Schon der Spiegel dieser Landschaft ist grandios: Bergsilhouetten scheinen auf dem dem Wasser zu schwimmen. Auch die Abbilder großer rustikaler Villen und antiker Bögen reichen in den See hinein. Sie überragen die mediterrane Vegetation, die Zitrusbäume und Zypressen, die am Ufer stehen. Und sie erinnern an die Zeiten, als berühmte Dichter hier weilten: Goethe, Carducci oder Lawrence waren es einst, die sich von der einmaligen Landschaft inspirieren ließen. Sie ahnen schon, wo wir sind: am Lago di Garda, am Gardasee!

Der Gardasee ist ohne Zweifel einer der größten und zauberhaftesten Seen Italiens. Ob außer- und oberhalb des Wassers, im Wasser oder unter Wasser: Hier finden Urlauber ideale Bedingungen für jede Urlaubsaktivität vor, und besonders gerne reisen Sportbegeisterte die paar Kilometer südlich des Brenner: Mountainbiken und Klettern, Wind-, Kitesurfen und Segeln, Schnorcheln und Tauchen die Zahl der Workout-Möglichkeiten ist nahezu unendlich.

Dabei sollten Gardasee-Urlauber ruhig einmal von ihren Sportgeräten aufblicken: Wer am Westufer des Sees die Gardesana Occidentale, eine der schönsten Aussichtsstraßen der Welt, das Fischerdorf aller Fischerdörfer – Limone sul Garda. Bis zum Bau der Gardesana 1932 konnte man Limone nur über die Berge oder übers Wasser erreichen. Die Einwohner lebten vom Fischfang, Oliven-, Orangen- und Zitronenanbau. Seinen Namen hat Limone jedoch nicht von den Zitronen, wie man vermuten könnte. Er stammt vom lateinischen Wort „limes“ ab, was soviel wie Grenze bedeutet: Limone war lange Zeit der letzte italienische Ort vor der Grenze zu Österreich, ein Nichts in der Peripherie.

Ab an den Lago!

Das änderte sich schlagartig im Jahre 1979: Im Blut der Einwohner entdeckten Forscher damals das so genannte „Protein des langen Lebens“, wissenschaftlich ausgedrückt: Apolipoprotein A-1 Milano. Es bewirkt die rasche Beseitigung der Fette in den Arterien und ist somit die wirksamste Waffe gegen Arteriosklerose und Herzinfarkt. Das Protein befindet sich nur im Blut von einigen Einwohnern des ehemaligen Fischerdorfes, und alle heutigen Träger stammen von einem einzigen Ehepaar ab. Wissenschaftler fanden heraus, dass die Ursprünge des Proteins in einer Mutation liegen, die durch die mediterrane Ernährungsweise hervorgerufen wurde: Auf dem Speiseplan standen vor allem Fisch, Olivenöl, Gemüse und Zitrusfrüchte.

Ihr Leben verlängern können wohl auch Urlauber, die Limone besuchen: durch aktiven Stressabbau. Bei einem Spaziergang durch die schmalen Gässchen mit den vielen gepflasterten Stufen finden sie versteckte Pizzerien, in denen sie im Schatten alter Weinreben oder herrlich blühender Bougainville einen Espresso oder ein ganzes Fischmenu genießen. Am besten tun sie dies unweit der Kirche San Rocco, die der beste Aussichtspunkt der ganzen Stadt ist: Umgeben von alten Zitronengärten fühlt sich ins 17. Jahrhundert zurück versetzt, wer diesem Heiligtum auch nur nahe kommt.
Doch nicht nur für Ruhesuchende hat Limone viel zu bieten: Von hier bis nach Riva del Garda bläst täglich ein Südwind, die so genannte Ora. Manchmal nur als frische Brise, an anderen Tagen jedoch heftig und stark. An solchen Tagen ist Limone auch für Segler und Surfer einen Ganztagesausflug wert. Ihre Finger von ihren Sportgeräten können sie ja ohnehin nicht lassen.

ZUM ANGEBOT

Schreiben Sie einen Kommentar