„Nehmen Sie ruhig das Universum – mir genügt Italien“, sagte einst Giuseppe Verdi und es liegt auf der Hand, warum der Komponist so angetan war: Die Geschichte des Landes, seine Kunst und Kultur, seine Berge, Seen, Inseln und Strände machen Italien zu einer der schönsten Gegenden der Welt. Und diese Schönheit wurde nicht umsonst immer wieder auf die Kinoleinwand gebracht.

Warum also nicht einen Film sehen, in dem Italien die Hauptrolle spielt, solange wir nicht dorthin reisen können? Vom Hollywood-Blockbuster bis zum italienischen Arthouse-Film, von der leichten Unterhaltungskomödie bis hin zum herzzerreißenden Filmdrama: Wir haben für Sie eine Auswahl an Filmen zusammengestellt, die in Italien gedreht wurden.

 

Ein Herz und eine Krone (1953)

Audrey Hepburn brilliert in diesem Filmklassiker als Prinzessin Ann. Um den protokollarischen Verpflichtungen zu entkommen, stiehlt sich die junge Frau bei einem Staatsbesuch aus dem Palast, um Rom auf eigene Faust zu erkunden. Ein Beruhigungsmittel, das ihr zuvor von einem Arzt verabreicht wurde, lässt die Prinzessin wenig später auf einer Parkbank einschlafen. Dort findet sie der Journalist Joe Bradley (gespielt von Gregory Peck). Es folgt eine wunderbare Romanze und – selbstverständlich – jede Menge Chaos. Die Stadt Rom dient dieser heiteren Komödie als traumhafte Kulisse – für zusätzlichen Charme sorgt das nostalgische Flair des Schwarz-Weiß-Films der 1950er Jahre.

Fun Fact: Regisseur William Wyler verschob den gesamten Dreh, nur damit Audrey Hepburn – die zu dieser Zeit noch recht unbekannt war – Prinzessin Ann spielen konnte.

 

Das süße Leben (1960)

“Das süße Leben”, einer der bekanntesten Filme von Regisseur Federico Fellini, erzählt die Geschichte des Klatschreporters und Paparazzo Marcello Rubini (gespielt von Marcello Mastroianni) und von dessen hedonistischer Suche nach Liebe und Glück. Gedreht in Rom, setzte der Film der Stadt in den 60er Jahren ein Denkmal.

Fun Fact: Der Film wurde in Spanien zensiert und dort erst 1981 veröffentlicht.

 

Der Postmann (1994)

Der Film, der auf dem Roman „Mit brennender Geduld“ von Antonio Skármeta basiert, wurde 1996 für fünf Oscars nominiert – unter anderem in den Kategorien Bester Film, Beste Regie und Bester Hauptdarsteller. Der chilenische Dichter Pablo Neruda (gespielt von Phillipe Noiret) lebt auf einer kleinen Insel unweit von Sizilien im Exil. Dort lernt er den Briefträger Mario (Massimo Troisi) kennen und freundet sich mit ihm an. Mario, der sich immer wieder Hals über Kopf verliebt, wird von Pablo in die Kunst der schönen Worte eingeweiht. Gemeinsam philosophieren sie stundenlang über das Leben und ihre Weltanschauung. Die großartige Geschichte darüber wie ein Mensch durch Bildung reifen kann, wurde vor der traumhaften Kulisse des Golf von Neapel gedreht.

Fun Fact: Die Dreharbeiten für diesen Film dauerten 11 Wochen – mit nur einer kurzen Unterbrechung über die Osterfeiertage.

 

Call Me By Your Name (2017)

Dieser ehrlich erzählte Coming-of-Age-Film handelt von Elio, einem pubertierenden 17-Jährigen, der von Timothée Chalamat gespielt wird. Elio macht seine ersten Erfahrungen mit Liebe, Leidenschaft und Sehnsucht, als sein Vater den amerikanischen Doktoranden Oliver (Armie Hammer) als Assistenten einstellt. Gefilmt wurde „Call Me By Your Name“ in Moscazzano, Bergamo und Crema. Den Charme der norditalienischen Städte gab es als Requisite gleich mit dazu. Regisseur Luca Guadagnino ist ein filmisches Meisterwerk gelungen und so überrascht es nicht, dass dies 2018 mit einer Oscar-Nominierung für den Besten Film belohnt wurde.

Fun Fact: André Aciman, der die Romanvorlage schrieb, hat im Film eine Gastrolle. Er taucht kurz als Mounir auf.

 

Das Leben ist schön (1997)

„Das Leben ist schön“ erzählt die bewegende Geschichte eines Vaters, der seine Fantasie einsetzt und mit fast unermüdlichem Humor alles dafür tut, seinen Sohn vor den Grausamkeiten des Holocaust zu beschützen. Der Film wird Sie zum Lachen bringen – und zum Weinen. Und weit über den Film hinaus bleibt dieser überwältigende Glaube an Liebe und Hoffnung. “Das Leben ist schön” wurde in Arezzo gedreht und sahnte unzählige Filmpreise ab – darunter drei Oscars.

Fun Fact: „Das Leben ist schön“ war erst der zweite Film, der bei den Oscars für die Kategorie „Bester Film“ und gleichzeitig „Bester ausländischer Film“ nominiert wurde.

 

Briefe an Julia (2010)

Der Film spielt im romantischen Verona, der Stadt von Romeo und Julia. Dort hat die junge, aufstrebende Journalistin Sophie (gespielt von Amanda Seyfried) eine Mission: Sie möchte Claire (Vanessa Regrave), einer älteren Dame aus England, dabei helfen, ihre Jugendliebe wiederzufinden. Diese romantische Komödie ist vielleicht nicht das Richtige für Fans von hoch anspruchsvollen Arthouse-Filmen, aber sie eignet sich perfekt für einen entspannten Kinoabend zu Hause und bietet einen cineastischen Ausflug in das zauberhafte Verona.

Fun Fact: Den „Club di Giulietta“ aus dem Film gibt es wirklich. Ehrenamtliche Mitarbeiter beantworten Briefe von Verliebten aus aller Welt.

 

Der talentierte Mr. Ripley (1999)

Für alle, die Krimis mögen, ist „Der talentierte Mr. Ripley“ genau das Richtige: Die Verfilmung des gleichnamigen Romanklassikers von Patricia Highsmith inszeniert die Geschichte des geltungssüchtigen und skrupellosen Tom Ripley, der getrieben ist von Gier, Besessenheit und Betrug. Neben jeder Menge Spannung bringt der Film mit Matt Damon, Jude Law and Gwyneth Paltrow in den Hauptrollen auch sehnsuchtsvolle Erinnerungen an Sommerurlaube in Italien. Denn gedreht wurde er in Positano, Ischia und Procida.

Fun Fact: Matt Damon, Jude Law und Gwyneth Paltrow standen 10 Jahre später für den Film „Contagion“ wieder gemeinsam vor der Kamera.

 

Amarcord (1973)

Noch ein hervorragender Film von Federico Fellini: „Amarcord“ spielt in einer italienischen Küstenstadt in den 1930er Jahren und erzählt die halb-biografische Geschichte des 16-jährigen Titta (gespielt von Zanin), seiner Familie und dessen Nachbarn. Inspiriert wurde Fellini von seiner Heimatstadt Rimini. Dass er diese liebt, zeigt sich auch in dem Film und spiegelt sich in der liebevollen Inszenierung seiner zum Teil exzentrischen Filmfiguren wider.

Fun Fact: Der Film hat es auf die angesehene Liste der „Great Movies“ des Filmkritikers Roger Ebert geschafft.