Ist Israel ein sicheres Reiseziel?

Sind Reisen nach Israel sicher oder gefährlich? 

Seit der Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 steht der Konflikt im Nahen Osten im Mittelpunkt, wenn von Urlaub im Heiligen Land die Rede ist. Der andauernde Konflikt um den Gaza-Streifen sowie unvorhersehbare politische Ereignisse können die Sicherheit in Israel jederzeit destabilisieren, doch im Großen und Ganzen ist Israel ein sicheres und vor allem ein wunderschönes Reiseland, in dem Herzlichkeit und Gastfreundschaft großgeschrieben werden. Hier erfahren Sie, worauf Sie bei Ihrem Urlaub in Israel achten müssen.

Aktuelle Hinweise: Reisewarnung Oktober 2023

Vor Reisen nach Israel und in die Palästinensischen Gebiete wird aufgrund der Gewalteskalation in der Region gewarnt.

Israel befindet sich formell im Kriegszustand.

Seit dem Morgen des 7. Oktober 2023 kommt es zu gravierenden militärischen Auseinandersetzungen im Gebiet um den Gaza-Streifen mit Beschuss durch Raketen in allen Teilen Israels. Die Lage ist hoch volatil. Eine weitere Verschärfung der Lage und eine Ausweitung des Konflikts kann nicht ausgeschlossen werden. Die israelische Armee setzt Luftangriffe auf den Gazastreifen fort und bereitet eine groß angelegte Militäroperation im Gazastreifen vor. Auch aufgrund der Einziehung von über 300.000 Israelis zum Militärdienst ruhen derzeit weite Teile des öffentlichen Lebens, so ist  der öffentliche Nahverkehr stark ausgedünnt und Schulen und Kindergärten sind (mit Ausnahme des Westjordanlands) geschlossen.

Mit Blick auf eine Ausreise aus Israel ist festzuhalten, dass der intern. Flughafen Ben-Gurion derzeit weiter angeflogen wird. Allerdings haben viele Airlines ihre Flüge komplett eingestellt oder stornieren geplante Flüge kurzfristig. Bitte bleiben Sie daher mit Ihrem Reiseanbieter im engen Kontakt bzgl. möglicher Umbuchungen. Ergänzend existieren unregelmäßige Fährverbindungen ab Haifa  nach Zypern; bitte informieren Sie sich dazu über https://cruise.mano.co.il/Cruises. Weiterhin möglich ist zudem die Ausreise über den Landweg (Einzelheiten siehe unten: Grenzübergänge).

  • Beachten Sie die geltende Reisewarnung.
  • Befolgen Sie unbedingt die Anweisungen der lokalen Sicherheitskräfte, verfolgen Sie Meldungen in Medien aufmerksam und beachten Sie dringend die Hinweise des Home Front Command, insbesondere zum Aufsuchen von Schutzräumen bei Raketenbeschuss.
  • Registrieren Sie sich in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts bzw. prüfen Sie, ob Ihre dort hinterlegten Daten aktuell sind und ergänzen Sie diese im Zweifelsfall. Sollten Sie Israel und die Palästinensischen Gebiete inzwischen verlassen haben, so vermerken Sie dies bitte dort ebenfalls.
  • Achten Sie vorsorglich und soweit dies sicher möglich ist auf eine ausreichende Vorratshaltung (Wasser, Lebensmittel, Medikamente, Treibstoff).
  • Verfolgen Sie die Lageentwicklung aufmerksam.
  • Meiden Sie größere Menschenansammlungen.
  • Machen Sie sich mit den vorhandenen Schutzvorkehrungen (Lage der Schutzräume) und Hinweisen des israelischen Zivilschutzes vertraut.
  • Suchen Sie beim Erklingen von Alarmsirenen umgehend nahegelegene Schutzräume auf und verweilen sie dort für min. 10 Minuten nach Abklingen der Sirenen.

Befolgen Sie  die Anweisungen des israelischen Zivilschutzes Home Front Command (nur in Israel aufrufbar) oder erkundigen Sie sich telefonisch unter der Rufnummer 104 in englischer Sprache.

Hier finden Sie die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts für Israel

Innenpolitische Lage in Israel

Ist Israel gefährlich? Diese Frage stellt sich jeder Tourist. Die innenpolitische Lage in Israel ist durch den Konflikt mit den Palästinensern geprägt. Sie wird außerdem von politischen Ereignissen beeinflusst, die das Fass jederzeit zum Überlaufen bringen können. So hat das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für Israel ausgesprochen, da sich die Sicherheitslage nach dem Tod des iranischen Generals Qassem Soleimani wieder verschlechtert hat. Das Auswärtige Amt weist jedoch auch darauf hin, dass sich bestimmte Einschränkungen nur auf den Gaza-Streifen beziehen. Deshalb wird von einer Reise in den Gaza-Streifen und das angrenzende Gebiet dringend abgeraten. Die Warnungen gelten auch für das Westjordanland, die Grenzregionen zum Libanon und zu Syrien sowie für Ost-Jerusalem. Die Stadt mit dem berühmten Tempelberg gehört zu den wichtigsten Kulturschätzen der Menschheit, jedoch schwankt die Lage im Moment sehr. Es empfiehlt sich, aktuelle Informationen zur Sicherheitslage in Israel einzuholen und, wenn möglich, mit einer Gruppe unter einem einheimischen Reiseleiter zu reisen, der das Risiko besser einzuschätzen weiß.

Wie sicher sind die beliebtesten Touristen- und Badeorte in Israel?

Beliebte Touristenorte wie Tel Aviv, Netanya, Ashdod und der See Genezareth sind sicher und werden nach wie vor von zahlreichen Touristen aufgesucht. Auch Nazareth kann man bedenkenlos besuchen, jedoch können einem Taschendiebe den Aufenthalt verderben. Tel Aviv ist eine moderne, kosmopolitische Stadt, die oft als „Miami des Nahen Ostens“ tituliert wird. Außerdem gehört die Metropole am Mittelmeer zu einer der tolerantesten Städte auf der ganzen Welt, in der gleichgeschlechtliche Paare überaus willkommen sind. In Israel wird Homosexualität, im Gegensatz zu anderen Staaten im Nahen und Mittleren Osten, nicht geahndet. Vielmehr sind Homosexuelle durch ein Antidiskriminierungsgesetz geschützt. Badeorte wie Netanya und Ashdod sind ebenfalls sicher, jedoch müssen Sie sich auch hier vor Taschendieben in Acht nehmen.

Sicherheit im Straßenverkehr

Verkehrsunfälle sind in Israel keine Seltenheit. In Städten wie Tel Aviv oder Jerusalem ist das Straßennetz ausgelastet. Die Straßen sind zwar gut, doch die große Anzahl an Autos sorgt für Chaos. Israelis sind dafür bekannt, sich nicht sonderlich um Verkehrsschilder zu kümmern. Außerdem fahren die israelischen Autofahrer dicht auf und sehen es nicht gern, wenn jemand vor ihnen einschert. Deshalb ist es besser, wenn man sich als Besucher in den größeren Städten auf das öffentliche Verkehrsnetz und auf Taxis beschränkt. Dennoch können Sie ein Auto mieten: Am Flughafen stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl. Eine Besonderheit, der man in Israel Rechnung tragen muss, ist der Schabbat. Von Freitagnachmittag bis Samstagabend sind einige Linien nicht in Betrieb. Diese Tradition ist vor allem ein Zugeständnis an die ultraorthodoxe Gemeinde. Seit 2020 gibt es in Tel Aviv Buslinien, die auch am Schabbat verkehren; die Fahrtrouten sind jedoch begrenzt. Wer am Schabbat reisen möchte, muss auf Taxis zurückgreifen. Beachten Sie, dass die Kosten am Schabbat höher sind als an gewöhnlichen Wochentagen.

Was muss man bei der Ein- und Ausreise beachten?

Ist es sicher, nach Israel zu fliegen? Diese Frage lässt sich eindeutig bejahen, denn kein anderes Land hat derart strenge Sicherheitskontrollen. Über den Flughafen Ben Gurion kreisen im Netz zahlreiche Legenden. Tatsächlich sind die Sicherheitsvorkehrungen hier sehr strikt, und Passagiere werden einer rigiden Sicherheitskontrolle unterzogen. Bereits im Umfeld des Flughafens werden Fahrzeugkontrollen durchgeführt. Eigentlich kein Wunder, wenn man bedenkt, dass noch in den Siebziger- und Achtzigerjahren israelische Flugzeuge entführt wurden. Touristen werden bereits bei der Einreise befragt. Die Fragen folgen einem bestimmten Schema und sind für alle Reisenden gleich. Es besteht kein Grund zur Panik, auch sollte man sich nicht angegriffen fühlen. Wer Bekannte in Israel besucht, sollte deren Namen, Adresse und Telefonnummer angeben, ansonsten tut es die Hotelreservierung. Bei der Einreise erhalten Sie ein Kärtchen, das Sie bei der Ausreise wieder vorzeigen müssen. Am Tag der Ausreise sollten Sie drei Stunden vor dem Abflug am Flughafen sein. Bei der Ausreise werden nämlich alle Passagiere besonders gründlich befragt. Wer in seinem Reisepass Stempel islamisch geprägter Länder hat, muss mit einer sehr detaillierten Sicherheitsbefragung rechnen. Das gilt vor allem dann, wenn sich anhand der Stempel feststellen lässt, dass Sie mehrmals in islamische Länder gereist sind. Nicht nur deswegen ist der Flughafen Ben Gurion der wohl weltweit sicherste Flughafen. Das Sicherheitspersonal ist überaus freundlich und tut sein Bestes, damit sich Besucher wohl und auch willkommen fühlen. Mehr Informationen zur Einreise nach Israel finden Sie hier.

Wie hoch ist die Kriminalitätsrate in Israel?

Die Kriminalitätsrate in Israel ist niedrig und unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von jener in Europa. Das Risiko, Opfer eines Taschendiebstahls zu werden, ist in touristischen Gebieten am höchsten. Vermeiden Sie, wenn möglich, größere Menschenansammlungen und bewahren Sie Geld, Dokumente und Wertgegenstände sicher auf. Schmuck und teure Uhren bleiben am besten im Hotelsafe. Wenn Sie abends in Tel Aviv oder einer anderen Großstadt essen gehen, können Sie sich natürlich auch schick kleiden und Ihren Schmuck tragen. Wie überall sollte man sich bei einem Urlaub in Israel auf seinen gesunden Menschenverstand verlassen, denn auch hier gibt es gefährliche Gegenden. Dazu gehört der Stadtteil um den zentralen Busbahnhof von Tel Aviv mit den Vierteln Neve Shanaan und Levinsky Park. Wer mit der Bahn vom Flughafen nach Tel Aviv reist, sollte den zentralen Busbahnhof meiden und lieber ein paar Haltestellen weiter aussteigen. Auch sind Hotels in Neve Shanaan und Levinsky Park keinesfalls zu empfehlen.

Welche Vorschriften muss man bei einem Urlaub in Israel beachten?

Nicht alle Israelis sind streng gläubig. Vor allem in den Großstädten herrscht ein säkulares Klima, wie es auch in Europa üblich ist. Dennoch spielt die Religion eine weitaus größere Rolle als in Deutschland. Dies gilt vor allem für Städte wie Jerusalem, Bethlehem oder Nazareth. Die Klagemauer und der Garten Gethsemane in Jerusalem sind heilige Stätten, ebenso wie der Felsendom und der Tempelberg, auf dem einst der prächtigste jüdische Tempel stand. Wer die Heiligtümer besuchen möchte, sollte passend gekleidet sein. Der Tempelberg wird streng bewacht. Nicht-muslimische Gebete sind auf dem gesamten Gelände streng untersagt, und Nicht-Muslime dürfen den Felsendom nicht betreten. Aufgrund der unsicheren Lage können sich die Bedingungen jederzeit ändern. Wird Ihnen der Zugang durch das israelische Militär verweigert, müssen Sie sich an die Vorschriften halten. Die Klagemauer ist rund um die Uhr geöffnet und kann problemlos besucht werden. Denken Sie auch hier an sittsame Kleidung. Diese Regeln gelten ebenso für die Kirche der Nationen am Fuße des Ölbergs. Außerdem gibt es ganze Stadtteile, in denen sittsame Kleidung ein Muss ist: Im Jerusalemer Viertel Mea Shearim weisen sogar spezielle Schilder darauf hin. Hier leben orthodoxe Juden, die sich streng an die Tradition ihrer Vorfahren halten. Mittlerweile ist Mea Shearim zu einem Touristenmagneten geworden, da die jüdisch-orthodoxe Lebensweise viele Besucher fasziniert. Frauen und Mädchen werden dazu angehalten, einen langen Rock sowie ein Oberteil mit langen Ärmeln zu tragen, außerdem ist eine Kopfbedeckung erwünscht. Männer und Jungen sollten auf Shorts verzichten, in einigen Fällen müssen sie eine Kippa tragen. Wer das Viertel während des Schabbats besucht, sollte das Rauchen, Telefonieren, Autofahren und Fotografieren unterlassen.

Sind Deutsche in Israel willkommen?

Israel ist ein beliebtes Reiseziel und heißt jährlich 3,6 Millionen Touristen aus aller Welt willkommen. Vor allem Nordamerikaner und Europäer zieht es hierher, darunter sind viele Menschen jüdischen und christlichen Glaubens. Kurzum, in Israel ist man es gewohnt, Menschen aus anderen Ländern um sich zu haben. In Israel werden zudem auch mehrere Sprachen gesprochen: Hebräisch, Englisch und Jiddisch, das dem Deutschen recht ähnlich ist. Wenn Sie Englisch sprechen, kommen Sie auf jeden Fall gut zurecht. Die meisten Israelis begrüßen Deutsche mit offenen Armen, denn sie gelten als pünktlich und zuverlässig – Sekundärtugenden, auf die man auch im Gelobten Land Wert legt. Israelis reisen selbst sehr gern und besuchen oft Länder in Nordamerika und Europa, darunter auch Deutschland. Die Chancen, auf deutschsprachige Israelis zu treffen, stehen ziemlich gut. Vor allem Akademiker absolvieren oft ein Praktikum oder ein Studienjahr an einer deutschen Universität.

Alle Angaben ohne Gewähr. Stand Oktober 2023.

Weitere Artikel zum Thema Sicherheit

Israel Urlaub buchen

Unseren Newsletter abonnieren

Jetzt anmelden und unsere exklusiven Angebote, Top Deals, Reisetipps und inspirierende Urlaubsideen erhalten.