Wie ein Phönix aus der Asche kehrt Bukarest zurück zur Blüte vergangener Jahre.

Bukarest wird das Paris des Ostens genannt. Die Bauherren des 20. Jahrhundert haben sich tatsächlich stark an Frankreichs Hauptstadt orientiert, und einen Triumphbogen gibt es auch schon. Die Rumänen sind stolz auf ihre romanischen Wurzeln und auch die Sprache ähnelt dem Französischen mehr als slawischen Sprachen wie Bulgarisch oder Serbisch.
Allerdings hat der ehemalige Diktator Ceausescu die Stadt, wie auch das gesamte Land, ziemlich heruntergewirtschaftet, und das Land hat heute noch mit den Folgen von 40 Jahren Kommunismus zu kämpfen. Gerade dies macht Bukarest gleichzeitig so interessant: Ähnlich wie Prag vor zehn Jahren befindet sich die Stadt im Aufbruch. Der Wandel verläuft langsam, aber stetig.

Der imposanteste Bau der Stadt ist der Palast Ceausescus: Ironischerweise hieß er „casa poporului“ (Haus des Volkes), wurde aber mittlerweile auf den passenderen Namen „Palatul Parlamentului“ (Parlamentspalast) umgetauft. Sein früherer Sitz zeugt von Ceausescus Größenwahn, denn der Parlamentspalast ist nach dem Pentagon in Washington mit 330.000 Quadratmetern und über 7.000 Räumen das zweitgrößte Gebäude der Welt. Er wurde in den 80er Jahren für mehr als 3,5 Milliarden Dollar errichtet – mehr als ein Fünftel der Altstadt musste dafür weichen. Das Bauvorhaben konnte nicht vollendet werden, da der Prager Frühling dazwischen kam. Heute ist nicht nur das rumänische Parlament in das Gebäude gezogen – Teile des Palastes sind als Museum für Besucher zugänglich. Touren werden auf Englisch und auf Deutsch angeboten.

In der verbliebenen Altstadt lohnt sich ein Bummel durch die immer zahlreicheren Boutiquen und Geschäfte, vorbei an der Staatsoper und dem Platz der Revolution. Bukarest spielte 1989 eine große Rolle im osteuropäischen Kampf um Freiheit: Auf dem Platz der Revolution fanden schwere Straßenkämpfe und letztendlich die öffentliche Hinrichtung des Diktators und seiner Frau statt.

Vielseitiges Bukarest

Wer die Stadtbesichtigung etwas weniger geschichtsschwer angehen möchte, ist im Cimigiu-Park richtig: Im ältesten Park der Stadt ist besonders eine Bootsfahrt mit anschließendem Stopp im Biergarten zu empfehlen. Überhaupt hat Bukarest viel Natur zu bieten: Auch der Herastrau Park, der größte Park der Stadt und die „grüne Lunge“ Bukarests ist ein Naturerlebnis. Inmitten dieses Parks: das Dormuseum. Hier wurden Original-Häuser, -Bauernhöfe und -Kirchen aus verschiedensten Regionen und Epochen der rumänischen Geschichte zusammengestellt. Der Besucher erhält Eindruck vom dörflichen Charme Rumäniens und der Vielfalt an Regionen, die dieses Land prägen.

Da die Preise in Rumänien für westeuropäische Verhältnisse sehr günstig sind, empfiehlt es sich, einmal eines der besseren Restaurants auszuprobieren: Selbst hier zahlt man für ein landestypisches, sehr schmackhaftes Menü höchstens 10 Euro inklusive Wein. Die meisten Zutaten kommen direkt aus dem Garten, und diese Frische kann man auch schmecken.
Das Bukarester Nachtleben hat in den letzten Jahren ebenfalls ziemlich aufgeholt: So ist die rumänische Kapitale nach Monte Carlo die Stadt mit den zweitmeisten Casinos in Europa. Wer nicht zum Glücksspiel neigt, kann in zahlreichen Bars, Cafés und Theatern oder Kabaretts angenehme Abende verbringen. Bukarest hat also das Potential, wieder das Paris des Ostens zu werden – der Tourismus spielt dabei eine Schlüsselrolle.

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