Andalusien ist die Heimat des Sherry. Aber eigentlich heißt das hochprozentige Getränk ganz anders.

Endlose Olivenhaine und Rebflächen ziehen am Autofenster vorbei. In der Ferne verlieren sich die Konturen. Schemata einer Hügellandschaft stellen sich dem Betrachter dar, bis ein mächtiger Bulle den Anblick bricht.

Der überdimensionale Blech-Stier ist längst zum Wahrzeichen Spaniens geworden. In ganz Spanien steht er entlang wichtiger Straßen an markanten Standorten und wacht über die trockenen Felder. Der kolossale Stier ist das Markensymbol des berühmten Osborne-Sherrys.

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Die Briten sind schuld

Hier im Süden Spaniens, in Andalusien, werden die Rebsorten angebaut, die für den bekannten Aperitifwein Sherry verwendet werden. Sherry ist wie Portwein ein Verschnitt aus mehreren Rebsorten verschiedener Jahrgänge, die im Süden Andalusiens wachsen, zwischen den Städten Jerez de la Frontera, Sanlucar de Barrameda und Puerto de Santa Maria.

Eigentlich heißt der edle Tropfen in Spanien „Jerez“ – benannt nach der Stadt Jerez de la Frontera. Bekannt wurde er aber unter seinem englischen Namen: Die Bezeichnung „Sherry“ wurde von den Biten einführt, die schon früh große Mengen dieses Weines importierten, und das spanischen Wort nicht richtig aussprechen konnten.

Einladung aus dem Eichenfass

Grundsätzlich gilt: Je dunkler ein Sherry ist, desto süßer ist er auch. Fino ist der klassische Aperitif, strohgelb und trocken. Daneben gibt es andere Sherrysorten, wie den Manzanilla: Er ist ein halbtrockener Jerez mit würziger Note und, wie der Fino, idealer Begleiter zu den in Knoblauch eingelegten Oliven. Der Amontillado ist pikant zart und bernsteinfarben. Er ist weicher und dunkler als Finos und etwas milder.

Beim Oloroso, einer schweren, körperreichen Sherrysorte reicht die Farbskala sogar ins Mahagonifarbene.

Der Duft des Jerez schwebt in halb Andalusien in der Luft – wie eine Einladung zu einer ausgedehnten Verkostung in eine der unzähligen bodegas, der Kellereien. Hier lagern die Schätze der Weinbauern jahrelang in alten Eichenfässern, um zu reifen und ihren typischen Geschmack anzunehmen.

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