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Kreative Verarbeitung der Corona-Pandemie

Beispiele aus Street-Art, Mode und Kunst

“Wahre Kreativität entsteht immer aus einem Mangel”, stellte der Modedesigner Wolfgang Joop einmal fest. Wieviel Wahrheit in diesen Worten steckt, zeigt sich besonders deutlich in der Corona-Pandemie. Denn in einer Zeit, in der Menschen auf vieles verzichten müssen und kulturelle Veranstaltungen stark eingeschränkt sind, finden Künstler kreative Wege und Lösungen um mit der Situation umzugehen. So werden Hygienemaßnahmen plötzlich Thema eines Popsongs, Musikkonzerte online gestreamt, Street-Art zum kunstvollen Ausdruck gesellschaftlicher Herausforderungen, Kinobesuche zur nostalgischen Zeitreise oder kleine Memes in sozialen Netzwerken zu einer virtuellen Schmunzelattacke.

Wir haben uns für Sie auf die Suche nach den besten Beispielen für die kreative Verarbeitung der Corona-Pandemie gemacht.

Musik ist die beste Medizin

Nicht nur bei Künstlern sorgt die Isolation für kreative Höhenflüge. Das Ergebnis sind lustige Coversongs als Corona-Parodie. Da wäre die Dame im Sportoutfit, die sich über die Quarantäne mit ihrer Familie beklagt und 'I will survive' von Gloria Gaynor trällert. Oder das Cover von 'Bohemian Rhapsody' ('Is this a sore throat? Is this just allergies? Caught in a lockdown. No escape from reality.'), mit dem Dana Jay Bein auf Twitter viral ging. Chris Mann klebt hingegen an seiner Fensterscheibe und sehnt sich in seinem Adele-Cover 'Hello (from the Inside)' nach seinem alten Leben. Zu einem echten Hit wurde der 'The Washing Hand Song' (Original: 'Ghen Cô Vy'), mit dem die vietnamesische Regierung über das Händewaschen aufklärte. Heute singen und tanzen Menschen aus aller Welt auf TikTok mit dem Hashtag #ghencovychallenge zu der Musik. 

Corona-inspirierte Street-Art

Straßen- und Graffiti-Künstler aus aller Welt integrieren die Corona-Pandemie in ihre Kunstwerke. Das berühmteste Beispiel stammt von Banksy. Sein Werk 'Game Changer' gilt als Hommage an die Ärzte und Krankenpfleger, die an vorderster Front gegen das Virus ankämpfen. Es stellt einen kleinen Jungen dar, der Batman und Spiderman links liegen lässt und stattdessen mit einer Krankenschwesterpuppe im Superheldenkostüm spielt. Derzeit können Sie es im Southampton Hospital bewundern. Andere Street-Art-Künstler zeigen sich wie mit dem zynischen Stencil von John D’oh kritischer. Es zeigt US-Präsident Trump mit einer Sprühflasche und spielt auf dessen Vorschlag an, COVID-Patienten Desinfektionsmittel zu injizieren. Unzählige Graffiti-Kunstwerke zeigen berühmte Persönlichkeiten mit Mundschutz, von Cardi B über John Lennon bis zu Yoda. 

Memes – Humor in Krisenzeiten

In sozialen Netzwerken werden sogenannte Memes (lustige Bildchen mit Beschriftung) massenhaft geteilt und verbreiten sich so oft rasend schnell. Sie bringen Menschen zum Lachen - oder wenigstens zum Schmunzeln. Humor wirkt in diesen schwierigen Zeiten auflockernd und gibt uns das Gefühl, nicht allein zu sein. In Zeiten von Corona greifen viele Memes den veränderten Alltag der Menschen auf und zeigen z. B. Katzen, die sich darüber beschweren, dass ihre Besitzer durch Home-Office-Regelungen so viel zu Hause sind. Auch Bilder von Menschen, die in Unterhosen am Zoom-Meeting teilnehmen, werden zu viel geteilten Memes. Bilder eines Wohnungsgrundrisses mit der Bildunterschrift 'Ausflugsideen fürs Wochenende' nehmen auf humorvolle Weise Bezug auf die unfreiwillige Isolation.

Die Renaissance des Autokinos

Während aufgrund der Pandemie unzählige Kulturveranstaltungen ausfallen und Einrichtungen von Kino über Theater bis zu Konzerten schließen mussten, feiert eine Sparte ihr großes Comeback: das Autokino. Es ist die perfekte Alternative zu einsamen Streaming-Abenden auf der Couch. Endlich mal wieder unter Leute kommen und gleichzeitig Hygiene- und Abstandsregeln einhalten – das ist beim Filmeschauen im eigenen Pkw möglich. Die Veranstalter lassen ihrer Kreativität freien Lauf und veranstalten mittlerweile nicht nur Kinofilme, sondern auch Theater und Musikkonzerte, die sich das Publikum bequem vom Fahrersitz aus anschaut. Packen Sie also Getränke und Popcorn ein und freuen Sie sich auf einen unterhaltsamen Abend außer Haus.

Künstler im Home-Office

Die Corona-Pandemie hat zu einer Digitalisierung des zuvor Analogen geführt. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Online-Konzerte zahlreicher bekannter und unbekannter Musiker. 'One World: Together at Home' war eine der größten virtuellen Veranstaltungen. Über hundert Künstler, darunter Weltstars wie Lady Gaga, die Rolling Stones, Beyoncé und Billie Eilish, performten ihre Songs im eigenen Wohnzimmer oder auf ihrer Terrasse. Die Übertragungen fanden live im TV und Internet statt. So konnten Fans gute Musik genießen und gleichzeitig einen kleinen Einblick in das Zuhause ihrer Lieblingsstars erhalten. Veranstalter von 'One World: Together at Home' ist die NGO Global Citizen. Laut dem Guinessbuch der Rekorde handelt es sich dabei um das größte virtuelle Konzert der Geschichte. Es zeigt, wie die Kraft der Musik Menschen vereint und uns in herausfordernden Zeiten helfen kann. 

Gut informiert durch Wissenschaft-Podcasts

Podcasts sind in den letzten Jahren immer mehr in Mode gekommen und liegen auch in Pandemiezeiten voll im Trend. Ob Nachrichten, Talk-Formate oder True-Crime-Podcasts, rund ein Drittel der Deutschen hört die Audioformate zumindest gelegentlich. An der Spitze der Beliebtheitsskala stehen derzeit Podcasts zum Coronavirus wie z. B. das vom NDR produzierte und mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete „Coronavirus-Update“ mit Christian Drosten und Sandra Ciesek. Seit Februar werden in diesem Podcast regelmäßig Fragen rund um das Coronavirus beantwortet und neue Forschungsergebnisse und Erkenntnisse aus der Wissenschaft verständlich aufbereitet. Der Podcast ist ein Beispiel dafür, dass auch ausführlicher Wissenschaftsjournalismus die breite Masse fesseln kann.

Corona-Chic – Mode in Pandemiezeiten

Ja, das Tragen einer Gesichtsmaske ist nicht gerade angenehm. Dennoch kommt momentan kaum jemand darum herum: zum Eigenschutz, aber besonders zum Schutz anderer Menschen vor einer Ansteckung. Warum also nicht aus der Not eine Tugend machen? Gesichtsmasken entwickeln sich zum neuen It-Piece der Modewelt. Zahlreiche große und kleine Modelabels haben sie schon im Angebot, darunter Designermarken wie Evelin Brandt, Burburry oder Off-White. Wer handwerklich etwas geschickt ist, kreiert sich sein eigenes Modell. Kleidung ist ein Ausdruck unserer Persönlichkeit. Es muss nicht die einfarbige Maske sein. Wählen Sie ein Modell, das genau Ihrem Stil entspricht. Von romantischen Blümchenmustern über rockige Ledermasken und Ethno-Stickereien bis zum Leo-Print – für jeden gibt es das richtige Exemplar. Ihnen ist Nachhaltigkeit wichtig? Dann entscheiden Sie sich für einen Mundschutz aus Bio-Baumwolle oder recycelten Stoffen. Sogar elegante Masken für Heiratswillige sind schon erhältlich. So bietet das Brautgeschäft Chiton in Berlin-Schöneberg einen Mundschutz mit filigraner Spitzeneinfassung als zeitgemäßes Accessoire zum Hochzeitskleid.

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