen, die sich kritisch mit der politischen oder religiösen Führung im Oman auseinandersetzen, ist unter Strafe gestellt. Führen Reisende derartige Bücher oder Magazine mit sich, müssen sie mit sofortiger Verhaftung rechnen. Dies gilt ebenso für Urlauber, die sich zuvor in den elektronischen Medien, insbesondere auf Social-Media-Plattformen, kritisch zum Oman geäußert haben.
  • LGBTIQ – Homosexualität ist im Oman verboten. Zuwiderhandlungen ziehen lange Haft- oder die Todesstrafe nach sich.
  • Alkohol in der Öffentlichkeit ist verboten, auch für Ausländer. Dies ist insbesondere an öffentlichen Stränden und in den Städten unbedingt zu beachten. Offensichtlich angetrunkene Urlaubsgäste laufen Gefahr, von der Polizei verhaftet zu werden.
  • Religiöse Stätten dürfen von außen fotografiert werden, solange keine Gläubigen abgelichtet werden. Absolutes Fotografierverbot gilt bei militärischen sowie polizeilichen Anlagen und Gebäuden. Auch Soldaten oder Polizisten dürfen nicht fotografiert werden.

Ausreisebestimmungen und der Schutz von Kulturgütern im Oman

Gebäude im Oman

Der Oman ist ein kulturell überaus reiches Land. Bislang wurde nur ein Bruchteil der historischen Schätze gefunden und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Aus diesen Gründen hat der ehemalige Minister für Geschichte und Kultur, der jetzt regierende Sultan Haitham bin Tariq al-Said bereits vor Jahrzehnten ein Gesetz zum Schutz der Kulturgüter auf den Weg gebracht. Demnach ist die Ausfuhr von Kulturgegenständen aller Art und von historischen Artefakten verboten. Freizeittaucher, die in der nahezu unberührten Unterwasserwelt ihrem Sport nachgehen wollen, sollten sich geführten Exkursionen durch Tauchschulen anschließen. Insbesondere entlang der Küste zum Arabischen Meer, aber auch am Golf von Oman sind einige Buchten als Sperrgebiet ausgewiesen, weil dort maritime Fundstätten vermutet werden. Diese Küstengebiete sind schlecht oder nicht beschildert. Wer als Taucher in einem solchen Sperrgebiet angetroffen wird, muss mit seiner Verhaftung rechnen.

Sind Deutsche im Oman willkommen?

Die Gastfreundschaft im Oman ist ursprünglich und einzigartig herzlich. Dies ist in der Hauptstadt Maskat nicht so sehr zu bemerken, denn die moderne und luxuriöse Metropole ist ähnlich anonym, wie Großstädte dies allgemein an sich haben. In ländlichen Regionen des Oman ist die Gastfreundschaft umso überwältigender. Je entlegener ein Ort ist, desto freundlicher scheinen die Bewohner zu sein. Darüber hinaus genießen deutsche Gäste generell ein hohes Ansehen, genau wie Produkte Made in Germany. Vor allem Pkw aus deutscher Fertigung gelten als begehrenswerte Luxusartikel.

Ist Oman Urlaub sicher in den Badeorten?

In den touristischen Zentren werden speziell ausgebildete Polizeikräfte eingesetzt. Diese patrouillieren zu jeder Zeit durch die Orte und gewährleisten so um die Hotels und Resorts eine hohe Sicherheit. Im Oman sind aber auch allein stehende Hotelanlagen sowie Strandresorts zu finden. Auch diese werden regelmäßig von den Polizeikräften angefahren und kontrolliert. Insgesamt ist Kriminalität im Oman sehr selten. In den Ferienzentren kommt es gelegentlich zu Diebstählen, meist verübt von anderen ausländischen Gästen.

Ist der Oman gefährlich? Sicherheit im Straßenverkehr

Generell sind die Straßen im Oman in einem guten bis sehr guten Zustand. Wer direkt über eine Autovermietung oder über die Unterkunft einen Wagen mieten will, der sollte sich unbedingt vor der Übernahme des Fahrzeuges von dessen Sicherheit überzeugen. Dazu gehören insbesondere die Bremsen, die Lenkung und die Fahrzeugbeleuchtung. Überdies ist es notwendig, die Versicherungsleistungen genau zu lesen. Nicht immer wird eine Police angeboten, die die maximal mögliche Abdeckung bietet. Sind Ausflüge in die benachbarten Vereinigten Arabischen Emirate geplant, so muss der Versicherungsschutz ausdrücklich auch für diesen Staat gültig sein. Nicht zu unterschätzen sind die oft eintönigen, weil schier endlos geradeaus führenden Straßen im ländlichen Bereich. Vor allem die gut 1.000 km lange Strecke von Maskat nach Salalah gilt als unfallträchtig. Plötzlich auftretende Sandverwehungen auf der Fahrbahn und frei laufende Kamele sind häufige Ursache für Verkehrsunfälle. Kommt es zu einem Unfall, bei dem andere Verkehrsteilnehmer betroffen sind, verhaftet die Polizei vorsorglich alle Beteiligten. Der Verursacher muss mit einer Haftstrafe oder empfindlichen Geldbuße rechnen. Zudem muss er für alle entstandenen Schäden aufkommen. Deshalb ist eine gute Versicherung absolut unerlässlich, denn die Krankenhäuser und Ärzte im Oman sind sehr gut, allerdings auch übermäßig kostspielig. Die allgemeine Verkehrsdisziplin im Oman lässt zu wünschen übrig. Vor allem die Region um Maskat ist bekannt für Unfälle aufgrund überhöhter Geschwindigkeit oder riskanter Überholmanöver. Deutschen Urlaubern wird zur Sicherheit im Oman und den benachbarten Vereinigten Arabischen Emiraten eine defensive Fahrweise empfohlen. Vor Nachtfahrten wird schon aufgrund der zahlreichen freilaufenden Kamele dringend abgeraten.

Sicherheit im Oman beim Erleben der Natur

Oman Wasserfall

Omanreisende sollten sich vor dem Schwimmen im Meer in ihrer Unterkunft oder bei Einheimischen über eventuelle Gefahren informieren. Stellenweise herrschen vor der Küste extrem starke Strömungen, die bereits zu Ertrinkungsunfällen geführt haben. Bei Ausflügen in die Bergwelt und in unbesiedelte Gebiete ist der Vorrat an Trinkwasser und Treibstoff großzügig zu bemessen. Darüber hinaus sind ein GPS-Gerät und ein Handy ebenso ratsam, wie ein Erste-Hilfe-Set. Muss ein Wadi durchfahren werden, sind dazu unbedingt die gekennzeichneten Routen zu nutzen. Unmittelbar nach einem Regen sind Wadis dringend zu meiden, denn sie füllen sich binnen Sekunden mit einer Wasser-Schlamm-Lawine. ​Ausflüge in die Wüste oder Berge sollten immer von mindestens zwei geländegängigen Fahrzeugen zusammen unternommen werden. Es gibt in einigen Landstrichen über Hunderte von Kilometern weder eine Tankstelle oder Werkstatt noch einen Arzt oder ein Krankenhaus. Es können Stunden vergehen, bis ärztliche Hilfe eintrifft.

ZU DEN OMAN ANGEBOTEN

 

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 17. Februar. 2020.