Was schenken wir als Familie wohl einem Kind zur Einschulung, wenn es doch dank seiner Geschwister schon so Vieles hat und im Spielzeug ertrinkt? – Natürlich. Glasklar: ein ganzes Wochenende im Heide Park Resort in Soltau mit Übernachtung im dazugehörigen Heide Park Hotel. Abenteuer und Spaß garantiert. Hoffen wir. Und so geht es Freitag nach der Schule los. Vier Kinder quetschen sich ins Auto, die Erwachsenen dürfen fahren und je näher der Heide Park rückt, desto lauter wird die Stimmung im Auto. „Wann sind wir endlich da?“ schallt es aus den hinteren Reihen und kichernd freuen sich die Eltern.

Nebeneingang vom Heide Park Hotel Soltau

Was sagt der Vater?

So ganz uneigennützig ist das Geschenk ja nicht. Schon als Kind wollte ich immerzu in Vergnügungsparks meine Wochenenden verbringen. Und nun, endlich endlich, sind die Kinder groß genug, um mit ihnen gemeinsam Achterbahn und Doppelachterbahn fahren zu können. Und mal ehrlich – wenn es dann noch zusätzlich vor Ort ein Abenteuerhotel gibt, wie das Heide Park Hotel, dann sag ich nicht nein. Ich musste nur den Rest der Familie überzeugen und schwups, steckte der Hotelgutschein in der Schultüte.

Gefreut hab ich mich dann bereits, als das Hotel auch ohne Navigationsgerät zu finden ist. Es ist Teil auf dem gesamten Gelände des Heide Parks und mit mehr als genug Schildern ausgewiesen. Und wow – der Anblick dieser Abenteuerburg mit Zugbrücke und allem, was der Pirat und Schatzsucher begehrt, erstaunt mich. Was hätte ich gejauchzt als Kind vor Glück und purem Erstaunen. Unser Mini-Van kann auch direkt vor der Zugbrücke parken. Keine weiten Wege also mit Kindern, Gepäck und etlichen leeren Keksverpackungen.

Kaum stehen wir in der Hotellobby, rennen die Kinder auch schon davon – sie haben den Eingang zum Indoor-Piraten-Spielplatz im Heide Park Hotel entdeckt. Vor Schreck sehe ich, wie die Schuhe jedes einzelnen Kindes durch die Luft fliegen und freue mich, dass ich nachher wieder vier Paar Schuhe suchen und finden muss. Dafür hab ich jetzt genug Zeit um an der Rezeption anzustehen. Das kann ich bei diesem wunderbaren Gesamtkonzept und tollem Ambiente nun überhaupt nicht nachvollziehen: Wieso arbeiten hier nur so wenige Menschen und warum dauert das so lang? Insbesondere mit Kindern darf das Einchecken nicht 30 Minuten brauchen, selbst wenn die Kinder mit Toben beschäftigt sind. Ich versuche mich in Trick 17 und teile ich mich mit meiner Frau auf: sie steht links an, ich rechts. Wieder kichere ich über meinen genialen Plan. Nur die anderen Hotelgäste, die schauen plötzlich nicht ganz so fröhlich.

Beim Warten hab ich jedoch auch Zeit mich einmal genau umzuschauen. Auf der unteren Ebene ist der große Eingang zum Vergnügungspark, der für Hotelgäste bereits eine halbe Stunde eher öffnet. Außerdem gibt es seit 2015 auch ein Spaßbad mit Sauna im Heide Park Hotel und da weiß ich jetzt schon, dass sich die Kinder das auf keinen Fall entgehen lassen wollen.

Die Zimmer

Ghostbusters Zimmer Heide Park Resort
Ghostbusters Zimmer © Heide Park Resort
Dschungel Premiumzimmer Heide Park Resort
Dschungel Premiumzimmer © Heide Park Resort
Drachen Zimmer Heide Park Resort
Drachen Zimmer © Heide Park Resort

Das Heide Park Hotel ist ein Abenteuerhotel und die Villa des (fiktiven) Lord Explorus. Überall liegen kleine Hinweise auf seine Expeditionen und Abenteuer aus oder sind auf Flachbildschirmen an den Wänden zu sehen. Auch die Zimmer sind thematisch gestaltet. Wir entscheiden uns für ein Piratenzimmer Premium, auch wenn mich die Dämonenzimmer mehr reizen. Aber mit den vier Kindern brauchen wir auch entsprechend viele Betten und so reißen wir die Türen auf und schreien uns an, wer welches Bett bekommt. Zum Glück will keines der Kinder ins Doppelbett. Die Doppelstock-Schiffskajüten sind dermaßen ansprechend für unsere wilde Bande, dass ein weiterer Blick ins Zimmer für die Kinder offensichtlich ausfällt. Ich hingegen werfe mich mit Schwung auf’s Bett und teste die Kissen. Weich und kuschlig, mit frischem Duft. So stell ich mir ein perfektes Familienzimmer vor.

Schnell die Koffer in die Ecke und diskutieren, wer mit wem zusammen einen Teil des Hotels oder der Anlage entdecken gehen mag. Ich schnappe mir die Größte von Vieren und zack, weg, in den Park. Man will sich ja nichts entgehen lassen. Schon gar nicht die neuen Achterbahnen des Parks. Die anderen hüpfen in die Badesachen und wollen schwimmen gehen. Auch gut, finde ich und kichere. Keine Streitereien in der Warteschlange und eine große Cola nur für mich allein. Perfekt. So kann es weitergehen, finde ich.

Nach zwei vollen Tagen im Hotel und im Park bin ich zufrieden. Selbst meine Wangen glühen. Wie bei den Kindern. Wir sind ausgeruht, satt gefuttert und von vorn bis hinten großartig unterhalten. Schaue ich auf dem Rückweg in den Rückspiegel überkommt mich fast ein bisschen Abschiedsschmerz – so gern wär’ ich noch einen Tag länger geblieben.

Aussicht im Heide Park Hotel Soltau

Das Essen

Selbst die stärksten Entdecker sind irgendwann hungrig und durstig. Zum Glück ist das Hotelrestaurant ganz nah. Restaurant und Hotelbar sind in einem großen Saal im Heide Park Hotel miteinander verbunden und auch hier ist das Abenteuer-Lord Explorus-Thema kaum zu übersehen. Aber auch wenn der Saal riesig erscheint – die Gäste müssen dennoch in zwei Etappen essen, da nicht genügend Platzkapazitäten vorhanden sind. Anmeldungen zu Wunschzeiten sind dringend erforderlich. Dafür sind wir massiv beeindruckt von der riesigen Auswahl an Speisen und Getränken beim Abendessen. Ob vegetarisch oder ganz viel Fleisch, ob Pasta, Reis oder Brot mit Käse – für die großen und kleinen Genießer ist auf jeden Fall etwas dabei. Unsere Kinder finden wir ausschließlich beim süßen und salzigen Angebot des Kinderbuffets. Das Heide Park Hotel spart nicht mit Extras für die Kurzen. Ständig tauchen die Kinder mit neuen, prall gefüllten Tellern am Tisch auf und schaffen kaum das Ausgewählte zu essen, da lockt sie schon der nächste Burger, die nächste Nachspeise und der Schokobrunnen mit Erdbeeren.

Was sagt die Mutter?

Herrje! Abenteuerhotel und Schatzsuche? Während des Abendessens? An der Rezeption erfahre ich, dass wir zügig essen müssen, denn die Schatzsuche für die Kinder findet anschließend statt. Start ist im Hotelrestaurant. Schon als die ersten Töne durch den Saal erklingen, springen die Kinder auf und rennen zu all den anderen Kindern. Zumindest kann ich hier meine schuldbewusste Miene in der Tasche stecken lassen. So viele andere Kinder sind hier, die ebenfalls laut sind, auch mal laut trampeln und aus Versehen kleckern. Da fallen meine Vier kaum auf. Wesentlich entspannter lehn’ ich mich nun zurück. Währenddessen rennt die Kinderschar dem Großpiraten hinterher, auf der Suche nach DEM Schatz. Quer durch’s Heide Park Hotel hört man Kinder schreien und sich zurufen, wohin der Pirat sich verdrückt hat. Statt Konkurrenz gibt’s hier kollektiven Zusammenhalt. Schließlich will der Schatz ja gefunden werden. Nach einer halben Stunde sind alle wieder da – rote Wangen, schwitzend im Nacken und vollkommen aufgekratzt. Perfekt also die Kinder nun ins Bett zu jagen. Schnell noch einmal die Schatzstücke und Edelsteine in die Hosentaschen verstauen und mit einem der Fahrstühle ins Zimmer gefahren. So mag ich Familienurlaub – das dreckige Geschirr auf dem Tisch stehen lassen und die Kinder ohne Jammern und Meckern in die Betten stopfen. Morgen früh wollen sie schließlich sofort in den Heide-Park und da ist es jetzt Zeit, sich auszuruhen. Den Mann sehe ich hingegen schon den ganzen Tag kichern und frage mich langsam wirklich, was ihn so erheitert. Dann fällt mir sein Blick auf – wie er wie ein Kind auf die Innenraumgestaltung und vielen kleinen Einrichtungsdetails starrt, immer wieder die Achterbahnen im Augenwinkel und Eines wird mir klar: Im Heide Park Hotel werden auch die Größten wieder zu Kindern!

Was sagen die Kinder?

Endlich können wir zwei Tage lang Achterbahn fahren. Das ist fast wie Ferien. Wir sind so aufgeregt, dass wir schon die Tage vorher kaum schlafen konnten. Und dann kann man vom Auto aus bereits die große Holzachterbahn sehen und wir kreischen: Hurra!

Dann halten wir vor dem Heide Park Hotel. So schnell waren wir noch nie aus dem Auto raus. Mit Koffern und Rucksäcken stürmen wir die Zugbrücke hoch und bleiben staunend im Hotel stehen. Das ist kein Hotel – das ist ein riesiger Spielplatz für uns. Natürlich dürfen wir nicht übertreiben, sonst kriegen wir Ärger mit den Erwachsenen. Aber hier sind so viele andere Kinder, die auch laut sind, dass wir gar nicht auffallen. Sogar beim Abendessen sind wir alle vier glücklich – jeder findet sein Lieblingsessen und zum Schluss noch so viele Gold-Schoko-Taler, wie die Hosentaschen fassen können. Die sollten wir aber vielleicht nicht sofort den Eltern zeigen.

Die Doppelstock-Boot-Betten sind Klasse. Jede Nacht tauschen wir, wer oben schlafen darf und niemand ist böse, weil jeder mal dran kommt. Das Beste aber, neben dem Heide-Park, ist der Spielplatz im Heide Park Hotel. Wenn die Eltern uns suchen, sind wir meistens hier und toben. Was Zuhause oft nicht geht, ist hier erlaubt. Und so rennen wir ein ganzes Wochenende, schwimmen, fahren Achterbahn und finden am Ende: Das müssen wir jedes Jahr einmal machen!

In der Parkbahn im Heide Park Hotel Soltau

 

INS HEIDE PARK ABENTEUERHOTEL MIT WEG.DE