Dover liegt dem Kontinent am nächsten. Deshalb ist die Stadt seit Jahrhunderten der erste Anlaufhafen für Kanalüberquerer. Sie begrüßt sie mit ihrem Markenzeichen: den weißen Klippen.

Wer einmal das launische Wasser des Ärmelkanals überquert, kennt womöglich das Gefühl der Erleichterung, wenn am Horizont ein erstes weißes Schimmern auftaucht: Die berühmten Kalkklippen von Dover verheißen dem Britannien-Reisenden, dass das Ende seiner Überfahrt naht.

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Seit Jahrtausenden gilt Dover als der wichtigste Anlaufhafen auf den britischen Inseln. Trotz einer Entfernung zum Festland von nur 34 Kilometern war die Überfahrt lange Zeit voller Gefahren – hunderte von Schiffen sind seit römischen Zeiten im Kanal gesunken. Heute verkehren zwar bequeme Fähren auf und schwebende „Hovercrafts“ über dem Wasser zwischen dem Kontinent und Großbritannien. Menschen, die zu Seekrankheit neigen, werden dennoch den Kanal-Tunnel vorziehen, der seit 1994 Dover und Calais unterirdisch durch eine Eisenbahn verbindet.

Die Felsen sehen Zugreisende zwar nicht in voller Pracht. Doch Albion – so der Spitzname von Dover – beeindruckt ohnehin nicht nur mit Kalkstein: Das mächtige Dover Castle erhebt sich über der Küste. Es scheint direkt aus dem kalkigen Untergrund erwachsen zu sein. Durch diesen Untergrund zieht sich – unsichtbar für den Betrachter – ein Netz von geheimen Tunneln, die die Bastion über Jahrhunderte uneinnehmbar machten: Die größte Festung Englands wurde im zwölften Jahrhundert genau an der Stelle errichtet, an der schon die Römer im Jahre 50 nach Christus einen Leuchtturm gebaut hatten. Eine für Touristen zugängliche Waffensammlung zeigt heute die kriegerische Vergangenheit des Schlosses.

Dover ist sich seiner historischen Bedeutung durchaus bewusst: Im Stadtzentrum befindet sich nahe dem Market Square ein großes Geschichtsmuseum. Das Hauptausstellungsstück ist ein original erhaltenes Schiff aus der Bronzezeit, bei dessen Anblick man den Mut der damaligen Kanalüberquerer erst richtig zu würdigen weiß. Doch für alle, die sich selbst danach auf einem unserer Hightech-Schiffe nicht sicher fühlen: Auch heute noch ziert ein Leuchtturm die Küste von Dover und weist Ankömmlingen den Weg.

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