Die Restaurants dieser Welt bekommen seit einigen Jahren Konkurrenz: Private Supper Clubs und Jumping Dinner mischen die Gastronomie-Szene auf und versprechen allen Teilnehmern einen unvergesslichen Abend.

Supper Clubs: Geheimes Gourmetmenü bei Familie Mustermann

In den Metropolen dieser Welt, passiert seit einigen Jahren etwas ganz Ungewöhnliches. In ganz normalen Wohnvierteln, in den Wohnungen von Familie Mustermann und Co. servieren Hobbyköche mit Profiambitionen und Profiköche mit Hobbyambitionen in ihrer Freizeit anspruchsvolle 3 bis 5-Gänge-Menüs. Und nicht etwa an Freunde und Bekannte, sondern an wildfremde, abenteuerlustige Gourmets. Die Verabredung erfolgt über Blogs, Facebook oder ganz einfache Mundpropaganda und mittels einer E-Mail Einladung erfährt jeder Teilnehmer Ort, Zeit und Verhaltenskodex. Der Verhaltenskodex ist besonders wichtig, werden diese halblegalen Restaurants doch ohne Lizenz betrieben. Aus diesem Grund kennt man die Betreiber solcher Clubs auch oft nur unter Pseudonymen. Am Esstisch des Organisators, bei Lachscarpaccio und geschmortem Kaninchen lernen sich dann die Teilnehmer kennen, schließen neue Kontakte und erleben einen unvergesslichen Abend. Statt Bezahlung freuen sich die Betreiber über eine kleine Spende, die meistens zwischen 25 und 60 Euro liegt.

Gewusst wo: Bekannte Clubs und Infoseiten

Doch wie findet man denn nun so einen geheimen Club? Zum einen gibt es die bekannten Online-Netzwerke für Dinnerpartys wie The Ghetto Gourmet (www.theghet.com) und die Supper Club Fan Group (www.supperclubfangroup.ning.com), die zahlreiche Supper Clubs weltweit auflisten. Zum anderen existieren in den meisten großen Städten schon seit ein paar Jahren bekannte Supper Clubs. Der wohl bekannteste „Supper Clubber“ weltweit ist der Amerikaner Jim Haynes. Dieser veranstaltet schon seit über 30 Jahren in seiner Pariser Galerie jeden Sonntag ein 3-gängiges Menü an bis zu 60 Personen. Das Menü beinhaltet Wein und Bier und die Spende liegt bei circa 25 €. Bekannte Clubs in Deutschland sind zum Beispiel der „Shychef“ in Berlin, „Shane’s Kitchen“ in München und „Rebelote“ in Düsseldorf.

Dine with the Danes

In Kopenhagen ist seit einigen Jahren die Aktion “Dine with the Danes” bei Urlaubern sehr beliebt. Über einen Anbieter wird allen Neugierigen ein echt dänisches Abendessen bei einer einheimischen Familie vermittelt, inklusive spannenden Gesprächen und ganz viel „hygge“ (dänische Mischung aus Spaß & Wohlfühlen). Die Kosten für dieses einmalige Erlebnis belaufen sich auf ca. 400 Kronen, in etwa 50 Euro.

Jumping Dinner: Drei Gerichte in drei Wohnungen

Für alle, die selbst einmal den Kochlöffel schwingen möchten, bietet sich in Deutschland das so genannte „Jumping Dinner“ an. Diese 3-gängige Dinner werden von einem Anbieter in den meisten deutschen Großstädten jeden Samstag organisiert, kosten 26 Euro pro Teilnehmer und gerade für Zugezogene eine tolle Gelegenheit neue Kontakte zu schließen. Und so funktioniert’s: Gekocht wird in 2er-Teams in den Wohnungen der Teilnehmer. Jeder Gang findet in einer anderen Wohnung statt mit immer neuen Teilnehmern, sodass man innerhalb weniger Stunden insgesamt 12 neue Menschen kennenlernt. Seinen Teampartner kann man sich entweder aussuchen oder es dem Zufall überlassen.

ch

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